Makro-Ticker

Sämtliche Makro-News aus Mai 2026

In unserem Makro-Ticker behalten wir alle volkswirtschaftlichen und politischen Oberthemen im Blick, die das Geschäft unserer Banken und Fintechs beeinflussen. 

Hier der Ticker für Mai 2026:

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171 Mrd. Euro – Banken und Sparkassen weiten Ertrags-Pool um fast 6% aus

Trotz des gesunkenen Zinsniveaus hat die deutsche Kreditwirtschaft ihre Einnahmenbasis im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals ausgebaut. Wie eine Auswertung durch Finanz-Szene ergab, summierte sich der aggregierte Ertragspool von 38 der größten deutschen Banken, 342 Sparkassen und 646 genossenschaftlichen Primärinstituten auf insgesamt 170,5 Mrd. Euro. Die Erträge der Banken, die wir schon im Vorjahr in unserem Sample hatten, stiegen im Vergleich um 5,5%. Knapp zwei Drittel des Ertrags-Pools (genauer: 65%) entstammten dabei dem Zinsgeschäft; der Rest entfiel auf den Provisionsüberschuss und sonstige Ertragspositionen. Den größten Zuwachs verzeichnete in absoluten Zahlen die Deutsche Bank, die ihre Gesamterträge um exakt 2 Mrd. Euro (=7%) auf 32,1 Mrd. Euro ausweitete. Damit festigten die Frankfurter den zweiten Platz im Ertrags-Ranking hinter den Sparkassen (+1% auf 40,5 Mrd. Euro) und vor den Primärgenossenschaften (+4% auf 28,1 Mrd. Euro); dahinter folgten die Commerzbank (12,2 Mrd. Euro) und die DZ Bank (9,5 Mrd. Euro). Abgesehen von der VW Bank (die ihre Erträge um 60% steigerte, dabei aber von der Eingliederung der Leasing-Sparte profitierte) erzielten unter anderem die Baader Bank (+29%), die Merkur Privatbank (+17%), die DWP Bank (+11%) und die NordLB (+10%) signifikante Zugewinne. Ertragsrückgänge waren dagegen unter anderem bei den Hypothekenbanken zu konstatieren. Alles in allem haben wir uns 45 Player angeschaut (die Differenz zu den oben genannten 38 ergibt sich dadurch, dass wir einige Institute wie die DKB oder die DZ Hyp auch einzeln ausgewertet haben, obwohl sich deren Einnahmen bereits in größeren Einheiten niederschlagen). Dabei haben wir nicht nur die Ertragsentwicklung, sondern auch den Ertragsmix und die relativen Erträge untersucht. Hier die komplette Übersicht: FS Premium

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Kurz getickert

  • Gleich mehrere große deutsche Banken wollen an der Pilotphase für den digitalen Euro teilnehmen, die Mitte 2027 starten und zwölf Monate lang laufen soll. Wie das „Handelsblatt“ (Paywall) berichtet, haben sowohl Deutsche Bank als auch DZ Bank und Helaba ihr entsprechendes Interesse bei der EZB hinterlegt. Außen vor bleibe dagegen die Commerzbank, die sich nach eigenen Angaben „auf andere laufende Initiativen im Zahlungsverkehr“ konzentrieren möchte. Nach heutiger Planung soll der digitale Euro im Jahr 2029 eingeführt werden – vorausgesetzt, das Projekt schafft es durch die EU‑Gesetzgebung. Insgesamt haben sich mehr als 50 Banken für die Pilotphase beworben; wer letztlich teilnehmen darf, soll im Juni verkündet werden.
  • Die unter anderem auf Banken-Ratings spezialisierte Berliner Ratingagentur Scope (siehe zuletzt –> So viel Cashburn wie Umsatz – warum beteiligt sich die Deka an Scope???) hat einen weiteren prominenten Anteilseigner gewonnen – und zwar die ABN Amro.
  • Die Finanzplatz-Lobby „Frankfurt Main Finance“ geht mal wieder mit einer bullishen Standort-Prognose in die Offensive. So werde allein die neue EU-Eigenkapitalrichtlinie „CRD VI“ eine hohe dreistellige Zahl an Jobs sowie ein signifikant dreistelliges Milliardenvolumen an Bilanzaktiva in die Stadt bringen.
  • Das Neugeschäft in der gewerblichen Immobilienfinanzierung erholt sich weiterhin eher schleppend. Laut jüngsten vdp-Zahlen summierte sich die Neukreditvergabe im ersten Quartal auf 14,6 Mrd. Euro. Das entsprach einem Plus von 12% zum Vorjahr – allerdings auch einem Rückgang um 6% gemessen am Q4/25.

