Kurz gebloggt

Was die NordLB unter einem “starken operativen Ergebnis” versteht

Dass die NordLB im ersten Quartal wieder tief in die roten Zahlen gerutscht ist (minus 122 Mio. Euro vor Steuern), war dank einer begrüßenswerten kleinen Indiskretion ja schon letzte Woche bei “Reuters” zu lesen gewesen. Dies hat die Verantwortlichen allerdings nicht davon abgehalten, der gestern versandten Mitteilung zu den Q1-Zahlen die Überschrift “NordLB mit starkem operativen Ergebnis” voranzustellen.

Was hieran nun interessant ist: Eine Definition, was mit dem “operativen Ergebnis” denn genau gemeint ist, bleibt das Management um Neu-CEO Frischholz schuldig. Stattdessen werden dermaßen ausdauernd  “Verzerrungen”, “Belastungen” und “negative Effekte” ins Feld geführt, dass man beinahe meinen könnte, mit dem “operativen Ergebnis” sei das Ergebnis vor Steuern bereinigt um alle Kennziffern mit negativem Vorzeichen, mit Ausnahme der Verwaltungsaufwendungen gemeint.

Wenn dem nun tatsächlich so sein sollte, käme heraus:

Minus 122 Mio. Euro bereinigt um …

  • Bankenabgabe und Einlagensicherung (-67 Mio. Euro)
  • Fair-Value-Ergebnis (-78 Mio. Euro)
  • Restrukturierungs-Kosten (-28 Mio. Euro)
  • Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen (-26 Mio. Euro) sowie
  • “Abgangsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten” (-8 Mio. Euro)

… ist gleich, tataa: ein operatives Ergebnis von plus 85 Mio. Euro!!!

Fairerweise sollte man hiervon dann allerdings wenigstens die Risikovorsorge von plus (!) 45 Mio. Euro abziehen. Dann wären noch 40 Mio. Euro Ergebnis übrig. Gemessen an einer zugrundeliegenden Bilanzsumme von 111 Mrd. Euro bzw. gemessen an einem harten Kernkapital in Höhe von 5,6 Mrd. Euro.

Stark? Mmmhhh.

Helaba, LBBW, NordLB: Die Landesbanken verlieren den Mittelbau

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