Exklusiv

Was lief wirklich zwischen Bafin und Greensill Bank? Die Chronik

25. März 2021

Von Christian Kirchner

Wie konnte aus der Greensill Bank – einem scheinbar risikoarmen Supply-Chain-Finanzierer – ein potenzielles Milliardengrab werden? Warum haben die Bafin, der Prüfungsverband der deutschen Banken und andere Kontrollinstanzen nicht früher eingegriffen? Und wer hat wann was gewusst? All das sind nach wie vor ungeklärte Fragen

Finanz-Szene.de liegt nun ein Schlüsseldokument vor, das erstmals Licht in Dunkeln bringt – nämlich die sogenannte „Aufsichtliche Chronik“ zur Causa Greensill Bank, erstellt von der Finanzaufsicht Bafin und dokumentiert in einer schriftliche Antwort des Finanzministeriums auf Fragen des Abgeordneten Fabio di Masi von der Linkspartei. Beginnen mit dem 7. Januar 2019 wird in der Chronik taggenau nachgezeichnet, wie die Aufsicht das Geldinstitut lange Zeit gewähren ließ, warum sie irgendwann dann doch Verdacht schöpfte – und wie die Bafin die Greensill Bank letztlich stoppte.

Wir geben das Dokument an dieser Stelle vollumfänglich wider, in weiten Teilen eins zu eins, wobei wir allerdings an manchen Stellen (wo es dem Verständnis oder dem Lesefluss diente) sinnwahrende Veränderungen oder Ergänzungen vorgenommen haben. Zudem haben wir, optisch abgegrenzt, an einigen Stellen eigene „Anmerkungen“ eingefügt, die bei der Interpretation der Vorgänge helfen sollen. Noch wichtig zum allgemeinen Verständnis (weil sich an einigen Stellen rein sprachlich nicht klar ergibt, wer der handelnde Akteur ist): Die Chronik ist gehalten aus der Sicht der Bafin.

Auf geht’s:

2019

  • 7. Januar: Die Bafin übermittelt der EZB eine Beschlussvorlage zum Plan der australischen Greensill Capital Pty, die Bremer Greensill Bank zu übernehmen. Hintergrund: Zu diesem Zeitpunkt hält die australische Gesellschaft die deutsche Bank nur indirekt – zwischengeschaltet ist noch die britische Greensill Capital Ltd.
  • 13. März: Die EZB hat keine Einwände gegen die Transaktion
  • 26. April: Der Prüfungsverband der deutschen Banken (mehr zu dessen Rolle hier und hier) beginnt eine turnusmäßige Prüfung der Greensill Bank
  • Mai: Im Zuge einer Kapitalerhöhung injiziert die australische Greensill-Gesellschaft mehr als 400 Mio. Euro in die deutsche Bank. Die entsprechenden Mittel stammen aus dem Einstieg des japanischen Investors Softbank bei Greensill.
  • 13. Juni: Die Bafin bestätigt der Greensill Bank, dass die vertragliche Gestaltung einer Versicherungspolice mit der „Insurance Australia Group“ den rechtlichen Anforderungen der Capital Requirements Regulation (CRR) an eine sogenannte „Kreditrisiko-Minderungstechnik“ entspricht (als Hintergrund genau zu diesem Themenkomplex empfehlen wir den Greensill-Bank-Podcast mit Thomas Borgwerth). In der BMF-Chronologie heißt es wörtlich: „Die Prüfung und Entscheidung über die Berücksichtigungsfähigkeit einer Versicherung erfolgt durch die Institute selbst. Sofern die formellen Voraussetzungen nach CRR erfüllt sind, bestehen seitens der Aufsicht keine Eingriffsmöglichkeiten.“

Anmerkung: Das BMF und Bafin und die Bafin sahen in der (aus unserer Sicht hochkritischen) Anerkennung der Kreditversicherungen also offenbar einen rein formalen Akt.

