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Deutsche Bank macht 1,7 Mrd. Euro Gewinn vor Steuern

27. April 2022

Von Christian Kirchner

Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal einen Gewinn vor Steuern von 1.658 Mio. Euro erzielt und damit die Schätzungen der Analysten annähernd getroffen. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 1.187 Mio. Euro – nach Angaben des Instituts der höchste Quartalsgewinn seit 2013. Positive Überraschungen wie die Commerzbank am Vorabend (siehe -> Commerzbank legt sensationelle Ertragszahlen fürs Q1 vor) hatte die Deutsche Bank indes keine in petto.

Die Zahlen stützen einerseits die These, dass die Deutsche Bank noch alle Chancen hat, im laufenden Jahr ihre Finanzziele von 8% Eigenkapitalrendite und einer Cost-Income-Ratio von unter 70% zu erreichen. Andererseits ist die Abhängigkeit vom Investmentbanking unverändert hoch, obwohl nun bankenweit die Umbauarbeiten weitgehend abgeschlossen und die dafür anfallenden Kosten zum allergrößten Teil verbucht sind (hier fielen nur noch 38 Mio. Euro Transformationskosten an). Letztlich trug das Investmentbanking 91% zum gruppenweiten und 62% des kumulierten Sparten-Vorsteuergewinns bei. Dass die Deutsche Bank weiter fest plant, in ihre Ziele sozusagen hineinzuwachsen, lässt sich auch daran ablesen, dass das Institut sowohl bei den Kosten als auch den Erträgen jeweils gut 300 Mio. Euro oberhalb der Analysten-Erwartungen lag (siehe hierzu auch aus dem Januar unsere Analyse -> Erträge, Erträge, Erträge: Das riskante Spiel der Deutschen Bank).

Wie die Deutsche Bank jenseits des Investmentbankings abschnitt

Bei den Spartenergebnissen ergibt sich ein gemischtes Bild: Alle Kernbank-Einheiten überraschten leicht positiv, hier stach vor allem die Private Bank heraus, die mit 419 Mio. Euro Gewinn vor Steuern den Analysten-Konsens (291 Mio. Euro) deutlich schlug. Allerdings fielen die Verluste in der Einheit “Corporate & Other” sowie in der internen Abbaubank (“Capital Release Unit”) jeweils höher aus als erwartet – in der “Corporate & Other”-Einheit sogar über 200 Mio. Euro höher.

Auch die Kernkapitalquote – eine wichtige Kennziffer, wenn es um die künftige Dividendenfähigkeit der Bank geht – lag mit 12,8% zum Quartalsende unter dem Analysten-Konsens von 13,0% und unter den 13,2% des Vorquartals. Die Deutsche Bank erklärte, der Rückgangs sei auf “Modellanpassungen der Europäischen Zentralbank” zurückzuführen. Außerdem sei es in Verbindung mit dem Krieg in der Ukraine zu einem “negativen Effekt bei Kreditbewertungen und zu höheren Anpassungen bei der […] Bewertung der zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerte” gekommen. Weitere unerwartete negative Effekte aus dem Ukraine-Krieg gab es indes nicht, das Risikoergebnis fiel mit minus 292 Mio. Euro annähernd wie erwartet aus.

Hier die Übersicht der wichtigsten Kennziffern:

in Mio. Euro Q1 2021 Analysten-Erwartung Ist Q1 / 2022 +/- zum Vorjahr in Prozent + / – zum Analysten-Konsens
Erträge 7.233 7.034 7.328 1 4
Kosten 5.574 5.029 5.377 -4 7
Zinsüberschuss 2801 2.877 3
Risikovorsorge 69 -281 -292
Gewinn vor Steuern 1589 1714 1.658 4 -3
Nettogewinn 1002 1059 1.187 18 12
Cost-Income-Ratio 77,1 72,9 73,4 -3,7 + 0,5
Total Assets (Mrd.) 1.317 1,339 1.343 2 0
RoTE in % 7,4 6,8 8,1 0,7 1,3
CET1 Ratio in % 13,7 13,0 12,8 -0,9 -0,2
Leverage Ratio 4,6 4,6 4,6 0 0

Und hier die Spartenergebnisse:

in Mio. Euro Q1 2021 Analysten-Erwartung Ist Q1 / 2022 zum Vorjahr in Prozent zum Analysten-Konsens in Prozent
Private Bank 271 291 419 55 44
Corporate Bank 233 256 291 25 14
Investmentbank 1.489 1348 1.509 1 12
Asset Management (DWS) 184 204 206 12 1
Capital Release Unit -410 -271 -339 -17 – 25
Corporate & Other -178 -206 -428 140 – 108

Commerzbank legt sensationelle Ertragszahlen fürs Q1 vor

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