Exklusiv

HSBC-Hammer: Von Schmettow scheidet aus, Salsano folgt

11. März 2021

Von Christian Kirchner

Paukenschlag bei der HSBC Deutschland: Die seit 2015 amtierende bisherige Vorstandsvorsitzende Carola Gräfin von Schmettow wird von ihrem Posten zurücktreten und nimmt sich dem Vernehmen nach eine „Auszeit“, wie Finanz-Szene.de von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr – und HSBC am Mittag in einer Pressemitteilung bestätigte. Nachfolger wird zum 1. Mai der bisherige Firmenkundenchef Nicolo Salsano. Die Beschäftigten wurden den Wechsel am Morgen in einem digitalen Townhall-Meeting informiert.

Der künftige CEO Nicolo Salsano ist seit 2018 Leiter des Geschäftsbereichs Corporate and Institutional Banking und und konnte in dieser Position zuletzt eine Ergebnisverbesserung für sich verbuchen. So hat die HSBC Deutschland  laut jüngst vorgelegten Zahlen vor allem von den Geschäften in der Wertpapierabwicklung und im Investmentbanking profitiert. Hatte das Institut noch im Sommer einen Ergebnisrückgang für 2020 angekündigt, so kletterte der Nettogewinn stattdessen verglichen mit dem Vorjahr um 29% auf 187 Mio. Euro. Vor Steuern und Kosten für das Restrukturierungs-Programm fiel das Plus mit 40% auf 239 Mio. Euro sogar noch deutlicher aus. Salsano war vor seinem Antritt bei HSBC Deutschland zwischen 2013 als 2018 bei der Credit Suisse im Investmentbanking.

Die HSBC Deutschland ist seit 2020 vollständig im Besitz der britischen Mutter HSBC, die in Düsseldorf seitdem ungestört alleine durchregieren kann. Die britische Großbank hatte dem Minderheitseigner LBBW vergangenes Frühjahr dessen Anteil von 19% zu einem unbekannten Preis abgekauft und die verbliebenen knapp 1% freier Aktionäre per Squeeze-Out herausgedrängt. Der letzte Börsenwert vor Ende des Börsenhandels nach dem Squeeze-Out-Verfahren war 2,8 Mrd. Euro.

Carola Gräfin von Schmettow war 2015 zur obersten Bankerin des Instituts mit 29 Mrd. Euro Bilanzsumme und rund 2.900 Mitarbeitern aufgestiegen.  Laut Finanz-Szene.de-Information hieß es am Morgen vor der Belegschaft, für eine Auszeit gebe es „nie einen richtigen Zeitpunkt“. Im Umkehrschluss sei aber damit auch „jeder Zeitpunkt richtig“.

HSBC Deutschland erwägt Schließung von Niederlassungen

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