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Jetzt offiziell! Buba-Daten belegen das Ende der Verwahrengelt-Ära

Gefühlt hat die Negativzins-Ära ja ewig gedauert – oder sagen wir: ein paar Jahre. Tatsächlich war’s so lang aber gar nicht. Zumindest nicht im Retail-Geschäft. Denn: Während die durchschnittliche Verzinsung täglich fälliger Einlagen bei Firmenkunden bereits im März 2017 in den Minusbereich sackte, passierte dasselbe bei Privatkunden erst im Mai 2021. Und nun, keine anderthalb Jahre später, ist die Negativzins-Ära (oder vielleicht besser: Negativzins-Phase) bezogen aufs Retailbanking auch schon wieder vorbei.

Wie Finanz-Szene nämlich in Daten der Bundesbank entdeckt hat, ist die Durchschnittsverzinsung für Gelder auf privaten Giro- und Tagesgeldkonten sowie sonstigen Konten mit täglicher Fälligkeit im Juli (aktuellere Zahlen liegen noch keine vor) erstmals wieder auf 0,0% gestiegen – von zuvor monatelang minus 0,02%. Die Frage, warum ausgerechnet im Juli, lässt sich dabei relativ leicht beantworten. Es war der Monat, in dem zum Beispiel die Commerzbank und Dutzende andere Banken und Sparkassen ihr Verwahrentgelt abgeschafft haben.

Der Juli dürfte erst der Anfang gewesen sein, sogar ein steiler Zinsanstieg erscheint jetzt denkbar. Immer mehr Banken zahlen inzwischen wieder deutlich positive Zinsen – wenn auch naturgemäß erst einmal bei längeren Laufzeiten. Die Deutsche Bank etwa? Reaktivierte am Montag ihr “Festzins-Sparen” und bietet wieder 0,5% auf sechs Monate. Die ING Diba? Zahlt bei Sparbriefen mit einem Jahr Laufzeit ebenfalls 0,5%. Die Aareal? Will ihre geplante Bilanzausweitung offenbar vor allem über Einlagen refinanzieren – und lockt via “Zinsmarkt”-Portal der Deutschen Bank für einjährige Einlagen mit 1,5% und für zweijährige sogar mit 2,05% Zins (zur neuen Zins-Euphorie passt übrigens, dass wir dieser Tage aus der Belegschaft des Berliner Einlagen-Brokers Raisin hörten, intern sei die Stimmung so gut wie seit langem nicht mehr).

Und im Firmenkundengeschäft? Für Juni zeigten die Buba-Zahlen noch eine Durchschnitts-Verzinsung von minus 0,15%; im Juli indes waren es nur mehr minus 0,07%. Gut möglich also, dass die August-, spätestens aber die September-Daten auch hier das Ende einer Ära markieren.

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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