Exklusiv

Sparda Bank Hamburg beruft Vorstandschef Pöpplau ab

24. November 2021

Von Christian Kirchner

Die Sparda-Bank Hamburg hat in einer Blitzaktion ihren Vorstandsvorsitzenden Oliver Pöpplau (55) abgesetzt. Entsprechende Informationen von Finanz-Szene.de bestätigte das Institut am Mittwoch auf Nachfrage, wollte sich aber nicht zu den Gründen für die Trennung äußern. Pöpplau war 2012, von der PSD Berlin-Brandenburg kommend, in den Vorstand der Sparda Hamburg eingezogen und 2017 in die Chefrolle gewechselt. Eigentlich lief sein Vertrag noch bis ins kommende Jahr.

Laut eigenen Angaben „verständigte“ sich die Bank am vergangenen Freitag mit Pöpplau darauf, den Kontrakt nicht zu verlängern. Eigentlich wäre es in solchen Fällen üblich, den Vertrag aber trotzdem bis zum Ende der Laufzeit zu erfüllen. Stattdessen bestellte der Aufsichtsrat Pöpplaus bisherigen Vize Stephan Liesegang (41) mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Ob Pöpplau dem Vorstand überhaupt noch angehört ist unklar. Ein Konflikt mit Aufsehern – häufig der Grund spontaner Abberufungen – liegt laut Informationen aus Finanzkreisen nicht vor.

Die Sparda Bank Hamburg ist mit zuletzt 4,3 Mrd. Euro Bilanzsumme und 280.000 Kunden die nach eigenen Angaben größte Genossenschaftsbank im norddeutschen Geschäftsgebiet. Die operative Entwicklung des Instituts war zuletzt eher unauffällig: 2020 fiel ein Jahresüberschuss von 5,9 Mio. Euro bzw. 0,14 % der Bilanzsumme an. Wobei die die Bank, anders als im Vorjahr, keine Reserven über den Fonds für allgemeine Bankrisiken bildete.

Belastet wurde die GuV von einem außerordentlichen Ergebnis über minus 6,6 Mio. Euro, das aufgrund eines Rechenzentrumswechsels zur Atruvia (früher: Fiducia & GAD IT AG) angefallen sei. Demgegenüber stünden künftig sinkende Sach- und IT-Kosten, wie die Bank in ihrem Geschäftsbericht ausführt.


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