Rückzug der Auslandsbanken? Buba-Zahlen sagen etwas anderes

5. Mai 2020

Von Christrian Kirchner

Christian Sewing passte die Frage anscheinend gut in den Kram. Ob denn stimme, dass sich die Auslandsbanken im Zuge der Corona-Krise aus Deutschland zurückziehen, wurde der Deutsche-Bank-Chef letzte Woche von einem Analysten gefragt. Worauf er antwortete: „Ja, wir sehen da eine bestimmte Entwicklung anderer Banken, ihre Commitments in Deutschland zu reduzieren, gegenüber Großkonzernen, aber auch dem Mittelstand.“

Bumm, das saß. Kaum, dass es ernst wird, beginnen sich die ausländischen Banken zu verpieseln. Genau wie 2008.

Wobei: Stimmt das überhaupt? Seit gestern liegen erste  Buba-Zahlen zur Kreditvergabe im „ersten Corona-Monat“ März vor. Und die zeigen: Bei den Krediten außerhalb des Bankensektors (also an Unternehmen, Privatleute und die öffentliche Hand usw.) legten die Großbanken um 3,3% zu, die Sparkassen um 4,5% und die Genossen um 5,8%.

Doch jetzt kommt’s: Bei den „Auslandsbanken“ betrug das Plus 6,2%. Und bei den „Zweigstellen ausländischer Banken“ (hierzu zählt z.B. die BNP Paribas) waren es sogar plus 26,1% (!!!). Gewiss: Bei Monatszahlen besteht die Gefahr statistischer Ausreißer. Ein eindeutiger Beleg für die steile Sewing-These indes sähe anders aus.

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