Kurz gebloggt

Die Einschnitte im Firmenkunden-Geschäft der Commerzbank

3. Februar 2021

Von Christian Kirchner

Die Commerzbank hat am Mittwochabend nicht nur ihre neue Strategie verabschiedet und einen Verlust in Höhe von „knapp 2,9 Mrd. Euro“ bekanntgegeben – sondern auch Details zum Abbau Umbau des Firmenkundengeschäfts offengelegt (also jener Sparte, bei der nach dem Abgang von Vorstand Roland Boekhout bereits mit deutlichen Einschnitten gerechnet worden war). Hier ein rascher Überblick:

  • Die Commerzbank will sich aus 15 internationalen Märkten zurückzuziehen und somit die Präsenz auf knapp 40 Länder reduzieren
  • Der Fokus soll künftig noch stärker auf dem deutschen Mittelstand sowie hiesigen Großunternehmen liegen …
  • … wohingegen Auslandskunden  nur noch dann betreut werden, wenn sie einen „Geschäftsbezug zu Deutschland“ mitbringen oder in „ausgewählten Zukunftsbranchen“ aktiv sind
  • Zudem will sich die Commerzbank „auf Kunden fokussieren, bei denen ein komplexer Beratungsbedarf besteht und dies profitabel möglich ist“

Mit anderen Worten: Etliche Firmenkunden werden künftig durchs Raster fallen. Zum Ausglich will die Commerzbank ein „Direktbankangebot für Firmenkunden mit einem standardisierten Produkt- und Beratungsbedarf“ aufbauen.

Auch die Aktivitäten im Investmentbanking werden drastisch zurückgefahren. Das sogenannte Eigen-Kapitalmarktgeschäft (ECM) sowie die Begleitung von Fusionen und Übernahmen (M&A) sollen künftig zu einer „Exklusivleistung“ für Firmenkunden in Sondersituationen wie etwa der Unternehmensnachfolge werden. Für den Aktienhandel und -vertrieb sowie das Aktien-Research würden „Kooperationen geprüft“ – eine Formulierung, die suggeriert, dass diese Bereiche zur Disposition stehen und künftig nicht mehr zum Kerngeschäft gehören.

Weitere Details der Strategie will die Commerzbank am 11. Februar in der Bilanz-Pressekonferenz und taggleich in Investoren.Konferenzen vorstellen.

Alles, was Sie zur neuen Strategie der Commerzbank wissen müssen

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