Kurz gebloggt

Deutsche Bank, ihre Boni und ihr Russland-Geschäft

14. März 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Deutsche Bank reagiert auf Kritik an ihrer Russland-Politik: Das größte Geldhaus der Republik hat sich am Wochenende zu einer “Klarstellung” veranlasst gesehen, wonach man “wie einige unserer internationalen Wettbewerber” dabei sei, das “verbleibende Geschäft in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben herunterzufahren. Gleichzeitig helfen wir unseren bestehenden nichtrussischen, internationalen Kunden dabei, ihren Geschäftsbetrieb im Land zu verringern. Wir machen in Russland kein Neugeschäft mehr.“ Zuvor hatte via “Reuters” die Kritik eines amerikanischen Fondsmanagers an der Deutschen Bank die Runde gemacht …

… Der hatte gesagt, das “Verbleiben” des Instituts in Russland stehe im Widerspruch zur internationalen Geschäftswelt. Zudem hatte die Tagesschau auf ihrer Website die Schlagzeile “Anders als die Konkurrenz: Deutsche Bank will Russland nicht verlassen” verbreitet und sich dabei auf eine publik gemacht Mitteilung von Vorstandschef Sewing an die Belegschaft berufen. Sewing hatte (siehe die Mitteilung hier im Original) unter anderem geschrieben: “Wir werden oft gefragt, warum wir uns nicht komplett aus Russland zurückziehen. Die Antwort darauf ist, dass dies unserem Selbstverständnis widersprechen würde. Wir haben Kunden, die sich nicht von heute auf morgen aus Russland verabschieden können.” Kurz nach der Deutschen Bank teilte auch die Commerzbank mit, in Russland kein Neugeschäft mehr zu machen, sondern nur noch das bestehende Geschäft abzuwickeln.

Die Bonus-News zur Deutschen Bank (und zur DWS) in aller Kürze: Die Deutsche Bank hat, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht (siehe hier), ihren Bonustopf um 13% auf 2,1 Mrd. Euro ausgeweitet. Die Gesamtvergütung für den Vorstand stieg von 50 Mio. auf 66,5 Mio. Euro (wobei gut ein Viertel des Deltas darauf zurückzuführen ist, dass die Vorstände letztes Jahr wegen der Corona-Krise auf ein Zwölftel ihrer Ansprüche verzichtet hatten). Vorstandschef Christian Sewing kam allen in allem auf ein Salär von 8,8 Mio. Euro, Vizechef Karl von Rohr auf 7,1 Mio. Euro und Asoka Wöhrmann, zuletzt in die Kritik geratener Vorstandschef der Fondstochter DWS, auf 6,9 Mio. Euro.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing