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Dt. Bank erwartet Zins-Crash +++ Rascher EZB-Schritt? +++ Marktzinsen bröckeln

Als wir am Dienstag in unserem Podcast die große „Abwärts-Zinswende“ ausriefen – da war das selbstverständlich allein auf die Zinsergebnisse der Banken bezogen. Wir meinten nicht: das allgemeine Zinsniveau da draußen. Und erst recht nicht: den EZB-Leitzins. Aus heutiger Sicht gesprochen (immerhin sind wir jetzt zwei Tage weiter!!!): Kann es sein, dass wir vorgestern ein bisschen zu defensiv unterwegs waren???

Dazu muss man wissen: Am Markt bröckeln die Zinsen schon seit 2-3 Wochen. Das merkt der kleine Mittelständler, der bei der Hausbank für sein dreimonatiges Termingeld keine 3,1% mehr bekommt, sondern nur noch 2,9% (und sogar nur 2,8%, wenn er auf sechs Monate geht); und das merkt der Retail-Zinsjäger, dem laut „Tagesgeldvergleich.net“ aktuell im Schnitt noch 3,23% für zweijähriges Festgeld geboten werden – vier Basispunkte weniger als Anfang November.

Nun befinden wir uns hier, zugegebenermaßen, im Promillebereich. Weshalb wir das Fass heute Früh auch nicht aufmachen würden, wäre nicht die Research-Abteilung der Deutschen Bank gestern Mittag mit einer einschneidenden Zins-Studie auf den Markt gekommen. „Früher, schneller, weiter, deutlicher“, ist der Analysten-Report überschrieben, und der Inhalt lautet kurz zusammengefasst:

  1. Rechnete die Deutsche Bank bislang erst für September 2024 mit einer ersten Senkung der EZB-Leitzinsen – so geht man jetzt von April aus (mit einer „signifikanten Chance“, dass es sogar schon im März so komme); und …
  2. Per Ende 2024 könnte der Notenbankzins bereits um 150 Basispunkte unter dem heutigen Niveau liegen. Tatsächlich ist das keine singuläre Meinung. Sondern fast schon der neue Marktkonsens (was wiederum an den aktuell rapide fallenden Inflationserwartungen liegt).

Könnte also sein, dass jetzt doch alles erstaunlich schnell geht mit der richtigen „Abwärts-Zinswende“. Was einigen Banken zu denken geben sollte – zumindest denen, deren Ertragsziele unter anderem auf der Erwartung eines länger anhaltenden Zinshochs beruhen.

Für die Banken beginnt die Abwärts-Zinswende – was sind die Folgen?

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