Neue Groß-Volksbank mit >9 Mrd. Euro Bilanzsumme

19. September 2021

Von Heinz-Roger Dohms

In Nordrhein-Westfalen soll eine der größten Genobanken der Republik entstehen. Konkret: Die Verbund-Volksbank OWL (das „OWL“ steht für Ostwestfalen-Lippe) und die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten haben Pläne für eine Fusion öffentlich gemacht. Das Vorhaben werde von den jeweiligen Vorständen und Aufsichtsräten einstimmig unterstützt, heißt es in einer am Freitag versandten Mitteilung. „Die Fusion wird maßgeblich zum weiteren Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit […] und damit […] zur nachhaltigen Festigung der genossenschaftlichen Position beitragen“, lassen sich die beiden Vorstandschefs in dem Statement zitieren. Sollten die jeweiligen Mitgliederversammlung zustimmen, wird der Zusammenschluss schon im kommenden Jahr in Kraft treten.

Die in Paderborn ansässige Verbund-Volksbank OWL ist in den vergangenen Jahren durch diverse Fusionen zu einem Institut mit 7,1 Mrd. Euro Bilanzsumme herangewachsen und rangiert im einschlägigen BVR-Ranking der größten Genobanken hierzulande schon jetzt auf Position 20. Durch die faktische Übernahme der in Salzkotten (das ist direkt neben Paderborn …) beheimateten Nachbar-Volksbank würde sich die „VV OWL“ auf eine Bilanzsumme von 9,1 Mrd. Euro vergrößern – gemessen an den Zahlen per Ende 2020. Damit würde die Verbund-Volksbank OWL unter anderem die Volksbank Stuttgart, die Sparda Hessen und die GLS Bank überholen und in der BVR-Liste nach heutigem Stand auf Platz 13 vorrücken.

Finanz-Szene.der hatte bereits vor einigen Wochen unter Verweis auf einen Insider über einen möglichen Zusammenschluss der VV OWL und der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten spekuliert – und drei entsprechende Indizien angeführt. Wir zitieren den damaligen Artikel:

„Indiz eins: Kooperiert werde jetzt schon, siehe diese Pressemitteilung hier. Indiz zwei, zusammengefasst: Die VV OWL […] verfüge über den notwendigen Appetit. Indiz drei: Die Bande zwischen beiden Instituten seien eng, was sich z.B. daran zeige, dass einer der beiden Vorstände der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, nämlich Herr Thorsten Wolff, bis 2015 Leiter Unternehmenskunden bei der damaligen Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold gewesen sei – die heute zur VerbundVolksbank OWL gehöre.“

Kurz gesagt – die Indizien haben also nicht getrogen, der Insider lag richtig …

Und hier noch die wichtigste Passage aus der am Freitag versandten Pressemitteilung:

„Nach der Fusion ist die VerbundVolksbank OWL für ihre Mitglieder und Kunden mit sieben Zweigniederlassungen beziehungsweise unter sieben Lokalmarken in den Regionen von OWL und im Altkreis Brilon vor Ort. Dazu gehören die Volksbank Brilon, die Volksbank Büren-Salzkotten, die Volksbank Paderborn, die Volksbank Höxter, die Volksbank Detmold, die Volksbank Minden und der Bankverein Werther. Durch den Zusammenschluss erreicht die gemeinsame Bank eine Bilanzsumme von rund neun Milliarden Euro. Als größte Volksbank im Wirtschaftsraum OWL und im angrenzenden Altkreis Brilon betreut sie dann 304.000 Kunden, von denen 161.000 zugleich Mitglied sind, und beschäftigt mehr als 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Wie viele Volksbanken fusionieren wirklich? Und welche?

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