  • 3. Juli:Anlass-Aufsichtsgespräch“ im Zuge der Kapitalerhöhung bei der Greensill Bank
  • 18. Juli: Bafin und Prüfungsverband telefonieren zur laufenden Verbands-Prüfung bei der Greensill Bank
  • 6. September: Gespräch zwischen Bafin, Bundesbank und Softbank. Hintergrund: Die deutschen Aufseher werten die Kapitalerhöhung bei der Greensill Bank alsindirekte bedeutende Beteiligung“ durch Softbank
  • 12. Dezember 2019: Aufsichtsgespräch zwischen der Bafin und der Greensill Bank

2020:

  • Januar 2020: Beginn des regelmäßigen Austauschs zwischen der Bafin und ausländischen Aufsichtsbehörden. Hintergrund sind Berichte 1.) zu Ermittlungen der britischen Finanzaufsicht hinsichtlich eines Greensill-Fonds des Schweizer Vermögensverwalters GAM und 2.) über die Geschäftsverbindung zwischen Greensill und der Gupta-Gruppe.

Anmerkung: Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat die Bafin der Greensill Bank also erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet.

  • 25. Februar: Anhörung zu Kapitalaufschlag (3,5 %) wegen erhöhter Liquiditäts- und Fremdwährungsrisiken im Rahmen des „Supervisory Review and Evaluation Process“.
  • 3. März: Die Greensill Bank erhält Auflagen durch den Prüfungsverband, darunter die Auflagung, das Exposure gegenüber der Gupta-Gruppe zu limitieren

Anmerkung: Dies ist dem Protokoll zufolge die erste tatsächliche Auflage, die der Greensill Bank in dem betrachteten Zeitraum gemacht wurde

  • 1. April: Modifizierung der Prüfungsverbands-Auflagen (u.a. zeitliche Streckung bei teilweisem Abbau des Gupta-Portfolios). Laut Greensill Bank u.a. aufgrund der Corona-Pandemie erforderlich.

Anmerkung: Die Greensill Bank konnte die soeben gemachten Auflagen also mit Verweis auf Corona-Pandemie gleich wieder verwässern

  • 2. April: Eingang Jahresabschlussprüfungsbericht 2019 und Telefonat zwischen Bafin und Prüfungsverband
  • 3. April:Anlass-Telefonkonferenz“ mit dem Vorstand der Greensill Bank. Der Fokus der Telco liegt auf dem Konzentrationsrisiko durch das Gupta-Engagement
  • 5. Mai: Telefonkonferenz mit dem Vorstand der Greensill Bank
  • 5. Juni: Telefonkonferenz mit dem Vorstand der Greensill Bank 
  • 15. Juni: Übermittlung des finalen Prüfungsverbands-Berichts zur Greensill Bank an die Bafin  
  • Q2/Q3 2020: Die Bafin erhält im zweiten und dritten Quartal jeweils einen Hinweis zur Greensill Bank. Die Hinweise beinhalten verschiedene Betrugsvorwürfe, insbesondere seien gefälschte Rechnungen diskontiert worden. Weitere drei Hinweise werden im ersten Quartal 2021 bei der Bafin eingehen. Darin werden Besorgnis über die finanzielle Lage der Greensill-Gruppe sowie verschiedene Betrugsvorwürfe geäußert.
  • 3. Juli: Telefonkonferenz mit dem Vorstand der Greensill Bank
  • 10. Juli: Telefonkonferenz mit dem Prüfungsverband  
  • 10. Juli: Gravierendes Schreiben an die  Greensill Bank wegen des Ergebnisses der Prüfung durch den Prüfungsverband. Es geht um die „fachliche Eignung der Geschäftsleiter“.

Anmerkung: Damit zückt die Aufsicht eines ihrer gravierendsten Sanktionsinstrumente überhaupt

  • 10. Juli: Einrichtung einer „Task Force“ zu Greensill; zudem beginnen die Vorbereitungen zu einer Sonderprüfung  
  • 14. August: Versand eines Fragenkatalog zum Geschäftsmodell an die Greensill Bank. Darüber hinaus wird ein Portfolioauszug angefordert 
  • 21. August: Erstmaliger Bericht an das BMF zum Thema „Aufsichtliches Vorgehen von BA bei Greensill“ (Geschäftstätigkeit, Hinweis auf Prüfungstätigkeit/erste Einschätzungen des Prüfungsverband, weiteres Vorgehen, insbes. Ankündigung Sonderprüfung)

