Aus der Szene

Deutsche-Bank-Statement gleicht Wikipedia-Eintrag aufs Wort

22. November 2021

Von Christian Kirchner

Als die Deutsche Bank am Wochenende bekannt gab, den früheren Aegon-CEO Alexander Wynaendts als künftigen Aufsichtsratschef nominiert zu haben, kommentierten manche Zeitungen die Personalie mit der Bemerkung „Alex wer?“. Schließlich kommen deutsche Bankjournalisten mit niederländischen Versicherungsmanagern ja eher selten in Berührung.

Wer sich nun gar nicht mehr anders zu helfen wusste, suchte in seiner Verzweiflung sogar Zuflucht bei Wikipedia – und erlebte dort eine Überraschung. Denn: Hatte man die dortigen (und laut Versionsgeschichte im Januar 2021 entstandenen) Formulierungen nicht gerade erst wortgleich irgendwo gelesen? Und zwar in der englischsprachigen Medienmitteilung der Deutschen Bank zur Personalie?

Voilà:

„Through the crisis“

  • Wikipeda: „Wynaendts led Aegon through the financial crisis that started in the summer of 2008.“
  • Deutsche Bank: „Wynaendts led Aegon through the financial crisis that started in the summer of 2008.“

„Restoring the balance sheet“

  • Wikipedia: „He was credited with restoring the company’s balance sheet and ensuring that the company maintained its strong capital position.“
  • Deutsche Bank: „He was credited with restoring the company’s balance sheet and ensuring that the company maintained its strong capital position.“

„Successfully transforming“

  • Wikipedia: „He has subsequently redefined Aegon’s strategy, successfully transforming the company into a capital efficient and customer centric organisation.“
  • Deutsche Bank: „He subsequently redefined Aegon’s strategy, successfully transforming the company into a client centric, purpose-driven and profitable organisation.“

Ein Deutsche-Bank-Sprecher erklärte, möglicherweise hätten Deutsche-Bank-Mitarbeiter auf die gleichen Sekundärquellen zurück gegriffen wie die Wikipedia-Autoren vor knapp einem Jahr.

Deutsche Bank ernennt anderthalb neue Aufsichtsratschefs

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