Kurz gebloggt

Noch zwei so Tage – und die Deutsche Bank steht „year to date“ im Plus!!!

7. April 2020

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Wo, würden Sie aus dem Bauch heraus schätzen, steht die Aktie der Deutschen Bank „year to date“: bei minus 30%? Minus 40%? Oder minus 50%? Alles falsch. Es sind: minus 12%. Ungelogen: Es sind in der Tat nur (!!!) minus 12%. Und das, wo doch da draußen (und auch hier drinnen in unserem Newsletter) schon seit Wochen jeden Tag aufs Neue der Weltuntergang verhandelt wird. Wie kann das, bitteschön, sein? Ist der Ausblick – jedenfalls mit Blick auf die deutsche Kreditwirtschaft – vielleicht doch nicht so schwarz, wie wir und andere ihn tagtäglich malen?

Also, bevor unsere Argumentation jetzt einen falschen, weil zu positiven Drive bekommt: 1.) Der YTD-Blick auf die Deutsche Bank ist insofern verfälschend, als hier die kolossale Jahresanfangs-Rally (hier zur Erinnerung noch mal die Gründe) reinspielt. Nähme man stattdessen die Commerzbank (YTD -37%) oder die Aareal (YTD -49%), wäre das Bild ein anderes. Was übrigens mutmaßlich auch für manche Sparkassen-Aktie gelten würde, wären die Sparkassen denn börsennotiert; 2.) Die Erholungs-Bewegung der vergangenen beiden Tage (Deutsche Bank +14%; Commerzbank +10%) hat nicht viel Bankenspezifisches. Es handelt sich in erster Linie um eine Funktion der positiven Dax-Entwicklung, die sich wiederum aus den zuletzt (gottseidank) leicht sinkenden Fallzahlen bei den Corona-Neuinfektionen ableitete. 3.) Wir befinden uns inmitten einer in jeder Hinsicht globalen Krise, deren weiteren Verlauf niemand vorhersagen kann. Gut möglich, dass die Deutsche-Bank-Aktie heute, morgen oder übermorgen gleich wieder abrauscht.

Und doch, falls wir heute Morgen entgegen unserer Natur einfach mal den Mutmacher geben dürfen: Wenn alles den Bach runtergeht, dann ist’s vermutlich wurscht, ob die CET1-Ratio bei 13,7% oder 18,4% liegt. Und dann wird’s rückblickend auch wurscht sein, ob die KfW damals 80%, 90% oder 100% übernommen hat. Indes – wenn nicht alles den Bach runtergeht: Könnten die vergangenen beiden Tage dann einen zarten Hinweis geliefert haben, dass die gigantischen staatlichen Hilfspakete in Kombination mit den gigantischen Notenbank-Maßnahmen in Kombination mit dem (ja, das auch …) eichhörnchen-fleißigen Kapitalaufbau vieler Banken und Sparkassen in den letzten Jahren dafür sorgen, dass die deutsche Kreditwirtschaft sogar diese Krise irgendwie überstehen wird?

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