Cerberus sondiert angeblich einen Verkauf der HCOB

3. März 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Angedeutet hatte es sich ja schon. Sein Haus bereite sich “auf mögliche M&A-Transaktionen” vor, meinte Stefan Ermisch, CEO der Hamburg Commercial Bank, kürzlich bei der Bilanz-PK. Und fügte in einer schlitzohrigen Formulierung hinzu, offen sei allerdings noch, ob man hieran “aktiv oder passiv” teilnehmen werde. Passiv teilnehmen? Das sollte natürlich nichts anderes heißen als: Kann gut sein, dass unsere Eigentümer uns dann bald mal zum Verkauf stellen …

Wie nun das “Handelsblatt” (Paywall) berichtet, könnte aus bald mal durchaus sehr bald werden. Denn: Einen formalen Verkaufsprozess gebe es zwar noch nicht. Wohl aber “erste Sondierungsgespräche”. Konkret habe die Investmentbank Morgan Stanley begonnen, im Auftrag der beiden HCOB-Eigner (also Cerberus und JC Flowers) bei Finanzinstituten vorzufühlen, ob die sich eine Übernahme der früheren HSH Nordbank vorstellen können.

Kurze Rückblende: Noch keine vier Jahre ist es her, dass Cerberus (Flowers war ja schon vorher drin) die leckgeschlagene Landesbank von der öffentlichen Hand übernommen hatte. Seitdem? Hat das Institut nicht nur seinen Namen gewechselt, sondern (ähnlich wie, siehe unten, die OLB) eine Transformation durchlaufen, dass einem die Spucke wegbleibt. Rund 300 Mio. Euro Ergebnis weist die HCOB für 2021 aus, unter Berücksichtigung eines kleinen, positiven Steuereffekts errechnet sich hieraus eine Eigenkapitalrendite von 18% (siehe -> Die Ex-HSH macht 18% RoE – wohin jetzt mit dem Geld?).

Entsprechend ambitionierte Preisvorstellungen werden nun schon mal kolportiert. Die Eigentümer streben laut “Handelsblatt” einen “Verkaufserlös über Buchwert” an. Angesichts von zuletzt 4,7 Mrd. Euro Eigenkapital dürfte es also um mehrere Mrd. Euro gehen (zur Einordnung: die Berlin Hyp war kürzlich ja für kolportierte 1,3 Mrd. Euro zur LBBW gewechselt). Zu einem Verkauf oder alternativ einem Börsengang werde es aber, so das “HB”, frühestens 2023 kommen.

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