Kurz gebloggt

Haspa sucht Frau. Und findet Mann. Wie kann das sein?

2. April 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Rund anderthalb Jahre hatte der Aufsichtsrat der Hamburger Sparkasse Zeit, einen weiblichen Vorstand zu finden, um der eigenen Zielmarke (unter den fünf Vorständen sollte wenigstens eine Frau sein) gerecht zu werden. Gefunden haben die Herren Aufsichtsräte indes, wie gestern berichtet: einen Mann. Auf unsere Nachfrage, was denn da schiefgelaufen ist, bekamen wir zur Antwort: Der AR habe die Aufgabe gehabt, den frei werdenden Vorstandsposten „mit der für die Haspa besten Lösung zu besetzen“ .

Hier nun unser Senf dazu:

  1. Es gibt unzählige Menschen da draußen, die sich zum Themenkomplex „Frauenquote“ fundierter äußern können als wir hier von Finanz-Szene.de
  2. Dem Argument „Besser ein guter Mann als eine schlechte Frau“ würden wir sofort zustimmen. Indes …
  3. Bezogen auf die Gesamtbelegschaft liegt der Frauenanteil der Haspa bei 56%. Gigantischer Teich! Und kein einziger Fisch?
  4. Doch mal angenommen, unter all diesen Haspa-Frauen ist tatsächlich keine einzige, die den hohen Ansprüchen genügt, den die Haspa-Aufsichsräte offenbar an einen Haspa-Vorstand stellen – stellen sich Vorstand und Aufsichtsrat damit nicht selbst ein Armutszeugnis aus?
  5. Zut Not vielleicht mal außerhalb umschauen?
  6. Wenn die Haspa doch wenigstens mit dem Männer-Modell in der Vergangenheit gut gefahren wäre. Doch genau das lässt sich ja (siehe hier, hier, hier, hier und hier) nicht unbedingt behaupten. Wie viel Gewinn hat Deutschlands größte Sparkasse früher nochmal gemacht? 145 Mio. Euro. Und zuletzt? Noch 42 Mio. Euro. Mittelmäßiges Management müsste zur Not doch selbst eine Frau hinkriegen, oder?

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