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Deutsche Bank weist dank Steuergutschrift fast 5 Mrd. Euro Nettogewinn aus

Die Deutsche Bank hat im abgelaufenen Jahr einen Nettogewinn von knapp 4,8 Mrd. Euro erwirtschaftet – und damit rund eine halbe Mrd. Euro mehr als Analysten erwartet hatten. Wesentlicher Treiber war ein in dieser Höhe unerwartetes positives Steuerergebnis von plus 731 Mio. Euro im Schlussquartal. Der Sondereffekt fußt nach Angaben der Bank auf „positiven Bewertungs-Anpassungen“ bei Steueransprüchen in der Größenordnung von rund 1 Mrd. Euro aufgrund einer unerwartet starken Geschäftsentwicklung im UK-Geschäft.

Das vierte Quartal verlief ebenfalls leicht über den Erwartungen: Der Gewinn vor Steuern betrug 698 Mio. Euro, das waren 9% mehr als erwartet – zugleich allerdings auch 10% weniger als im Vorjahr.

Die 4,8 Mrd. Euro stellen im Vergleich zu 2022 ein Minus von 14% dar. Wesentliche Ursachen:

  1. Im Investmentbanking (das im Q4 sogar in die roten Zahlen rutschte) läuft’s nicht mehr; siehe auch weiter unten.
  2. Die Effekte der Zinswende laufen nun allmählich aus. Der Peak wurde bereits im ersten Halbjahr überschritten. Im Schlussquartal sank das Zinsergebnis auf Konzernebene auf nur mehr 3,344 Mrd. Euro – ein Minus von 4% zum Vorquartal und bereits von 14% zum Vorjahresquartal.

Beim Blick auf die Spartenergebnisse gab es in der Private Bank (die aufgrund des Umbaus und der Postbank-Probleme weitere 93 Mio. Euro für Restrukturierungen verbuchte) die inzwischen schon seit mehreren Quartalen rituelle, wenngleich leichte Verfehlung der Erwartungen; hier lag der Gewinn vor Steuern im Q4 mit 215 Mio. Euro um 3% unter den Erwartungen und mehr als die Hälfte unter dem Vorjahr.

Wie in den Vorquartalen auch entpuppt sich die Corporate Bank weiter als Gewinnmaschine. Hier lag der Gewinn vor Steuern bei 685 Mio. Euro (6% unter dem Vorjahresquartal, aber 4% über den Erwartungen). Streng rechnerisch hat die Sparte im Schlussquartal den kompletten Vorsteuergewinn der Gesamtbank von 698 Mio. Euro geliefert; bezogen aufs Gesamtjahr liegt der Anteil der Corporate Bank am Vorsteuerergebnis der Gesamtbank bei 52%.

Die Investmentbank rutschte mit einem Minus von 258 Mio. Euro überraschend in die roten Zahlen. Hier hatten Analysten für das Schlussquartal mit einer schwarzen Null gerechnet.

Deutlich besser lief es hingegen in der Sparte Corporate & Other, in der auch die einstige interne Abbaubank aufgegangen ist. Hier war ein Verlust von 362 Mio. Euro erwartet worden – letztlich produzierte die Einheit nur 14 Mio. Euro Verlust.

Nach vorne blickend kündigte die Bank an, ihr Ziel einer Ausschüttung von 8 Mrd. Euro für die Jahre 2021 bis 2025 übertreffen zu wollen. Für 2024 trägt sie dieser neuen Zielsetzung unter anderem mit einem weiteren, bereits genehmigten Aktienrückkauf von 675 Mio. Euro (2023: 450 Mio. Euro) sowie einer Dividende für 2023 von 0,45 Euro (für 2022 waren es 0,30 Euro) Rechnung.

Das Quartal im Überblick:

in Mio. Euro Analysten-Erw. Q4/23 Q4 / 2023 vs. Q4/2022 vs. Analysten-Erw. in %
Konzernebene
Erträge 6.781 6.658 + 5% – 2%
Kosten 5.725 5.472 + 5% – 4%
Gewinn vor Steuern 641 698 – 10% + 9%
Nettogewinn 833 1.399 – 28% + 68%
CET1 Ratio 13,7% 13,7% + 0,3 Ppt. 0
Cost-Income-Ratio 75,6% 82,2% 0 + 6,6 Ppte.
Leverage Ratio 4,7% 4,5% + 0,1 Ppt. – 0,2 Ppte.
Sparten;
VorsteuerG-ewinn …
… Investment Bank 3 -258
… Corporate Bank 659 685 -6% + 4%
… Private Bank 221 215 – 58% – 3%
… Asset Mgmt / DWS 157 70 – 21% – 55%
… Corp / Other -362 -14 – 97% – 96%

–––

Das Jahr im Überblick:

in Mio. Euro 2023 vs. 2022 vs. Erwartung
Erträge 28.879 + 6% 0
Kosten 21.695 + 6% – 1%
Gewinn vor Steuern 5.678 + 2 + 1%
Nettogewinn 4.772 – 14% + 13%
Sparten:
Vorsteuer-Gewinn …
… Investment Bank 1.836 – 43 % -14
… Corporate Bank 2.984 +64 % 1
… Private Bank 1.015 – 41% -1
… Asset Mgmt / DWS 396 – 32% -20
… Corp / Other -553 – 68% -37

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