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Was eine Commerzbank-Übernahme für mittelständische Fondshäuser bedeuten würde

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Kurz getickert

  • Sofern ein Kontoinhaber nicht zumindest grob fahrlässig handelt, sind unbefugte Geldabhebungen vom Girokonto grundsätzlich von der Bank auszugleichen – das ist die Quintessenz eines Urteils des Oberlandesgerichts Frankfurt (Az. 17 U 62/24). In dem konkreten Fall hatten Kriminelle eine per Post verschickte Debitkarte abgefangen und mit einer dreistelligen Zahl von Transaktionen mehr als 200.000 Euro abgehoben. Die betroffene Sparkasse (um welche es sich handelt, blieb unklar) muss den entstandenen Schaden nun vollständig ersetzen; bislang hatte sie nur eine Teilzahlung geleistet.

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Der geplante Verkauf eines der markantesten Frankfurter Bankentürme ist geplatzt

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Kurz getickert

  • Der PIN-Rücksetzdienst für die eID steht tatsächlich vor einem Comeback (wie wir jüngst ja schon vermutet hatten, siehe unser Hintergrundstück). Wie das Digitalministerium gegenüber Finanz-Szene bestätigt, soll der vor zwei Jahren abgeklemmte kostenlose Service in der zweiten Jahreshälfte temporär wieder eingeführt werden.

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Partner-Blog

Wie Banken den Compliance-Fachkräftemangel in den Griff bekommen: Der Fachkräftemangel in KYC-Abteilungen ist für Banken kritisch – erfahrene Mitarbeiter gehen in Rente, Stellen bleiben unbesetzt, gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen. Schon jetzt sehen zwei Drittel der Banken die zur Kunden-Identifikation notwendigen Prozesse als einen wesentlichen Kostentreiber; die ab Mitte 2027 geltende AML-Verordnung erhöht den Druck weiter. Um Abhilfe zu schaffen, setzen Institute daher auf „Managed Services“, die einzelne Prozesse oder ganze Compliance-Funktionen übernehmen. Worauf es bei ihrem Einsatz ankommt – ein Beitrag unseres Content-Partners KPMG: Finanz-Szene (frei zugänglich) 

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Kurz getickert

  • Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat in einem Interview mit der „dpa“ präzisiert, wo genau sie beim jüngst verkündeten Abbau von weiteren rund 3.000 Stellen genau ansetzen will. Ein „sehr großer Teil“ entfalle auf Tätigkeiten, die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz verschwinden würden, erklärte die Managerin –  KI sei „sehr kraftvoll in verschiedenen Bereichen“, die Auswirkungen größer als man zunächst angenommen habe. Die eigene Belegschaft wolle man beim Jobabbau so weit wie möglich schonen. „Wir gehen zum Beispiel an die Kapazitäten bei externen Call-Centern ran“, sagte Orlopp.

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Fokus auf Baufi (aber nicht nur!): Die zentralen Takes aus der Jahres-PK der Bafin

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Jeder siebte Wohnbaukredit ist eine 100%-Finanzierung – behaupten Bafin und Buba

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Kurz getickert

  • Bei der vermeintlichen Geiselnahme in einer rheinland-pfälzischen Volksbank am Freitag hat es sich offenbar gar nicht um eine Geiselnahme gehandelt – sondern um einen Raubüberfall. Die Polizei ging am Wochenende davon aus, dass die Täter (oder der Täter) in unmittelbarer Nähe der Bank einen Geldtransporter abgepasst, einen Behälter mit Bargeld entwendet und im Anschluss den Mitarbeiter des Transportunternehmens und eine weitere Person in einem zur Bankfiliale gehörenden Raum eingeschlossen haben. Erst nach mehreren Stunden wurden die Gefangenen befreit, die Täter (oder der Täter) waren am Sonntag noch nicht gefasst.

