Deutsche Bank erwirtschaftet 1,2 Mrd. Euro Vorsteuergewinn

27. Oktober 2021

Von Christian Kirchner

Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal einen bereinigten Gewinn vor Steuern von 1,2 Mrd. Euro erzielt und damit die Analystenerwartungen von knapp 1,0 Mrd. Euro deutlich geschlagen. Unbereinigt betrug der Gewinn vor Steuern knapp 0,6 Mrd. Euro. Netto nach Steuern, Umbaukosten und Zinsen auf Nachranganleihen verblieb ein Gewinn von 306 Mio. Euro.

Zustande gekommen ist die positive Gewinnüberraschung, weil die Bank bei den Erträgen leicht positiv überraschte und bei den Kosten die Erwartungen traf. Zum Ergebnis beigetragen hat auch eine mikroskopisch geringe Risikovorsorge von lediglich 117 Mio. Euro bei einem Kreditbuch von 449 Mrd. Euro. Auch dieser Wert fiel deutlich besser aus als erwartet. Winziger Schönheitsfleck: Die Kernkapitalquote fiel mit 13,0% etwas niedriger aus, als Analysten erwartet hatten.

Hier die Detailzahlen mit einem Vergleich zum Vorjahr und dem Analysten-Konsens:

in Mio. Euro Q3 2020 Analysten-Erw. Ist Q3 / 2021 +/- zum Vorjahr  vs. Konsens
Erträge 5.938 5.813 6.040 2 4
Kosten (bereinigt) 4.816 4.642 4.660 -3 0
Risikovorsorge 273 169 117 -57 -31
Gewinn vor Steuern 482 459 554 15 21
Nettogewinn 278 135 306 10 127
Cost-Income-Ratio 85,4% 89,2% 88,9% + 3,5 Ppte. – 0,3 Ppte
CET1 Ratio 13,3% 13,1% 13.0% – 0,3 Ppte. – 0,1 Ppte.
Leverage Ratio 4,4% 4,4% 4,8% + 0,4 Ppte. + 0,4 Ppte.

Bei einer Betrachtung der Gewinnbeiträge der Sparten zeigt sich das bekannte Bild der vorangegangen Quartale: Hauptverantwortlich für die Ertragslage ist das Investmentbanking, das im Q3 exakt 861 Mio. Euro (und damit 72% des bereinigten und >100% des unbereinigten Vorsteuergewinns der Gesamtbank) erwirtschaftete. Allerdings fielen auch die Spartenergebnisse der Private Bank (158 Mio. Euro vor Steuern) sowie der Corporate Bank (292 Mio. Euro vor Steuern) im abgelaufenen Quartal etwas besser aus als erwartet. Auch die internen Bad Bank (Capital Release Unit) überrascht positiv und begrenzte den Verlust auf 344 Mio. Euro.

Allerdings zeigen sich auch die ersten Konsequenzen der Strategie, kein absolutes, sondern nur noch ein relatives Kostenziel bei der Cost-Income-Ratio zu verfolgen. Der Rückgang selbst der um der um die Umbaukosten bereinigten Aufwendungen in der „Kernbank“ (also alle Einheiten außer der Bad Bank) quasi zum Stillstand. Sie lagen mit rund 4,4 Mrd. Euro nur noch 1% niedriger als im Vorjahresquartal und 1% über der Vorjahresperiode – trotz einer konzernweiten Cost-Income-Ratio von 89%, die mithin weit von dem 70%-Ziel für 2022 entfernt ist. Ganz offenbar versucht die Deutsche Bank in die Renditeziele gleichsam hineinzuwachsen – was sich auch in den im Jahresvergleich um 2% gestiegenen Erträgen zeigt.

Hier die Ergebnisse der Sparten im Vergleich zum Vorjahr und den Analysten-Erwartungen:

Q3 2020 Analysten-Erwartung Ist Q3 /2021 vs. Vorjahr vs. Konsens
Private Bank 0 129 158 22
Corporate Bank 185 227 292 58 29
Investmentbank 954 729 861 -10 18
Asset Mgmt. (DWS) 163 197 193 18 -2
Capital Release Unit -427 -493 -344 -19 -30

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