Anmerkung: Die Bafin sieht offenbar den Zeitpunkt gekommen, das Finanzministerium über die Lage bei der Greensill Bank zu informieren

  • 24. August: Das BMF erhält einen weiteren Bafin-Bericht mit Hintergrundinformationen zu Greensill und zur Gupta-Gruppe
  • 27. August: Telefonkonferenz mit dem Prüfungsverband
  • 28: August: Bei der Bafin gehen die Antworten der Greensill Bank auf die Fragen vom 14. August ein; zudem erhält die Bafin den geforderten Portfolioauszug  
  • ab September: Regelmäßiger Austausch mit dem BMF zum weiteren Vorgehen  
  • 2. September: Die Bafin fordert von der Greensill Bank eine Stellungnahme zum Ergebnis der Prüfung des Prüfungsverbands. Zudem ergeht eine Aufforderung zu intensiverer Berichterstattung 
  • 2. September: Der Aufsichtsrat der Greensill Bank erhält ein Auskunftsersuchen

Anmerkung: Wer unsere bisherige Berichterstattung verfolgt hat, wird wissen, dass dem Aufsichtsrat pikanterweise auch Eberhard Kieser angehört, ein ehemaliger und langjähriger Vorstand des Prüfungsverbands. Innerhalb des Greensill-Bank-Kontrollgremiums sitzt Kieser übrigens dem Risikoausschuss vor.

  • 8. September: Telefonkonferenz mit dem Prüfungsverband
  • 11. September: Anordnung einer forensischen Sonderprüfung bei der Greensill Bank durch KPMG. Zudem ergeht die Aufforderung zur „horizontalen Konsolidierung“ mit der britischen Greensill Capital Ltd.
  • 14. September: Beginn der forensischen Sonderprüfung (Durchführung durch KPMG)  
  • 27. Oktober: Telefonkonferenz mit der Banca d’Italia/EZB. Anlass ist ein Inhaberkontrollverfahren im Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb einer bedeutenden Beteiligung an der italienischen GBM Banca durch Sanjeev Gupta
  • 8. Dezember: Die Bafin versendet eine „Anhörung“ an die Greensill Bank. Die Themen lauten: Kreditverbot und Sonderbeauftragter
  • 15. Dezember: Videokonferenz der Bafin mit Lex Greensill (also dem Gründer der Greensill-Gruppe) sowie mit Vorstand und Aufsichtsrat der Greensill Bank. Es geht um das Geschäftsmodell, um das Konzentrationsrisiko gegenüber der Gupta-Gruppe, um die KPMG-Sonderprüfung, um die aktuelle Lage der Bank und um die Auswirkungen der angekündigten Maßnahmen (partielles Kreditverbot u. a.)  
  • 22. Dezember: Bei der Bafin geht der KPMG-Bericht ein („Teilprüfungsbericht I“)  

2021

  • 5. Januar: Innerhalb der Bafin kümmert sich nun das Intensivaufsicht-Referat“ innerhalb des Geschäftsbereichs Bankenaufsichtum die Greensill Bank
  • 6. Januar: Telefonkonferenz der Bafin und der Bundesbank mit Lex Greensill und dem Vorstand der Greensill Bank bezüglich einer Anpassung des Plans zum Abbau des Gupta-Portfolios
  • 8. Januar: Anordnung zusätzlicher Berichtspflichten und Bestellung der Sonderbeauftragten
  • 13. Januar: Die Sonderbeauftragten informieren über die Verletzung von Berichtspflichten durch die Greensill Bank. Konkret ist das Institut im Hinblick auf das Gupta-Portfolio nicht in der Lage, den Anteil angekaufter bestehender bzw. zukünftiger Forderungen anzugeben

Anmerkung: Hier schwingt nun erstmals sehr deutlich ein möglicher Betrug mit – und dass der Sonderbeauftragte Chaos vorfindet. Mindestens aber scheint die Bank den Überblick über ihr Portfolio verloren zu haben.

