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Geplatzte Geno-Fusionen im Überblick – und weitere Snippets

9. Juni 2022

Von Georgia Hädicke

Im April 2022 sind (fast) so viele Geno-Fusionen geplatzt wie 2021 insgesamt

Über gescheiterte Volksbank-Fusionen halten wir Sie ja in regelmäßigen Abständen auf dem Laufenden (siehe etwa hier und hier). Zuletzt beschlich selbst uns aber das Gefühl, als würden sich Meldungen dieser Couleur etwas arg häufen. Und Tatsache! – Eine zusammengestellte Liste (siehe unten) der missglückten Fusionen seit Anfang 2021 zeigt: Im April dieses Jahres wurden gleich drei Fusionen im genossenschaftlichen Sektor für gescheitert erklärt und eine auf absehbare Zeit aus Eis gelegt.

Das mag absolut erstmal keine imposante Zahl sein (zumal man bedenken muss, dass mehr als 50 Geno-Institute dieses Jahr noch fusionieren wollen, siehe hier). Stellt man dem allerdings gegenüber, dass im ganzen Jahr 2021 insgesamt fünf Volksbank-Fusionen scheiterten, so ist das doch schon ein bisschen bemerkenswert. Zumal vor dem Hintergrund unserer Recherche -> “Das Volksbank-Beben: Gericht stellt Procedere bei Geno-Fusionen infrage” von Ende Februar.

Fairerweise muss man sagen: Wir sprechen hier nur von den Fusionen, die ein Stadium erreichten, in dem es schon eine gewisse Öffentlichkeit und damit auch die Notwendigkeit einer öffentlichen Erklärung gab.

Wie dem auch sei – hier der Überblick gescheiterten Geno-Fusionen 2021 und 2022:

Zeitraum Beteiligte Institute Stadium Kumulierte Bilanzsumme* in Mrd. Euro
April 2022 Bank für Kirche und Caritas und DKM Darlehnskasse Münster Verhandlungen bis 2023 pausiert 10,9
April 2022 Gestalterbank Villingen-Schwenningen und Volksbank Rhein-Wehra Abbruch der Sondierungsgespräche 12,4
April 2022 Vereinigte Volksbanken (Böblingen u.a.) und Volksbank Leonberg-Strohgäu Sondierung abgebrochen; vor Vertreterversammlung 6,8
April 2022 Volksbank Neckartal und Heidelberger Volksbank Abbruch der Sondierungsgespräche 4,5
Oktober 2021 Volksbank Bocholt und die VR-Bank Westmünsterland Keine 75%-Mehrheit in Vertreterversammlung in Bocholt 4,5
Juli 2021 Volksbank Hamm und Rosbacher Raiffeisenbank Sondierung abgebrochen; vor Mitgliederversammlung 0,2
Juni 2021 Raiffeisenbank Bruck und VR-Bank Regensburg-Schwandorf Keine Zustimmung in Mitgliederversammlung 1,6
Mai 2021 VR Bank Westküste, VR-Bank Neumünster und Raiffeisenbank Handewitt Westküste und Handewitt fusionierten; Neumünster blieb außen vor und heißt seither zur “VR Bank zwischen den Meeren” 3,6
April 2021 Volksbank Heinsberg und Aachener Bank Nach Sondierung abgebrochen 3,0

Quelle: Eigene Recherche


Weitere Schnipsel von Genobanken und Sparkassen: 

  • Die Hamburger Volksbank folgt anderen Genobanken bei dem Versuch, durch Mieteinnahmen die Ertragsbasis zu verbreitern. So will das Institut in ein Neubauprojekt im Stadtteil Hammerbrook nun 70 Mio. Euro investieren – und erhofft sich hieraus künftig jährliche Mieteinnahmen von 2,4 Mio. Euro (was einer Mietrendite von rund 3,4% entspräche). Zuletzt kamen die Hanseaten auf Mieteinkünfte von 2,7 Mio. Euro p.a. BÖZ (Paywall)
  • Hamburger Volksbank (II): Dass bei den Geno-Nordlichtern im Stammgeschäft i.d.T. ein bisschen wenig rumkommt, verdeutlicht der Blick in die dieser Tage veröffentlichten Geschäftszahlen. Zwar erholte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung deutlich, nämlich von 15 Mio. Euro auf immerhin 25 Mio. Euro. Gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme von knapp 4,5 Mrd. Euro entsprach das aber trotzdem nur einem eher mittelprächtigen Wert von 0,56%.
  • Bei den sechs saarländischen Sparkassen hat sich das Betriebsergebnis vor Bewertung im Geschäftsjahr 2021 auf 0,54% der durchschnittlichen Bilanzsumme verschlechtert (Vorjahr: 0,60%), zeigen Daten des zuständigen Regionalverbands.
  • Zum groben Vergleich: Bei der Sparkasse Münsterland Ost (mit einer Bilanzsumme von 12,5 Mrd. Euro eine der größten NRW-Sparkassen überhaupt) gab es diese Woche ebenfalls 2021er-Zahlen zu begutachten. Das Betriebsergebnis vor Bewertung hier: 0,76% der DBS.

War’s das Depot A? Genos lassen 12-Mrd.-Euro-Fusion platzen


* Bei Fusionen aus dem Jahr 2021 liegt die Bilanzsumme von 2020 zugrunde, bei 2022er Fusionen die Bilanzsumme aus 2021

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