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Deutsche Bank erzielt 1,6 Mrd. Euro Vorsteuergewinn

28. April 2021

Von Christian Kirchner

Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal einen Gewinn vor Steuern von 1,6 Mrd. Euro erzielt und damit die Analystenerwartungen (1,3 Mrd. Euro) sehr deutlich geschlagen. Unter dem Strich verdiente das Institut 1 Mrd. Euro. Auch das lag gut 300 Mio. Euro über den Schätzungen von 670 Mio. Euro. Besonders stechen vor Steuern die Investmentbank (1.490 Mio. Euro) und das Privatkundengeschäft (274 Mio. Euro) hervor – sie schlugen den Analystenkonsens jeweils um mehr als 100 Mio. Euro. In der internen Abbaueinheit „Capital Release Unit“ fiel der Verlust mit 410 Mio. Euro gut 150 Mio. Euro niedriger aus als erwartet.

Dabei trugen – anders als in den Vorquartalen – nicht gesunkene Kosten, sondern gestiegene Erträge die Hauptverantwortung für das starke Ergebnis. Konzernweit lagen die Einkommen rund eine halbe Mrd. Euro über den Erwartungen. Im Einzelnen:

  • Das Investmentbanking verzeichnete einen Anstieg der Erträge um 32% zum Vorjahresquartal, hier nennt die Deutsche Bank das „Wachstum im Kredithandel und im Finanzierungsgeschäft“ als Grund
  • In der Private Bank blieben die Erträge nahezu unverändert zum Vorjahr (+1%) – hier hatten Analysten aber mit einem Rückgang gerechnet. Die Bank führt hier die Beteiligung am TLTRO-III-Programm der EZB und höhere Provisionseinnahmen im Versicherungsgeschäft als Grund für die positive Entwicklung an
  • In der „Kernbank“ insgesamt (also alle Bereich zusammen, nur ohne die interne „Bad Bank“) legten die Erträge zum Vorjahr um 12% zu bei zugleich kaum veränderten (+3%) Kosten. Das erklärt dann auch den Gewinnsprung von der schwarzen Null im Vorjahresquartal auf die 1 Mrd. Euro Nettogewinn.

Bedingt durch die starke operative Entwicklung verbesserte sich auch die Kapitalquote (CET1-Ratio). Sie liegt nun bei 13,7% – verglichen mit 13,6% zum Jahresende und 12,8% im Vorjahresquartal. Auch hier wurden die Erwartungen um 0,4 Prozentpunkte übertroffen. Die Cost-Income-Ratio lag bei 77%.

Einen gewissen Erklärungsbedarf in den heutigen Analystenkonferenzen dürfte die Deutsche Bank allerdings mit Blick auf ihre Verschuldungsposition in der „Bank Bank“ haben. Das sogenannte „Leverage Exposure“ der Einheit stieg zum Jahresende um 9 Mrd. Euro auf 81 Mrd. Euro. Den Anstieg führt die Bank darauf zurück, dass der Einheit – wie bei der Investoren-Veranstaltung im Dezember angekündigt – stufenweise ein größerer Anteil an den zentralen Liquiditätsreserven zugewiesen wird. Hinzu allerdings kamen, so die Bank etwas nebulös,  „höhere Positionen im Hedgefonds-Geschäft“. Konzernweit lag die „Leverage Ratio“ zum Quartalsende bei 4,6% versus 4,4% in der Analystenerwartung.

Hier die wichtigsten Detailzahlen:

in Mio. Euro Analysten-Erw. Q1/2021 tatsächlich: Q1 / 2021 vs. Analysten-Erw. in %
Konzernebene
Erträge 6.653 7.233 9%
Kosten (bereinigt) 5.208 5.439 4%
Gewinn vor Steuern 1.298 1.589 22%
Nettogewinn 670 1.002 50%
Cost-Income-Ratio 81% 77% -4 % Pkte.
CET1 Ratio 13,30% 13,7% + 0,4 % Pkte
Leverage Ratio 4,4 4,6 + 0,2 %-Pkte.
Spartenergebnisse
Vorsteuergewinn
… Investment Bank 1357 1490 10%
… Corporate Bank 182 229 26%
… Private Bank 158 274 73%
… Asset Mgmt/DWS 166 183 10%
… CRU/Bad Bank -564 -410 -27%

Eine ausführlichere Einordnung mit allen Zahlen folgt gegen 7:30 Uhr.

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