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Eine Volksbank mit 1.326 Vorständen. Plus: Sparda-Revolte scheitert

13. Januar 2022

Von Heinz-Roger Dohms*

Exklusiv: Revoluzzer verpassen Mehrheit bei Sparda München

Bei der Wahl zur Vertreterversammlung der Sparda-Bank München hat die Freie Liste – ein Bündnis unabhängiger Mitglieder, die bei der Genossenschaftsbank mehr Mitsprache fordern und sich seit Jahren Scharmützel mit der Führung liefern – die erhoffte Revolution verpasst (siehe zum Hintergrund unser großes Stück -> Wie Rebellen die Sparda-Bank München kapern wollen): Von 227 Vertretern stellen die Rebellen im formal wichtigsten Gremium der Bank künftig 81 Vertreterinnen und Vertreter, sprich knapp 36%. Das ist nicht die Mehrheit, aber immerhin erneut mehr als bei der Wahl zuvor (nach 17% im Jahr 2011 und 32% in 2016). Zudem war die Freie Liste nur in neun von zehn Wahlbezirken angetreten. Dort, wo sie antrat, erreichte sie nach eigenen Angaben zwischen 33% und 48% (und im Schnitt fast 40%). Insgesamt wurden laut Sparda-Bank 49.990 Stimmen abgegeben, dies entspreche einer Wahlbeteiligung von 16,6% – ein für solche Wahlen recht hoher Wert, zu dem „unsere Aktivitäten sicher beigetragen haben“, wie es bei der Freien Liste heißt. Diese hofft nun auf eine „konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der genossenschaftlichen Idee“.

Eine Volksbank mit umgerechnet mehr als 1.300 Vorständen

Bei der 2020 aus dem Zusammenschluss der Genobanken in Münster, Greven und Steinfurt hervorgegangenen Volksbank Münsterland Nord* sind die drei Generalbevollmächtigten Dietmar Dertwinkel, Jürgen Feistmann und An­dreas Hartmann in den Vorstand aufgestiegen. Damit zählt das Institut nun sieben Vorstände und somit ungefähr einen Topmanager je 1 Mrd. Euro Bilanzsumme (Verwaltungsräte sind es übrigens sogar 27, also etwa vier Aufseher je 1 Mrd. Euro Bilanzsumme). Zur Einordnung: Die Deutsche Bank käme bei einer identischen Spitzenkräfte-Geschäftsvolumen-Relation aktuell auf 5.115 Aufsichtsräte sowie 1.326 Vorstände. Wobei man fairerhalber hinzufügen muss: Hätte die Deutsche Bank 1.326 Vorstände, fände sich darunter ganz sicher auch die ein oder andere Vorständin. Das ist bei der Volksbank Münsterland Nord nicht der Fall. Zumindest in dieser Hinsicht zeigt sich das Institut also offenbar kostenbewusst.


*Unter Mitwirkung weiterer Redaktionsmitglieder

*In der Ursprungsversion dieses Artikels hatten wir die „Volksbank Münsterland Nord“ versehentlich als „Volksbank Münsterland Ost“ bezeichnet. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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