Deutsche Bank ist „schwarz“ im Q1 – kippt aber Ziele für 2020

27. April 2020

Von Christian Kirchner

Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal aufgrund starker Umsätze einen Gewinn vor Steuern von 206 Mio. Euro und nach Steuern von 66 Mio. Euro erwirtschaftet – diese überraschend starken Zahlen gab das Institut kurz vor Mitternacht per Ad-hoc bekannt. Hintergrund: Weichen die Zahlen deutlich von den Analysten-Schätzungen  ab, muss die Bank dies sofort mitteilen. Eigentlich sollten die Zahlen erst an diesem Mittwoch bekanntgegeben werden. Für das erste Quartal hatten Analysten aufgrund der Schockwellen der Corona-Pandemie eigentlich einen Nachsteuer-Verlust von knapp 400 Mio. Euro erwartet.

Die Zahlen sind ein Beleg dafür, dass den Banken durch die Corona-Pandemie zwar höhere faule Kredite drohen, aber auch eine „Sonderkonjunktur“ in der Kreditvergabe. Denn der wesentliche Grund für diese positive Überraschung sind erheblich höhere Erträge: Nach eigenen Angaben hat die Deutsche Bank in den ersten drei Monaten dieses Jahres Erträge von 6,4 Mrd. Euro. erwirtschaftet nach 5,3 Mrd. im Schlussquartal 2019 – das ist erheblich mehr als der Analystenkonsens (5,7 Mrd. Euro) und mehr, als selbst der größte Optimist unter den Analysten erwartet hatte (5,9 Mrd. Euro). Da demgegenüber nur leicht höhere Kosten als erwartet standen und auch die Risikovorsorge nur leicht höher ausfiel als befürchtet (ist: 0,5 Mrd. Euro, erwartet: 0,4 Mrd. Euro), steht unter dem Strich ein Nettogewinn.

In die gleiche Vorab-Mitteilung packte die Deutsche Bank allerdings auch noch zwei schlechte Nachrichten: Das stark ausgeweitete Kreditgeschäft gefährde zwar nicht die Ziele bei den Kosten (die 2020 wie geplant bei 19,5 Mrd. Euro liegen sollen), sehr wohl aber die der Kapitalisierung (12,5% Kernkapitalquote Ende 2020) und beim Verschuldungsgrad (Leverage Ratio 4,5% Ende 2020). Diese Ziele hielten Analysten allerdings laut den Konsens-Schätzungen schon vorher für nicht erreichbar, der Schnitt der Erwartungen lag hier bei 12,3 Prozent für Ende 2020 bei der Kernkapitalquote und 4,2% beim Verschuldungsgrad. Die aufsichtsrechtlichen Mindestkapitalquote (10,4% dieses Jahr) ist allerdings laut Bank nicht gefährdet, man werde das Ziel von 12,5% hier nur „vorübergehend“ und „leicht“ unterschreiten.

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