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Genobanken machen Schufa-Übernahme allein klar

Dafür, dass es ja eigentlich nur um ein paar Prozent ging, hat es ganz schön lange gedauert: Ziemlich genau sechs Monate, nachdem Sparkassen und Volksbanken erstmals signalisierten, aus ihrem (addiert betrachtet) 47%-Anteil an der Schufa eine Mehrheitsbeteiligung machen zu wollen, kann nun Vollzug gemeldet werden. Wie gestern Abend zunächst das Handelsblatt (Paywall) berichtete und wie Finanz-Szene aus informierten Kreisen bestätigt wird, übernehmen die Teambank (also der Konsumentenfinanzierer der DZ Bank) und mehrere Volksbanken weitere 6,7% der Anteile. Damit beläuft sich das genossenschaftliche Paket auf jetzt 27% und liegt damit einstweilen sogar über dem der Sparkassen (26%).

Dass die Genobanken mit ihrem Vorpreschen die faktische Mehrheitsübernahme erst einmal alleine stemmen, erscheint aus kartellrechtlicher Perspektive sinnig – gleichwohl lässt es die Sparkassen natürlich in etwas ungünstigem Licht erscheinen, zumal sich diese mit der sektorinternen Organisation des angestrebten Anteilserwerbs erkennbar schwertun (siehe hierzu unsere große Recherche von vergangener Woche). Tatsächlich geht man in Finanzkreisen weiterhin fest davon aus, dass auch die Sparkassen sich zusätzliche Schufa-Aktien sichern werden (obwohl es streng genommen jetzt ja gar nicht mehr nötig wäre). Ein klares diesbezügliches Bekenntnis vermied der DSGV allerdings gestern, ein Sprecher sagte lediglich: “An unserer ursprünglichen Interessenlage bezüglich der Schufa hat sich nichts geändert.”

Offen ist weiterhin, wie sich der Finanzinvestor EQT verhalten wird, der die beiden Verbünde mit seinem versuchten Schufa-Einstieg im letzten Herbst ja überhaupt erst zum Handeln gezwungen hatte. Laut “Handelsblatt” sollen die Schweden zuletzt Interesse an den Schufa-Anteilen von Commerzbank und Deutscher Bank signalisiert haben.

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