Kurz gebloggt

Mehr als Corona: Darum verlor die Deutsche-Bank-Aktie >6%

24. Februar 2020

Von Christian Kirchner

Sorgen vor einer unkontrollierten Verbreitung des Corona-Virus und seiner Folgen für den globalen Wirtschaftskreislauf haben am Montag die mehrwöchige Rally auch deutscher Banken-Aktien jäh beendet: Papiere der Deutschen Bank verloren 6,1% auf 8,94 Euro, für die Commerzbank ging es 6% auf 6,13 Euro runter, auch die Aktien der Aareal (-3,7%) und der Pfandbriefbank (-5,9%) verloren deutlich an Wert.

Fragt sich: Warum verloren die Banken mit Ausnahme der Aareal merklich stärker als der Gesamtmaekt (Dax -4%)?

  • Unterbrechungen der globalen Lieferketten insbesondere aus China belasten das Wachstum und könnten Unternehmen in Schwierigkeiten bringen, die Kredite aufgenommen haben. Als etwa die Commerzbank vor zwei Wochen ihre Prognose für die (gegenüber 2019 weitgehend unveränderte) Risikovorsorge 2020 gab, apostrophierte Finanzchefin Bettina Orlopp dies ausdrücklich „ohne mögliche Belastungen durch das Corona-Virus“, dessen Folgen damals noch kaum abschätzbar waren
  • Einbrüche am Aktienmarkt wie gestern – global fielen die größten Tagesverluste seit Ende 2018 an – verhageln Unternehmen die Lust auf Kapitalmaßnahmen, Fusionen und Akquisitionen. Gift für das Investmentbanking
  • Und schließlich treibt die Unsicherheit die Anleger in sichere Staatsanleihen – das heißt auch: Die Zinsen sinken, was wiederum die Ertragslage der Banken belastet. Die Rendite 10-jähriger deutsche Bundesanleihen ging seit Ende Januar um 0,3 Prozentpunkte auf minus 0,48% gestern zurück. Alleine gestern gab die Rendite 0,05 Prozentpunkte nach. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen sank erstmals seit Oktober wieder unter die Marke von 0%. Hingegen zogen die Renditen italienischer Staatsanleihen gegen den Trend an. Hier fürchten Gläubiger negative Folgen aufgrund der Krankheitsfälle und Zwangsquarantänen im Norden des Landes.

Runter gings – obschon unabhängig vom Zinsgeschäft – auch für den Payment-Konzern Wirecard. Die Aktie, die vergangene Woche noch bei knapp 145 Euro notiert hatten, verloren 4% auf 128,40 Euro.

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