Sparkassen verbuchen Teilerfolg in der Backoffice-Konsolidierung

4. April 2022

Von Georgia Hädicke

Die S-Finanzgruppe kommt bei der Konsolidierung ihrer internen Service-Gesellschaften voran. Wie gestern verlautete, übernimmt der Deutsche Sparkassenverlag von der Landesbank Berlin und der NordLB deren Procurement-Dienstleister NordEK, um diesen mit der eigenen Einkaufsgesellschaft SEG zu verschmelzen. Letztere kam bislang auf ein Einkaufsvolumen von rund 280 Mio. Euro. Durch die Übernahme der NordEK soll der Wert auf knapp 400 Mio. Euro zulegen. Die Dienste der NordEK nehmen bislang mehr als 220 Sparkassen in Anspruch. Die SEG (der Name steht für “Sparkassen-Einkaufsgesellschaft”) pflegt nach eigenen Angaben Kundenbeziehungen zu “allen deutschen Sparkassen”, sprich insgesamt 375 kommunalen Kreditinstituten.  

Vor dem Hintergrund, dass die Konsolidierung im Sparkassen-Sektor in vielen Bereichen eher schleppend verläuft, lässt die vollzogene Konsolidierung des Einkaufs durchaus aufhorchen. Denn auch Backoffice-Verschmelzungen sind in der S-Finanzgruppe beileibe kein Selbstläufer: Vor rund einem Jahr erst war die als sicher geltende Fusion der beiden verbundeigenen Backoffice-Dienstleister “S-Servicepartner” und “DSGF” geplatzt (Finanz-Szene berichtete). Auch an der “S-Servicepartner” ist maßgeblich die Landesbank Berlin (LBB) beteiligt, die momentan so weit zurückgebaut wird, dass von ihr am Ende praktisch nur noch die Berliner Sparkasse (BSK) übrig bleiben soll – siehe unter anderem unsere Berichterstattung hier und hier

Während sich also die LBB/BSK und tendenziell auch die NordLB aus Verbundunternehmen zurückziehen, baut der Sparkassenverlag seine Rolle als (neben der Finanz Informatik) zentraler Service-Dienstleisters der S-Finanzgruppe aus. Abgesehen von der SEG und NordEK gibt es innerhalb des Verbunds nur eine weitere Gesellschaft, die Procurement-Dienste anbietet, nämlich die Proservice Dienstleistungsgesellschaft. Die allerdings ist immerhin lose mit der SEG verbandelt und wickelt über diese ihre Einkäuferverträge ab.

Sparkassen: Großfusion der Backoffice-Dienstleister geplatzt

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