Kurz gebloggt

Deutsche Bank soll im Investment-Banking 3 Mrd. € verdient haben

24. Januar 2021

Von Christian Kirchner

Auch die – bislang in dieser Hinsicht immer noch skeptischen – Analysten gehen nun davon aus, dass die Deutsche Bank im abgelaufenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben hat. Wie aus dem jüngsten „Konsens-Report“ hervorgeht, rechnen die befragten Experten im Schnitt mit einem Gewinn von 84 Mio. Euro netto – also nach Steuern, sämtlichen Umbaukosten und den Zinszahlungen auf Nachranganleihen. Zur Einordnung: Noch im Oktober waren die Analysten für 2020 von einem Verlust in der Größenordnung einer halben Mrd. Euro ausgegangen.

Behalten die Analysten recht, wäre es überhaupt erst der zweite Nettogewinn für die Deutsche Bank seit 2014 (wobei das Plus von 270 Mio. Euro im Jahr 2018 im neuen Zuschnitt der Sparten ebenfalls wie ein Minus verbucht worden wäre …). Zu verdanken hat das größte Geldhaus der Republik diesen Erfolg den Investmentbankern. Die hatten schon bis September einen einen Vorsteuergewinn von gut 2,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Im Q4 sollen nun weitere gut 0,4 Mrd. Euro hinzugekommen sein, was in Summe einem Gewinn von fast 3 Mrd. Euro vor Steuern entspricht. Das könnte tatsächlich reichen, die mageren Ergebnisse der anderen Sparten sowie die Belastungen aus der Restrukturierung und in der internen „Bad Bank“ überzukompensieren. Über die endgültigen Ergebnisse des Jahres 2020 berichtet die Deutsche Bank am 4. Februar.

Der Konsens-Schätzung zufolge wird die Deutsche Bank das für 2022 ausgegebene Gewinnziel von jeweils 2 Mrd. Euro je Sparte nur in der Investmentbank erreichen (bzw. mit 2,3 Mrd. Euro sogar übertreffen). Für die Corporate Bank (1,1 Mrd. Euro) und die Private Bank (Konsens: 1,3 Mrd. Euro) bleiben die Analysten skeptisch. An das von der Bank für 2022 formulierte Ziel von 8% Eigenkapitalrendite glaubt nicht mal der optimistischste Analyst (Maximum: 5,1%, Schnitt: 3,6%).

Gewinne Investmentbanking vor Steuern laut Analystenkonsens

in Mio. Euro Schätzung Oktober neue Schätzung Veränderung
2020 2.215 2.972 + 757
2021 1.356 1.796 + 440
2022 1.771 2.291 + 520
Summen 5.342 6.936 1.594

Quelle: DB Consensus Report, Stand 24.1.2020

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