Aus der Szene

Horror-Statistik zum Filialabbau: Hat sich die Bundesbank verzählt?

28. April 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Es war die News des gestrigen Tages. Aber stimmt sie überhaupt?

Also: Wie die Bundesbank gestern Vormittag mitteilte, soll sich die Zahl der Bankfilialen hierzulande im vergangenen Jahr um 11,5% (!) verringert haben, das prozentual höchste jemals verzeichnete Minus. Einerseits kam uns die Nachricht intuitiv plausibel vor (siehe unsere Filial-Massaker-Analysen hier und hier), andererseits dachten wir: Hä? Heißt es nicht immer, gut 2/3 der Niederlassungen entfallen auf Sparkassen und Genos? Und hatten die nicht (-> „Der ultimative Vergleich zwischen Sparkassen und Volksbanken“) Rückgänge von lediglich 7,8% respektive 8,3% vermeldet … Wie krass müssen denn dann die privaten Banken geholzt haben?

Die geschätzte Kollegin Atzler vom „Handelsblatt“ (Paywall) dröselte dann als erste auf, wo der mutmaßliche Fehler gelegen hat. Laut Bundesbank-Mitteilung (siehe hier) hat nämlich allein die Deutsche Bank 1.381 Filialen abgebaut. Dabei hat die überhaupt nur rund 1.300 Zweigstellen, inklusive Postbank. Und dichtgemacht wurden davon gerade mal rund 40 letztes Jahr.

Vielleicht fragen wir heute mal nach bei der Buba. Wenn sie sich nicht eh von sich aus meldet …

Wird die Corona-Krise zum Todesurteil fürs Filialgeschäft?

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