Aus der Szene

Immer die böse IT: Chaos-Tage bei Sparda- und Volksbanken

11. November 2019

Von Christian Kirchner

Warum macht Finanz-Szene.de so viel über die Sparkassen, aber so wenig über die Genobanken, werden wir manchmal gefragt. Um es kurz zu machen: Kritik ist angekommen. Hier ein kleines Potpourri aus dem blauen Sektor:

 IT-Panne bei der Fiducia GAD schließt hunderttausende Geno-Kunden von ihrem Online-Zugang aus. Nach Informationen von Finanz-Szene.de sind bei mehr als einem Dutzend VR-Banken die Kunden am Sonntag und bis weit in den Montag hinein nicht an ihre Online-Konten gekommen. Betroffen waren laut allestoerungen.de und Leserzuschriften unter anderem die großen Volksbanken Köln/Bonn, Rhein-Ruhr und Rhein-Sieg. Der Grund des Malheurs? Ein Update durch den genossenschaftlichen IT-Dienstleister. Wobei die Fiducia GAD das Ganze so erklärt, dass es überall dort Probleme gegeben habe, wo ein Drittdienstleister für die Implementierung des Updates verantwortlich gewesen sei.

Und wo wir schon mal dabei sind: Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sind nicht zufällig Kunden bei der Sparda Südwest? Weil, wenn doch: Dann überdenken Sie besser mal, ob sie nicht vielleicht noch ein paar Kilo Kartoffeln, Dosenravioli und ausreichend Trinkwasser bunkern. Denn: Im Zuge des Wechsels des IT-Dienstleisters hin zur Fiducia GAD (ja, die schon wieder …) hat die Bank ihre Kunden vorsorglich informiert, dass sie von Donnerstag aNcht an für vier Tage (!!) quasi komplett den Betrieb einstellt. Egal ob Filiale, Online, App, Automat, Karte … Wie heißt es so schön im Brief an die Kunden: „Tipp: Tätigen Sie Überweisungen vor dem Termin, versorgen Sie sich rechtzeitig mit Bargeld!“. Obendrein warnt die Bank vor „Phishing-Versuchen im Rahmen der Umstellung“. Hier der Tweet eines Kunden mit dem entsprechenden Schreiben sowie die Online-Info: Twitter; Online-Mitteilung

Eigentlich waren wir in der Strafzins-Debatte bislang davon ausgegangen, dass ein Freibetrag immer noch ein Freibetrag ist und dass 100.000 Euro immer noch 100.000 Euro sind. Das Beispiel der Volksbank Magdeburg lehrt indes, dass sich die 100.000-Euro-Grenze, bis zu der Normalsparer ja eigentlich von negativen Zinsen verschont bleiben sollen, durchaus kreativ interpretieren lässt. Denn: Die Magdeburger Genobanker haben die Dinge laut ihres jüngst überarbeiteten Preisaushangs nun so geregelt, dass sich der Freibetrag aufteilt in „maximal 25.000 Euro auf Kontokorrent-Konten und maximal 75.000 EUR auf Tagesgelder“. Heißt, jedenfalls nach unserem Verständnis: Wer 30.000 Euro auf dem Girokonto hat, muss zusätzlich ein Tagesgeldkonto eröffnen – sonst droht ihm auf 5.000 Euro ein Strafzins von übrigens 0,5%. Auf Anfrage heißt es in Magdeburg, das werde so natürlich nicht in die Praxis umgesetzt. Wirklich nicht?

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