Exklusiv

Sparda-Banken verlieren Monat für Monat 10.000 Mitglieder

und Arne Storn

Der Mitgliederschwund bei den Sparda-Banken nimmt allmählich drastische Züge an. Nachdem die elf Institute zählenden Gruppe im Corona-Jahr 2020 bereits knapp 100.000 Mitglieder verloren hatte (minus 2,7%, siehe unsere Berichterstattung hier), kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere rund 135.000 Abgänge (minus 3,9%) hinzu, wie sich dem jüngst veröffentlichten BVR-Jahresbericht entnehmen lässt. Im Schnitt sind den Spardas also über die vergangenen zwei Jahre fast 10.000 Mitglieder pro Monat abhandengekommen – saldiert wohlgemerkt.

Ein wesentlicher Grund dürfte darin liegen, dass etliche Sparda-Banken in den vergangenen Jahren erstmals Kontogebühren eingeführt haben. Die relativ starken Verluste bei den Spardas Nürnberg (minus 6,8%, bezogen auf 2021) und Augsburg (minus 5,0%) deuten zudem darauf hin, dass die Einführung der bei Kunden umstrittenen TEO-App eine Rolle gespielt haben könnte. Wiewohl: Bei manchen Nicht-TEO-Banken (siehe die Sparda Südwest mit einem Rückgang von fast 7%) stellt sich die Lage ähnlich dar. Daneben, klar, hat auch die Demografie ihren Anteil. So verfügen Sparda-Banken ebenso wie andere Genobanken über eine eher ältere Kundschaft; dementsprechend sterben auch viele Mitglieder.

Das allein allerdings kann es nicht sein – denn: Von den insgesamt 18,2 Mio. Genobanken-Mitgliedern entfällt nur knapp jedes sechste auf die Sparda-Banken. Dennoch standen diese im vergangenen Jahr für 55% des gesamten Mitgliederschwunds. Den Volks- und Raiffeisenbanken gelingt es also offenkundig besser, die “natürlichen” Verluste durch die Akquise neuer Mitglieder zu kompensieren; und auch die PSD Banken (minus 2,7%) leiden zumindest nicht ganz so stark wie die Spardas. Ein Hoffnungsschimmer, immerhin: Die Sparda Hessen, die schon 2020 kaum Mitglieder verloren hatte (minus 0,6%), hat im vergangenen Jahr (plus 0,7%) sogar welche hinzugewonnen.

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