Kurz gebloggt

Neugeschäft? Immer gut! Jörg Frischholz und die neue NordLB

Das kommunikative Mantra des immer noch recht neuen NordLB-Chefs Jörg Frischholz scheint zu sein, dass seine Bank operativ aufdreht und der Rest (also das Nicht-Operative) zu vernachlässigen ist. Die gestern veröffentlichten H1-Zahlen geben dem früheren HVB-Manager nun insofern Recht, als das Zinsergebnis (plus 2% auf 438 Mio. Euro) immerhin den Verwaltungsaufwand (minus 4% auf 437 Mio. Euro) deckt und das Provisionsergebnis einen deutlichen Sprung von 14 Mio. auf 62 Mio. Euro macht.

Untermauert wird diese frohe Botschaft durch die Kunde, das Volumen der neu vergebenen Kredite sei gegenüber dem Vorjahr um 70% (!) auf rund 10 Mrd. Euro gestiegen – was, wenn wir den AR-Chef Hilbers richtig verstehen, für sich genommen bereits Leistungsnachweis genug ist („Der deutliche Zuwachs beim Neugeschäft zeigt, dass die Neuausrichtung funktioniert und das Geschäftsmodell trägt“) …

Und der zu vernachlässigende Rest? 1.) Risikovorsorge wird per saldo in einer Größenordnung von 67 Mio. Euro aufgelöst (v.a. im Zusammenhang mit Flugzeugfinanzierungen); 2.) Die Zinswende verhagelt im Umfang von 137 Mio. Euro das Fair-Value-Ergebnis, was letztlich zu einem Konzernverlust von 63 Mio. Euro führt; und 3.) Dass die NordLB sich trotzdem zugutehält, „ein deutliches Plus erwirtschaftet“ zu haben, hat mit einer spektakulären Neubewertung von Pensionsrückstellungen zu tun (ursächlich hierfür: natürlich ebenfalls die Zinswende). So steht gaaaanz unten unterm Strich dann das sogenannte „Gesamtergebnis“ von 322 Mio. Euro.

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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