  • 18. Januar: Stellungnahme KPMG in Reaktion zur Stellungnahme der Greensill Bank zum Prüfungsverlauf und zu einzelnen Feststellungen 
  • 20. Januar: Die Bafin erhält ein Schreiben des Prüfungsverbands, in dem es um  Verstöße der Greensill Bank gegen verschiedene satzungsmäßige Pflichten geht
  • 20. Januar: Telefonkonferenz mit KPMG zur Bilanzierungsfähigkeit der Forderungen ggü. der Gupta-Gruppe. Die Bafin erfährt dabei von einem Darlehensprogramm („Projekt Delta“), das parallel zum Forderungsankaufs-Programm besteht

Anmerkung: Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss der Bafin der Verdacht gekommen sein, dass das Exposure der Greensill Bank gegenüber der Gupta-Gruppe noch größer sein könnte als angenommen. Und dass das Porfolio womöglich auch direkte, nicht versicherte Kreditrisiken birgt. Mit dem „Projekt Delta“ sind direkte Darlehen an die Gupta-Gruppe gemeint. Diese Darlehen waren in vorherigen Geschäftsberichten auch nie Teil des Geschäftsmodells

  • 21. Januar: Telefonkonferenz mit dem Vorstand der Greensill Bank zur Struktur des „Accounts Receivables Program“ mit der Gupta-Gruppe
  • 25. Januar: Anzeige nach § 29 Abs. 3 KWG durch KPMG. Inhalt: Bei der Durchführung der Sonderprüfung seien Tatsachen bekannt geworden sind, die den Bestand des Instituts gefährden bzw. die schwerwiegende Verstöße der Geschäftsleitung erkennen lassen könnten  
  • 26. Januar: Es findet eine Ahörung zum einem Maßnahmenpaket statt, dabei geht es u.a. um das Thema Kreditverbot
  • 26. Januar: Intensivierung der Überwachung von Auszahlungen durch die Sonderbeauftragten 

Anmerkung: Der Bafin geht es nun offenkundig darum, dass kein weiteres Geld aus der Bank fließt.

  • 28. Januar: Stellungnahme Greensill-Bank-Abschlussprüfers Ebner Stolz zu den gravierendsten Feststellungen des  KPMG-Prüfungsberichts  
  • 29. Januar: Telefonkonferenz mit Ebner Stolz  
  • 1. Februar: Telefonkonferenz mit Lex Greensill, Softbank und Sanjeev Gupta zum Abbauplan hinsichtlich des Gupta-Portfolios
  • 2. Februar: Die Bafin erhält ein an die Greensill Bank gerichtetes Schreiben des  Prüfungsverbands. Es geht darin um die Anpassung der Auflagen  
  • 3. Februar: Amtsniederlegung Aufsichtsrat-Mitglied Lynn-Alexander Brandes zur Vermeidung möglicher Interessenkonflikte *)

Anmerkung: Welche Konflikte genau gemeint sein könnten, ist unklar

  • 3. Februar: Telefonkonferenz mit dem Vorstand der Greensill Bank zum „Projekt Delta“
  • 3. Februar: Stellungnahme KPMG zum Zwischenstand der Prüfung der Bilanzierung von Forderungen aus dem GuptaPortfolio  
  • 5. Februar: Anforderung erhöhter Nachweispflichten durch die Sonderbeauftragten im Zusammenhang mit sog. Secondaries (Durchleitung von Forderungen)  
  • 5. Februar: Stellungnahme der Greensill Bank zur Insolvenzfestigkeit von Zahlungen aus dem Gupta-Programm

Anmerkung: Eine der grundlegenden Sorgen der Aufseher wird immer klarer – es gibt offenbar offene Forderungen, die (anders als es Geschäfts- und Ratingbericht steht suggeriert haben) nicht durch Kreditausfallversicherungen gedeckt sind. 

