Kurz gebloggt

Kosten-Coup der Sparda West: 30% weniger Filialen, 3% weniger Kunden

26. März 2021

Von Christian Kirchner

Wie viele Kunden kostet es eigentlich, wenn eine sehr große Genobank im Zuge einer Restrukturierung …

  1. binnen eines Jahres knapp 30% der Filialen schließt
  2. rund 18% der Belegschaft abbaut und
  3. kräftig die Kontogebühren erhöht (siehe hier)?

Dank der gestern vorgelegten vorläufigen Zahlen der Sparda West kennen wir die Ergebnisse des Feldexperiments jetzt: Gerade mal lumpige 3%. Denn: 682.000 Kunden weist die nach Mitgliedern größte und nach Bilanzsumme fünfgrößte Genossenschaftsbank der Republik per Ende 2020 auf. Verglichen mit 701.000 ein Jahr zuvor.

Was das Zahlenwerk sonst so hergibt: Angesichts des Ausmaßes der Sparmaßnahmen fällt der Kostenrückgang (-3,5%) zum Vorjahr überschaubar aus, glich aber immerhin einen Teil des erneuten Rückgang des Zinsergebnisses (-7%!) aus.

Nimmt man noch ein bisschen mehr Provisionsgeschäft hinzu und den Wegfall der Restrukturierungs-Aufwendungen, steht unter dem Strich nach dem äußerst dünnen 2019er-Überschuss von 7,5 Mio. Euro im Jahr 2020 immerhin wieder ein Plus von 23,8 Mio. Euro zu Buche.

Wobei, wie gesagt: Die Zahlen sind vorläufig – und damit auch unsere Interpretation. Für einer fundierte Einschätzung warten wir lieber mal den Geschäftsbericht ab, zumal die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen ist.

Vorläufige Zahlen Sparda West

in Mio. Euro 2019 2020 Veränderung
Bilanzsumme 12.633 13.147 4 %
Kundeneinlagen 11.362 11.893 5 %
Kundenkredite 6.408 6.662 4 %
Zinsergebnis 139,8 129,4 – 7 %
Provisionsergebnis 53,6 59,2 10 %
Teilbetriebsergebnis 23,4 25,6 9 %
Teilbetriebsergebnis in % DBS 0,19 0,20 5 %
Ergebnis vor Steuern 13,8 27,8 101 %
Jahresüberschuss 7,5 22,8 204 %
Zahl der Mitglieder 598.721 577.727 – 4 %
Zahl der Kunden 701.270 682.152 – 3 %
Filialen 82 59 – 23
Mitarbeiter 1024 889 – 13%
Vollzeit-MA 855 727 – 18%

Quelle: Unternehmensangaben

Sparda West spekuliert auf Kurz-vor-Ultimo-Dividende

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