von Hermann Kohlhaus und Clemens Behr, 9. Juni 2026
Als die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg, die Rheingauer Volksbank und die Raiffeisenbank Niederwallmenach im Januar ihre geplante Dreierhochzeit verkünden, wird an Fusions-Folklore nicht gespart. Von einer Bündelung der Kräfte ist die Rede, von einer nachhaltigen Aufstellung und davon, die „regionale Selbständigkeit“ zu sichern.
Was bei der Vorstellung des Großprojekts (das kumulierte Kundenvolumen beträgt fast 10 Mrd. Euro) indes galant verschwiegen wird, das ist die Tatsache, dass zumindest einer der drei Partner reichlich geschwächt in die Fusionsgespräche eintritt – nämlich die Rheingauer Volksbank. Diese hatte in den letzten Jahren ihre Bilanzsumme nahezu verdreifacht, dabei aber offenbar vergessen, die Erträge mitwachsen zu lassen. Im Geschäftsjahr 2024 lag das Betriebsergebnis vor Bewertung gerade mal noch bei 0,38% der durchschnittlichen Bilanzsumme. Damit verfehlte das im hessischen Geisenheim ansässige Institut nicht nur seinen selbstgesteckten Zielkorridor (0,6%-0,8%), sondern blieb auch weit hinter dem BVR-Durchschnitt (0,95%) zurück.
Ein Einzelfall? Nein, womöglich sogar die Regel.
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