von C. Kirchner, G. Hädicke, B. Neubacher, H.-R. Dohms und C. Behr, 30. Mai 2026
In unserem Makro-Ticker behalten wir alle volkswirtschaftlichen und politischen Oberthemen im Blick, die das Geschäft unserer Banken und Fintechs beeinflussen.
Hier der Ticker für Mai 2026:
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Trotz des gesunkenen Zinsniveaus hat die deutsche Kreditwirtschaft ihre Einnahmenbasis im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals ausgebaut. Wie eine Auswertung durch Finanz-Szene ergab, summierte sich der aggregierte Ertragspool von 38 der größten deutschen Banken, 342 Sparkassen und 646 genossenschaftlichen Primärinstituten auf insgesamt 170,5 Mrd. Euro. Die Erträge der Banken, die wir schon im Vorjahr in unserem Sample hatten, stiegen im Vergleich um 5,5%. Knapp zwei Drittel des Ertrags-Pools (genauer: 65%) entstammten dabei dem Zinsgeschäft; der Rest entfiel auf den Provisionsüberschuss und sonstige Ertragspositionen. Den größten Zuwachs verzeichnete in absoluten Zahlen die Deutsche Bank, die ihre Gesamterträge um exakt 2 Mrd. Euro (=7%) auf 32,1 Mrd. Euro ausweitete. Damit festigten die Frankfurter den zweiten Platz im Ertrags-Ranking hinter den Sparkassen (+1% auf 40,5 Mrd. Euro) und vor den Primärgenossenschaften (+4% auf 28,1 Mrd. Euro); dahinter folgten die Commerzbank (12,2 Mrd. Euro) und die DZ Bank (9,5 Mrd. Euro). Abgesehen von der VW Bank (die ihre Erträge um 60% steigerte, dabei aber von der Eingliederung der Leasing-Sparte profitierte) erzielten unter anderem die Baader Bank (+29%), die Merkur Privatbank (+17%), die DWP Bank (+11%) und die NordLB (+10%) signifikante Zugewinne. Ertragsrückgänge waren dagegen unter anderem bei den Hypothekenbanken zu konstatieren. Alles in allem haben wir uns 45 Player angeschaut (die Differenz zu den oben genannten 38 ergibt sich dadurch, dass wir einige Institute wie die DKB oder die DZ Hyp auch einzeln ausgewertet haben, obwohl sich deren Einnahmen bereits in größeren Einheiten niederschlagen). Dabei haben wir nicht nur die Ertragsentwicklung, sondern auch den Ertragsmix und die relativen Erträge untersucht. Hier die komplette Übersicht: FS Premium
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Was eine Commerzbank-Übernahme für mittelständische Fondshäuser bedeuten würde
Der geplante Verkauf eines der markantesten Frankfurter Bankentürme ist geplatzt
Wie Banken den Compliance-Fachkräftemangel in den Griff bekommen: Der Fachkräftemangel in KYC-Abteilungen ist für Banken kritisch – erfahrene Mitarbeiter gehen in Rente, Stellen bleiben unbesetzt, gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen. Schon jetzt sehen zwei Drittel der Banken die zur Kunden-Identifikation notwendigen Prozesse als einen wesentlichen Kostentreiber; die ab Mitte 2027 geltende AML-Verordnung erhöht den Druck weiter. Um Abhilfe zu schaffen, setzen Institute daher auf „Managed Services“, die einzelne Prozesse oder ganze Compliance-Funktionen übernehmen. Worauf es bei ihrem Einsatz ankommt – ein Beitrag unseres Content-Partners KPMG: Finanz-Szene (frei zugänglich)
Fokus auf Baufi (aber nicht nur!): Die zentralen Takes aus der Jahres-PK der Bafin
Jeder siebte Wohnbaukredit ist eine 100%-Finanzierung – behaupten Bafin und Buba
Über 24 Mrd. € – Neugeschäft in der privaten Baufi springt auf 4-Jahres-Hoch
Die Krisentendenzen in der Konsumentenfinanzierung spiegeln sich auch in den Zahlen des Bankenfachverbands. Zwar vermeldet die Kreditbanken-Lobby beim Neugeschäft für 2025 ein Wachstum von 2% auf 59,9 Mrd. Euro. Allerdings schwächte sich zum einen die Dynamik im Jahresverlauf deutlich ab (per Ende Juni hatte das Plus noch gut 4% betragen) – und zum anderen zeigen die Detailzahlen, dass die Zuwächse praktisch ausschließlich aus Kfz-Krediten (+3% auf 20,3 Mrd. Euro) und vor allem aus online vergebenen Krediten (+11% auf 19,2 Mrd. Euro) stammen. Dagegen dürfte der Anteil der klassisch über die Filiale vergebenen Finanzierungen (auch wenn diese Kennziffer nicht explizit ausgewiesen wird) vermutlich sogar rückläufig gewesen sein.