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Linktipp

  • Wer Montag, den 11. Mai, früh um 5.46 Uhr das ZDF-Morgenmagazin einschaltete (irgendwas muss man ja tun, während man auf den Newsletter wartet), erlebte einen Bundesbank-Präsidenten zunächst in Lederjoppe und später mit Diadora-Tennisschuhen. Vier Minuten pures Leben: ZDF Mediathek

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Über 24 Mrd. € – Neugeschäft in der privaten Baufi springt auf 4-Jahres-Hoch

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Konsumentenfinanzierung: Wo das Geschäft noch wächst – und wo es das nicht mehr tut

Die Krisentendenzen in der Konsumentenfinanzierung spiegeln sich auch in den Zahlen des Bankenfachverbands. Zwar vermeldet die Kreditbanken-Lobby beim Neugeschäft für 2025 ein Wachstum von 2% auf 59,9 Mrd. Euro. Allerdings schwächte sich zum einen die Dynamik im Jahresverlauf deutlich ab (per Ende Juni hatte das Plus noch gut 4% betragen) – und zum anderen zeigen die Detailzahlen, dass die Zuwächse praktisch ausschließlich aus Kfz-Krediten (+3% auf 20,3 Mrd. Euro) und vor allem aus online vergebenen Krediten (+11% auf 19,2 Mrd. Euro) stammen. Dagegen dürfte der Anteil der klassisch über die Filiale vergebenen Finanzierungen (auch wenn diese Kennziffer nicht explizit ausgewiesen wird) vermutlich sogar rückläufig gewesen sein.

Tatsächlich hatten etablierte Konsumentenfinanzierer zuletzt nicht nur mit steigender Risikovorsorge, sondern auch mit einer schwachen Neukreditvergabe zu kämpfen. Bei der Santander Consumer Bank zum Beispiel belief sich der Absatz im Direktgeschäft, also beim Vertrieb klassischer Ratenkredite, im abgelaufenen Geschäftsjahr auf nur noch 1,5 Mrd. Euro – verglichen mit dem Vorjahr ein Einbruch um 29% (siehe hier). Bei der genossenschaftlichen Teambank wiederum ging angesichts eines offenkundig lahmenden Neugeschäfts sogar der Kreditbestand um 4% zurück (siehe hier).

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Exklusiv: Interhyp plant große Restrukturierung – rund 10% aller Stellen fallen weg

Als sich Interhyp im November 2022 von rund 100 Mitarbeitern trennte, kam der Schritt nicht wirklich überraschend. Ein paar Monate zuvor war der Markt für Baufinanzierungen gecrasht, eine rasche Erholung galt als ausgeschlossen, überall in der Branche taten sich Überkapazitäten auf. Dass da auch der im Endkundengeschäft größte deutsche Baufi-Vermittler irgendwann die Reißleine ziehen würde, hatte man erwartet. Nun allerdings, rund dreieinhalb Jahre später: Plant Interhyp laut Informationen von Finanz-Szene die nächste einschneidende Restrukturierung – und auch wenn der Baufi-Markt immer noch nicht wieder boomt (kleine Ausreißer, siehe unten, bestätigen die Regel), kommt die Entscheidung diesmal dann doch etwas unvermittelter. Zumal diesmal sogar mehr Mitarbeiter betroffen sein sollen als noch 2022, nämlich etwa 160 (gemessen an rund 1.600 Beschäftigten insgesamt). Ein Sprecher will die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren, bestätigt aber, dass man „auf eine schlankere Organisation und kürzere Entscheidungswege“ setzen wolle – und dass in den kommenden Wochen auch „personelle Veränderungen auf freiwilliger Basis“ ein „Teil dieses Prozesses“ seien. In Finanzkreisen heißt es, bei der aktuellen Maßnahme gehe es darum, die in den Boom-Jahren (also noch vor der Zinswende) entstandenen Strukturen grundsätzlich zu überarbeiten; schließlich sei Interhyp nach der Übernahme durch die ING Groep 2008 binnen zehn Jahren um mehr als 700 Mitarbeiter gewachsen. Betont wird, dass der Jobabbau über alle Hierarchien hinweg erfolge (bereits im Januar war der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert worden); und betont wird auch, dass die Stellenstreichungen nichts mit dem angekündigten Rollout einer „Instant-Baufinanzierung“ zu tun hätten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Interhyp einen Vorsteuergewinn von 23 Mio. Euro erzielt – verglichen mit bis zu 107 Mio. Euro zu Zeiten des Baufi-Booms.

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  • Bei den Tarifverhandlungen der Postbank fährt Verdi den Druck hoch. Nachdem am Donnerstag die Filialen bestreikt wurden, sollen heute die unter den Postbank-Tarifvertrag fallenden Beschäftigten in den Zentraleinheiten der Deutschen Bank die Arbeit aussetzen 

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Sämtliche Makro-News aus März und April 2026

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