News

Die IKB liefert starke Zahlen – verfehlt aber ihre Kostenziele

Die jahrelang darbende IKB hat mit ihren 2021er-Zahlen die offenbar nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone bestätigt. Basierend auf einem Zinsüberschuss in Höhe von 221 Mio. Euro und einem Provisionsüberschuss von 26 Mio. Euro erwirtschaftete das auf Firmenkunden spezialisierte Düsseldorfer Institut ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 104 Mio. Euro. Auf einen Pro-Forma-Vergleich mit dem Vorjahr verzichtete die IKB bei der Darstellung ihres Zahlenwerks. So blieb uns nur, die Ergebnisse aus dem neunmonatigen Rumpfgeschäftsjahr 202o (April-Dezember) vulgäranalytisch hochzurechnen (also erst durch drei teilen und dann mit vier multiplizieren), um auf diese Weise zumindest zu einer groben Vergleichbarkeit zu kommen. Heraus kam …

  • Zinsergebnis: +0,5%
  • Provisionsergebnis: -2,6%
  • Verwaltungsaufwendungen: -2,7%
  • Vorsteuerergebnis: plus 24% zum Vorjahr (u.a. dank gesunkener Risikovorsorge und leicht höherem sonstigen Ergebnis)

Tatsächlich ist an den Zahlen (soweit auf Basis die Pressemitteilung erkennbar) so wahnsinnig viel nicht auszusetzen. Allerdings verfehlte die IKB mit Verwaltungsaufwendungen von 135 Mio. Euro ihr noch im Sommer bestätigtes Kostenziel (130 Mio. Euro) und blieb in der Folge auch bei der Cost-Income-Ratio (55%) ein wahrnehmbares Stück über dem Zielwert (“leicht über 50%”). Die Eigenkapitalrendite blieb mit 8,3% ebenfalls hinter dem Planwert von 9% zurück, was die Bank in ihrer Mitteilung allerdings in erster Linie darauf zurückführte, dass die Steuerbelastung höher ausfiel als erwartet (konkret: die IKB zahlte 18 Mio. Euro Steuern, wodurch sich ein Nachsteuerergebnis von 84 Mio. Euro ergab).

Etwas überraschend strich die IKB, die eigentlich immer 60-80% ihres Gewinns an den Eigentümer, also an den US-Investor Lone Star ausschütten will, die geplante Dividendenzahlung. Begründet wurde dieser Schritt mit der “gegenwärtigen Markt- und Risikosituation” – was vermutlich heißen soll: u.a. mit dem Krieg in der Ukraine. Die harte Kernkapitalquote schwillt durch die Entscheidung auf 16,6% an; eigentlich hatte die IKB hier nur mit 13% kalkuliert.

Die IKB war jüngst in die Schlagzeilen geraten, weil sie ihren frisch gewonnenen Digitalchef Ralph Müller gleich wieder an die ING Diba verloren hatte. Dabei hatte Müller die IKB eigentlich zur Plattform-Bank machen sollen, siehe unser Podcast aus dem Dezember:

Die Wette der IKB: Lassen sich KMU-Kredite plattformisieren?

To top