Tatsächlich hatten etablierte Konsumentenfinanzierer zuletzt nicht nur mit steigender Risikovorsorge, sondern auch mit einer schwachen Neukreditvergabe zu kämpfen. Bei der Santander Consumer Bank zum Beispiel belief sich der Absatz im Direktgeschäft, also beim Vertrieb klassischer Ratenkredite, im abgelaufenen Geschäftsjahr auf nur noch 1,5 Mrd. Euro – verglichen mit dem Vorjahr ein Einbruch um 29% (siehe hier). Bei der genossenschaftlichen Teambank wiederum ging angesichts eines offenkundig lahmenden Neugeschäfts sogar der Kreditbestand um 4% zurück (siehe hier).
Als sich Interhyp im November 2022 von rund 100 Mitarbeitern trennte, kam der Schritt nicht wirklich überraschend. Ein paar Monate zuvor war der Markt für Baufinanzierungen gecrasht, eine rasche Erholung galt als ausgeschlossen, überall in der Branche taten sich Überkapazitäten auf. Dass da auch der im Endkundengeschäft größte deutsche Baufi-Vermittler irgendwann die Reißleine ziehen würde, hatte man erwartet. Nun allerdings, rund dreieinhalb Jahre später: Plant Interhyp laut Informationen von Finanz-Szene die nächste einschneidende Restrukturierung – und auch wenn der Baufi-Markt immer noch nicht wieder boomt (kleine Ausreißer, siehe unten, bestätigen die Regel), kommt die Entscheidung diesmal dann doch etwas unvermittelter. Zumal diesmal sogar mehr Mitarbeiter betroffen sein sollen als noch 2022, nämlich etwa 160 (gemessen an rund 1.600 Beschäftigten insgesamt). Ein Sprecher will die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren, bestätigt aber, dass man „auf eine schlankere Organisation und kürzere Entscheidungswege“ setzen wolle – und dass in den kommenden Wochen auch „personelle Veränderungen auf freiwilliger Basis“ ein „Teil dieses Prozesses“ seien. In Finanzkreisen heißt es, bei der aktuellen Maßnahme gehe es darum, die in den Boom-Jahren (also noch vor der Zinswende) entstandenen Strukturen grundsätzlich zu überarbeiten; schließlich sei Interhyp nach der Übernahme durch die ING Groep 2008 binnen zehn Jahren um mehr als 700 Mitarbeiter gewachsen. Betont wird, dass der Jobabbau über alle Hierarchien hinweg erfolge (bereits im Januar war der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert worden); und betont wird auch, dass die Stellenstreichungen nichts mit dem angekündigten Rollout einer „Instant-Baufinanzierung“ zu tun hätten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Interhyp einen Vorsteuergewinn von 23 Mio. Euro erzielt – verglichen mit bis zu 107 Mio. Euro zu Zeiten des Baufi-Booms.
Sämtliche Makro-News aus März und April 2026
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