von Christian Kirchner und Bernd Neubacher, 11. Mai 2026
Die strategische Ausrichtung der ING Deutschland hat sich verschoben – nicht erst, aber doch verstärkt, seit der Vorstandschef nicht mehr Nick Jue, sondern Lars Stoy heißt. Das neue Mantra ist die Vertiefung der Kundenbeziehung (Stichwort: „digitale Hausbank“), während das Institut parallel neue Zielgruppen ins Visier nimmt (Stichwort: „Affluent Banking“) und Angebotslücken schließt (Stichwort: „echte Kreditkarte“).
Bei alldem fällt freilich auf: Von außen betrachtet betrifft der strategische Wandel vor allem das Retailgeschäft. Was natürlich daran liegt, dass die ING Diba nun mal im Kern eine Retailbank ist. Aber auch damit zu tun haben dürfte, dass die andere große Sparte, nämlich das „Wholesale Banking“ genannte Firmenkundengeschäft, stets so ein bisschen im Verborgenen agiert. Das war, zugegebenermaßen, auch schon so, als der Geschäftsbereich während der Niedrigzinsphase zeitweilig für einen beträchtlichen Teil des Ergebnisses stand (siehe im Mai 2019 unser Stück –> ING Diba: 366 Leutchen sorgen für 41% des Gewinns). Es ist aber noch mehr so, seit die Retailsparte wieder Rekordgewinn an Rekordgewinn reiht und das Wholesale-Geschäft zur Randnotiz hinterm Gedankenstrich mutiert (siehe letzte Woche –> ING Diba verteidigt Gewinn – aber schwächelt im Firmenkundengeschäft).
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Nun kann man natürlich argumentieren: Was interessiert die vergleichsweise kleine Wholesale-Sparte, solange das Retailgeschäft so performt, wie es das die letzten Jahre getan hat? Andererseits kann man aber auch endlich mal fragen: Was ist da eigentlich genau los in der mittlerweile fast schon dauerschwächelnden Firmenkundesparte?
Unsere Analyse:
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