Hier kommen die Detail-Zahlen der Deutschen Bank in Q1

29. April 2020

Von Christian Kirchner

Der überraschende Quartalsgewinn von 206 Mio. vor Steuern bei der Deutschen Bank geht vor allem auf ein deutlich ausgeweitetes Kreditvolumen sowie eine positiven Überraschung im Investmentbanking zurück. Das zeigen die heute veröffentlichten Details des Q1-Berichts. Insgesamt fuhr die Deutsche Bank das Kreditvolumen im Vergleich zum Vorquartal um 6% (!) und zum Vorjahresquartal um 11% auf 459 Mrd. Euro hoch. Die Investmentbanking-Sparte erwirtschaftete dabei in den ersten drei Monaten einen Gewinn vor Steuern von 622 Mio. Euro – hier hatte die Analystenerwartung bei nur 312 Mio. Euro gelegen. Dabei überraschte die Investmentbanking-Sparte sowohl bei den Erträgen positiv (diese lagen 353 Mio. Euro über den Erwartungen) als auch bei den Kosten (hier unterschritten die Investmentbanker die Konsensschätzung um 81 Mio. Euro).

Wesentliche Eckdaten des Quartalsergebnisses hatte die Deutsche Bank bereits am späten Sonntagabend vorab bekanntgegeben. Dies hatte das Institut tun müssen, weil die Zahlen bei den Erträgen und beim Gewinn deutlich von den Analystenschätzungen abwichen. Zugleich teilte die Bank da aber auch schon mit, dass sie wegen der Kreditausweitung die Ziele für die Kernkapitalquote und den Verschuldungsgrad im Jahresverlauf leicht verfehlen dürfte.

Hier die Quartalszahlen im Detail – und wie sie sich zum Vorjahresquartal und den Analystenerwartungen entwickelt haben.

in Mio. Euro Q1 2019 Analysten-Erwartung Ist Q1 / 2020 +/- zum Vorjahr + / – zum Analysten-Konsens
Erträge 6.351 5.671 6.350 0% +12%
Kosten (bereinigt) 5.930 5.368 5.638 -5% + 5%
Risikovorsorge 140 382 506 +261% +32%
Gewinn vor Steuern 292 9 206 -29% +2189%
Gewinn nach Steuern 201 -358 66 -67%
Cost-Income-Ratio 93,2% 98,2% 88,8%
Kreditvolumen Mrd. € 415 459 11
CET1 Ratio 13,7% 12,8% 12,8%
Leverage Ratio 3,9 4,1 4,0

Die vorgelegten Zahlen sind ein Indiz dafür, dass die Restrukturierung im Investmentbanking bereits erste Früchte trägt und die Bank zudem mit ihrem im Sommer 2019 begonnenen Umbau auf dem richtigen Weg zu sein scheint. Denn zuletzt hatte sich Jahr für Jahr folgendes Muster wiederholt: Die Deutsche Bank sparte zwar bei den Kosten, musste aber stets höhere Ertragsverluste hinnehmen. Abgerundet um ständige Einmaleffekte stand fünf Jahre in Folge ein Verlust zu Buche.

Nun hingegen hat die Bank bei den Kosten markante Fortschritte gemacht (minus 5% zum Vorjahresquartal), aber zugleich die Erträge verteidigt. Diese blieben trotz der Kürzungen im Sommer annähernd unverändert zum Vorjahresquartal. In der so genannten „Kernbank“ aus Investmentbank, Privatbank und Unternehmensbank (ohne Abbaueinheiten) stiegen die Erträge gar um 7% und fiel ein bereinigter Vorsteuergewinn von 1,1 Mrd. Euro an.

Hier ein Blick in die Entwicklung der Spartenergebnisse:

in Mio. Euro Q1 2019 Analysten-Erwartung Ist Q1 /2020 zum Vorjahr zum Analysten-Konsens
Private Bank 214 55 132 -38 140
Corporate Bank -258 180 132 -151 -27
Investmentbank 250 312 622 149 99
Asset Management (DWS) 97 118 110 14 -7

Hier fällt neben der positiven Überraschung im Investmentbanking auch die „Private Bank“ mit dem deutschen Privatkundengeschäft auf. Insgesamt erwirtschaftete der Bereich mit 132 Mio. Euro einen Gewinn über den Erwartungen und schlug hier insbesondere die Ertragserwartungen: 1.994 Mio. Euro hatten Analysten erwartet, 2.162 Mio. Euro sind es letztlich geworden, was die Bank vor allem auf das Geschäft mit vermögenden Kunden im Wealth Management (Erträge plus 9%) zurückführt. Im deutschen Retail-Geschäft mit den Marken Deutsche Bank und Postbank sanken die Erträge leicht um 1% zum Vorjahresquartal.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

 

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing