Wrap-up

Von Coba bis ING: Die Banken-News zwischen den Jahren

5. Januar 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Ein kurzer Überblick, was während unserer zweiwöchigen „Winterpause“ so alles passiert ist in der deutschen Bankenbranche:

  • Commerzbank gibt sich aktivistischem Aktionär im Kampf um die Comdirect geschlagen: Nachdem die Frankfurter Großbank mit dem Versuch gescheitert war, ihren Anteil an der Comdirect mit einem regulären Übernahme-Angebot von 82% auf über 90% zu hieven, hat sie dem Ösi-Brit-Investor Petrus Adivers nun dessen zuletzt mit 7,5% bezifferten Anteil abgekauft. Über den Erwerbspreis machten die beiden Parteien keine Angaben, er dürfte aber merklich über dem ursprünglichen Angebotspreis von 11,44 Euro je Comdirect-Aktie liege. Eine spannende Frage ist auch, ob und wie weit der Preis, den Petrus nun erhält, auch den Preis übersteigt, den die restlichen Comdirect-Aktionäre kriegen – womöglich wird man’s nie erfahren. Jedenfalls: Nach eigenen Angaben hat die Commerzbank die nötigen mindestens 90% nun beisammen und kann bei der Comdirect endgültig durchregieren. Wiwo
  • Deutsche Bank lässt Consulting-Vertrag mit Cerberus auslaufen: Wie zuerst der „Spiegel“ berichtete, lässt sich das größte Geldhaus der Republik nicht länger von seinem amerikanischen Großaktionär beraten. Der 2018 bekannt gewordene Kontrakt hatte seinerzeit viel öffentliche Kritik hervorgerufen. Grund: Beobachter sahen eine Sonderbehandlung von Cerberus gegenüber anderen Aktionären. Spiegel Online
  • Online-Broker Flatex überrascht Kunden mit der Einführung einer Depotgebühr: Wie es im von März an gültigen neuen Preis- und Leistungsverzeichnis heißt, wird das Entgelt „monatlich auf Grundlage des Kurswertes der verwahrten Wertpapiere zum jeweiligen Monats­ultimo ermittelt und mit einem Anteil von 1/12 von 0,1 % bewertet“. Einfacher ausgedrückt: Wer Aktien im Wert von 200.000 Euro im Depot hat, zahlt künftig 200 Euro Depotgebühr im Jahr. Plus Mehrwertsteuer. Finanzen.net
  • 89 Jahre lang (wird jedenfalls behauptet) gab es bei der Sparda-Bank München ein kostenloses Girokonto – nun nicht mehr: Denn wie das genossenschaftliche Institut Anfang Januar mitteilte, zahlen Kunden für das „Girokonto Klassik“ künftig 4,90 Euro pro Monat, beim Online-Girokonto sind es 1,90 Euro. Auch andere Gebühren steigen. So kostet die EC-Karte künftig 12 Euro statt 5 Euro jährlich. Focus
  • Fosun schält sich als Favorit für die Übernahme des Bankhaus Lampe heraus: Nachdem Finanz-Szene.de vor Weihnachten exklusiv berichtet hatte, dass Oddo BHF aus dem Bieterrennen ausgestiegen ist, buhlen nach FAZ-Informationen auch Bethmann und ABN Amro nicht länger um die Oetker-Tochter. Dagegen sollen die Chinesen von Fosun (denen hierzulande bereits Hauck & Aufhäuser gehört) dem Bericht zufolge bereit sein, „deutlich mehr“ Geld in die Hand zu nehmen als die 200 Mio. bis 300 Mio. Euro, die Oddo angeblich zu zahlen bereit gewesen wäre. FAZ
  • Und noch ein paar Kurzmeldungen: Der frühere ING-Diba-Chef Roland Boekhout hat zum 1. Januar seinen neuen Posten als Firmenkundenchef der Commerzbank angetreten (Manager Magazin) +++ Bei der ING Deutschland ist Daniel Llano zum Jahreswechsel plangemäß zum Privatkunden-Vorstand aufgestiegen (Mitteilung) +++ Die National-Bank Essen hat 2019 ihren Jahresüberschuss um 8,6% auf 15,1 Mio. Euro und ihre Eigenkapitalrendite auf 9,4% gesteigert (BÖZ/Paywall) +++ Und noch eine 2019er-Zahl: Die größte ostdeutsche Sparkasse, nämlich die MBS aus Potsdam, geht von einem um 7% auf 161 Mio. Euro gesunkenen Betriebsergebnis vor Bewertung aus (BÖZ/Paywall)

*An alle Leser, die über unseren Newsletter auf diesen Artikel gekommen sind: Wer der „Wurstsemmel-Banker“ ist, müssen Sie schon selbst erraten …

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