Bremer Greensill Bank AG im Fokus der Finanzaufsicht

19. August 2020

Von Christian Kirchner

Die Bremer Greensill Bank AG (früher: NordFinanz Bank) war bislang nur Zinsjägern ein Begriff – dank üppiger Zinsangebote (ausgebreitet unter anderem über das Raisin-Portal „Weltsparen“) kam das No-Name-Institut per Mitte 2019 auf knapp eine Mrd. Euro an Einlagen. Seit gestern freilich dürften ein paar mehr Menschen die Greensill Bank AG kennen. Wie nämlich „Bloomberg“ berichtet, steht das Institut unter besonderer Beobachtung der Bafin und erhielt jüngst darüber hinaus Besuch vom privaten Einlagensicherungsfonds.

Nun gehört es einerseits zur guten Routine, dass sich Finanzaufseher und Einlagenschützer ihre Pappenheimer gelegentlich genau ansehen. Andererseits: Dem Vernehmen nach herrscht dann doch ein wenig Sorge angesichts des immer größeren Rads, das die Bremer Bank (welche formal zur australischen Greensill Capital Gruppe gehört) dreht: Die Einlagen? Von Anfang 2016 bis Mitte 2019 verdreifacht. Die Kredite? Vervierfacht. Bei freilich ums 14-Fache gestiegenem Gesamtkapital. Das jedenfalls geht aus einer umfangreichen Scope-Analyse aus dem Sommer 2019 hervor. Der 2019er Geschäftsbericht der Bank liegt noch nicht vor. Die britische Beteiligungsgesellschaft Greensill Capital hatte 2014 die Mehrheit an der Bank übernommen, die Bank aber dann 2018 an die australische Greensill Capital Pty weitergereicht.

Was die Aufseher angeblich stutzig macht: Kredite und Wertpapiere der Greensill Bank AG sollen eine unschöne Konzentration aufweisen – und zwar bezogen auf Unternehmen, die dem Dunstkreis des umtriebigen britisch-indischen Unternehmers Sanjeev Gupta zuzurechnen sind.

Finanz-Szene.de wollte gestern mit Vertretern der Bank sprechen – doch am Telefon teilte uns eine aufgeregter Herr mit, da könne ja jeder anrufen – und legte auf.

Vertiefende Lektüre: BloombergScope Report (Hintergründe, von Mai 2019)

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