Exklusiv

Oddo BHF bietet nicht länger für Bankhaus Lampe

19. Dezember 2019

Von Christian Kirchner

Die Frankfurter Privatbank Oddo BHF bietet nicht länger für das zum Verkauf stehende Bankhaus Lampe. Nach Informationen von Finanz-Szene.de hat der Lampe-Eigner, die Oetker-Gruppe, den Bieterkreis auf ein oder zwei alternative Institute verengt. Mit ihnen führt man nun exklusive Verhandlungen. Sprecher von Oddo BHF und dem Bankhaus Lampe lehnten eine Stellungnahme ab, bei Oetker war niemand zu erreichen. Die Entwicklung ist insofern überraschend, als Oddo BHF als Favorit galt, da das Institut – wie der Lampe-Eigner Oetker – ein Familienunternehmen ist.

Nach früheren Meldungen des „Platow Briefs“ und der „Welt“ interessierten sich auch die Fosun-Gruppe sowie ABN Amro für das Bankhaus Lampe. Ambitionen wurden insbesondere Fosun nachgesagt – die Chinesen besitzen in Deutschland bereits die Privatbank Hauck & Aufhäuser. ABN Amro wiederum ist Eigner der Bethmann-Bank. Ob Fosun und/oder ABN Amro auch die Banken sind, sie sich noch im Rennen befinden, ist unklar.

Oetker hatte im September mitgeteilt, „alle Optionen“ für das Bankhaus Lampe zu prüfen, darunter auch einen Verkauf oder eine Partnerschaft mit einem Investor. Seinerzeit hieß es, die Prüfung befinde sich in einem „sehr frühen Stadium“. Das Bankhaus Lampe mit Sitz in Düsseldorf hatte per Ende letzten Jahres 612 Mitarbeiter und verwaltete rund 19 Mrd. Euro.

Finanz-Szene.de hatte im Sommer 2017 gemutmaßt, dass Lampe bereits 2016 de facto rote Zahlen geschrieben haben muss. Abhängig davon, wie hoch man die Risikovorsorge ansetzt und wie man das sonstige Ergebnis definiert, lag dann das 2017er-Ergebnis operativ zwischen minus 13 und minus 29 Mio. Euro (Analyse hier).

2018 wies Lampe zwar einen Überschuss von 15 Mio. Euro aus – allerdings auf Basis „sonstiger betrieblicher Erträge“ von 38 Mio. Euro.

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