Commerzbank: Hier kommen die Zahlen zum Q1

13. Mai 2020

Von Christian Kirchner

Die Commerzbank hat im ersten Quartal einen Nettoverlust von 295 Mio. Euro erlitten. Damit verfehlte das Institut die Analystenerwartungen leicht, die im Schnitt bei einem Verlust von 240 Mio. Euro lagen. Grund des Einbruchs gegenüber dem Vorjahr sind der (erwartete) Anstieg der Risikovorsorge auf 326 Mio. Euro sowie ein (nicht erwartetes) Minus von 304 Mio. Euro beim Bewertungsergebnis. Hier machte die Commerzbank „Absicherungsgeschäfte für Kunden und das eigene Geschäft“ verantwortlich, die zu einer Neubewertung von Derivate-Beständen geführt hätten. Insgesamt taxiert die Commerzbank den „Corona-Effekt“ auf ihr Ergebnis im Q1 auf knapp eine halbe Mrd. Euro.

Die Firmenkundensparte rutsche dabei im ersten Quartal in die roten Zahlen und schrieb operativ ein Minus von 114 Mio. Euro. Im Privatkundengeschäft fiel ein Gewinn von 150 Mio. Euro an, hier führt die Commerzbank indes an, dass die Corona-Pandemie den Bereich 62 Mio. Euro an zusätzlichem operativen Ergebnis gekostet hätte. Auch das Firmenkundengeschäft wäre ohne Sondereffekte „schwarz“ gewesen, so die Coba.

Hier der Überblick über die wichtigsten Kennziffern und wie sie im Vergleich zu den Erwartungen und dem Vorjahresquartal ausgefallen sind:

in Mio. € Q1 / 2020 Q1 / 2019 Erwartung vs. Q1/19 vs. Erwartung
Erträge 1.853 2.157 1.889 – 14 % – 2 %
Zinsüberschuss 1.321 1.232 1.299 + 7 % + 2 %
Provisionsüberschuss 877 768 858 + 14 % – 2 %
Kosten 1.503 1.567 1.537 – 4 % – 2 %
Risikovorsorge – 326 – 78 303 + 318 % + 8 %
operativer Gewinn -277 246 204 – 213 % – 236 %
Gewinn Privatkunden 150 153 183 – 2 % – 18 %
Gewinn Firmenkunden -114 121 -102 – 194 %
Nettogewinn -295 120 -240 – 346 % – 23 %
Eigenkapitalrendite -4,9 1,7 -6,8

Auffällig: Wie schon in den Vorquartalen weitet die Bank ihr Kreditvolumen weiter aus. Die Bilanzsumme wuchs binnen nur drei Monaten um gut 11% auf 517 Mrd. Euro. Im Segment Firmenkunden stieg das durchschnittliche ausgereichte Kreditvolumen zum Vorquartal um eine weitere Mrd. Euro auf 89 Mrd. Euro. Inklusive gezogener Kreditlinien betrug es per Ende März gar 96 Mrd. Euro – ein fulminantes Plus von glatt 10% binnen eines Quartals.

Bei den Privatkunden stieg das Volumen der Immobilienkredite von 80,9 Mrd. Euro zum Jahresende auf 82,2 Mrd. Euro per Ende März. Das höhere Volumen trug auch zum gestiegenen Zinsergebnis bei, das die Erwartungen leicht übertraf. Wie auf der Analystenpräsentation hervorgeht, befinden sich aktuell Kredite im Volumen von 2,6 Mrd. Euro in einem sogenannten „Moratorium“ aufgrund der Corona-Pandemie. Hierfür seien im April 24.000 Anfragen eingegangen.

Beim Ausblick aufs Gesamtjahr geht die Commerzbank nun davon aus, die „Erträge im Kundengeschäft weitgehend stabil“ zu halten. Das knüpft sie aber an eine zügige Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr und keinen zweiten „Lockdown“ aufgrund der Corona-Pandemie. Ferner rechnet sie auch hier nur explizit „ohne den Einfluss von Sonder- und Bewertungseffekten“ mit gleichbleibenden Erträgen. Die Kostenbasis soll inklusive IT-Investitionen von 0,2 Mrd. Euro unverändert bleiben. Das bedeutet eine leichte Nachschärfung, denn 2019 betrugen die Kosten 6,8 Mrd. Euro, und das letzte kommunizierte Kostenziel lautete für 2020 6,7 Mrd. Euro plus bis zu 0,2 Mrd. Euro für IT-Investitionen.

Wie die Deutsche Bank vor zwei Wochen stellt auch die Commerzbank ihre Aktionäre auch auf ein Absinken der Kernkapitalquote ein. Statt mit einer Kernkapitalquote von mindestens 12,75 %  zum Jahresende 2020 sollen es nun „mindestens 12,5 %“ sein. Aktuell liegt sie bei 13,2%.

Im außerbörslichen Frühhandel notierte die Aktie um 7.30 Uhr kaum verändert zum Vorabend mit einem Plus von 0,3% bei 3,22 Euro.

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