Commerzbank hat voriges Jahr 0,6 Mrd. Euro Gewinn erzielt

13. Februar 2020

Von Christian Kirchner

Die Commerzbank hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Rückgang des Nettogewinns um ein Viertel abgeschlossen, aber die Erwartungen der Analysten übertroffen. Insgesamt steht ein Plus von 644 Mio. Euro zu Buche. Der operative Gewinn blieb quasi unverändert bei 1.248 Mio. Euro. Die Dividende fällt von 20% auf 15%

Hier die Eckdaten des Gesamtjahrs, ihre Veränderung zum Vorjahr sowie die Abweichung vom Analystenkonsens:

Gesamtjahr 2019 vs. 2018 vs. Konsens
Erträge 8.619 0% 0%
Zinsüberschuss 5.074 + 7%  +1%
Provisionsüberschuss 3.056 -1% + 1%
Kosten 6.313 – 2% 0
Regulierungsabgaben 453 7% – 2%
operativer Gewinn 1.248 1% 4%
Nettogewinn 644 – 25% 9%

Quelle: Commerzbank

Die Zahlen legen nahe, dass die Commerzbank weiterhin die Strategie verfolgt, über Volumen und Neugeschäft das unter Druck stehende Ergebnis zu kompensieren – alleine im Firmenkundengeschäft weitete das Institut das Kreditvolumen 2019 um 7% aus, im Privatkundengeschäft gar um 8%.

Das ist allerdings, wie die Zahlen zeigen, ein riskanter Kurs. Denn während das Gesamtergebnis die Erwartungen erfüllt (und die Kernkapitalquote sogar 13,4% betrug statt wie von Analysten erwartet nur 13,1%), wirft gerade die Firmenkundensparte einige Fragen auf. Hier lag der operative Gewinn in Q4 bei nur 42 Mio. Euro – erwartet hatten Analysten 60 Mio. Euro, und selbst dieser Wert war schon reduziert worden. Im Gesamtjahr brach der Gewinn des einstigen Herzstücks um 45% auf 328 Mio. Euro ein, was allerdings auch in Teilen der Tatsache geschuldet ist, dass die abgewickelten Altportfolios keine Beiträge mehr leisten wie noch 2018.

Nach Angaben der Bank betrug das Risikoergebnis alleine in Q4 minus 250 Mio. Euro. Das liegt zwar einerseits grob im Rahmen der Erwartungen. Allerdings führt der Vorstand als Erklärung wie schon im zweiten Quartal „Einzelfälle“ an (genau genommen ist von „Einzelfällen vor allem im internationalen Firmenkundengeschäft“ die Rede). Die Coba hat also ein zwar nicht dramatisches, aber nun schon wiederholtes Problem mit Wertberichtungen. Der Anstieg der Risikovorsorge hat damit aufs gesamte Jahr gesehen (174 Mio. Euro) den Rückgang der Kosten (146 Mio. Euro) mehr als aufgefressen.

Der Wettbewerb in diesem Segment ist in den vergangenen Jahren deutlich härter geworden. Erst vergangene Woche hatte die ING Deutschland mit Zahlen überrascht, laut der sie die Kreditvergabe im Firmenkundengeschäft 2019 nicht mehr ausgeweitet hat. Die Commerzbank hingegen teilte mit, man habe im Segment Firmenkunden 2019 „das Kreditvolumen um 6 Milliarden auf 88 Milliarden Euro gesteigert“.

Hier nochmals ein detaillierter Blick auf das Q4:

Q4 in Mio. Euro Q4 19 vs. Q4 18 vs. Konsens
Erträge 2.173 + 7%  +3%
davon Zinsüberschuss 1.307 + 6% + 4%
davon Provisionsüberschuss 786 + 4% + 3%
davon Bewertungsergebnis 116 0% + 16%
Risikoergebnis 250 – 62% + 3%
Kosten 1.673 + 2% + 5%
Regulierungsabgaben 65 + 3% + 0%
operativer Gewinn 250 + 5% + 18%
Nettogewinn -54

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