  • 8. Februar: Deie Bafin erhält eines weiteres an die Greensill Bank gerichtetes Schreiben des Prüfungsverbands. Wieder geht es um die Anpassung der Auflagen

Anmerkung: Um welche Auflagen es sich genau handelt geht aus dem uns vorliegenden Dokument nicht hervor, ebensowenig wie bei dem Eintrag am 2.  Februar

  • 9. Februar: Anhörung zum Thema „Konzernzahlungsverbot “
  • 10. Februar: Die Bafin fordet Unterlagen zur Werthaltigkeit der Ansprüche gegenüber der Gupta-Gruppe aus Darlehensverträgen an („Installment Payment Agreements“ „IPAs“)  
  • 12. Februar: Stellungnahme der Greensill Bank zum Anhörungsschreiben vom 9. Februar
  • 12. Februar: Stellungnahme KPMG zur Bilanzierungsfähigkeit von Forderungen aus dem Gupta-Portfolio 
  • 16. Februar: Erlass des „Konzernzahlungsverbots“
  • 16. Februar: Die Bafin erhält die Unterlagen zur Werthaltigkeit der Ansprüche gegenüber der Gupta-Gruppe aus den „IPAs“  
  • 18. Februar: Anforderung Stellungnahme von Ebner Stolz zu möglichen Auswirkungen der Stellungnahme von KPMG zur Bilanzierung auf das Testat für den Jahresabschluss 2019  
  • 18. Februar: Stellungnahme der Bundesbank zu möglichen Verstößen gegen bankaufsichtliche Vorgaben  
  • 19. Februar: Stellungnahme der Greensill Bank zur Abarbeitung der KPMG-Feststellungen  
  • 22. Februar: Auftrag an KPMG zur Prüfung der ökonomischen Werthaltigkeit der Forderungen gegenüber der Gupta-Gruppe
  • 22. Februar: Die Bafin erhält das Schreiben des Prüfungsverbands an die Greensill Bank wegen der Stellungnahme der Greensill Bank zu aufsichtsrechtlichen Maßnahmen der Bafin  
  • 23. Februar: Erlass eines Maßnahmenpakets wegen Geschäftsorganisationsmängeln  
  • 23. Februar: Auftrag an KPMG zur Prüfung des rechtlichen Bestands der Forderungen gegenüber der Gupta-Gruppe
  • 1. März: Stellungnahme der Greensill Bank zur Stellungnahme von KPMG zur Bilanzierungsfähigkeit von Forderungen aus dem Gupta-Portfolio vom 12. Februar
  • 2. März: Anhörung zur Untersagung der Berücksichtigung der Barsicherheiten und der Kreditausfallversicherung als Kreditrisikominderungstechnik auf Basis der Erkenntnisse der Sonderprüfer und Sonderbeauftragten, um diesbezügliche Verstöße gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen zu unterbinden

Anmerkung: Um es etwas einfacher auszudrücken – die Zweifel, dass die Kreditversicherungen wirklich dazu beitragen, die Kreditrisiken zu mindern, werden größer und größer

  • 2. März: Anordnung vollständiges Kreditverbot  
  • 2. März: Stellungnahme KPMG zu möglichen Verstößen gegen bankaufsichtliche Vorgaben  
  • 2. März: Anzeige nach § 29 Abs. 3 KWG durch Ebner Stolz. Inhalt: Bei der Durchführung der Sonderprüfung sind Tatsachen bekannt geworden, die den Bestand des Instituts gefährden bzw. die schwerwiegende Verstöße der Geschäftsleitung erkennen lassen könnten

Anmerkung: Diese Anzeige dürfte der Sargnagel gewesen sein. Hübsche Parallele zu Wirecard übrigens: Wenn selbst dem Wirtschaftsprüfer skeptisch wird, dann war’s das

  • 3. März: Anordnung Moratorium  
  • 3. März: Die Bafin stellt Strafanzeige gegen den Vorstand der Greensill Bank wegen des Anfangsverdachts der Bilanzfälschung
  • 3. März: Stellungnahme von Ebner Stolz zu möglichen Auswirkungen der Stellungnahme von KPMG zur Bilanzierung auf das Testat für den Jahresabschluss 2019  
  • 11. März: Untersagung der Berücksichtigung bestimmter Sicherheiten (Kreditausfallversicherung und Barsicherheiten) als Kreditrisikominderungstechnik auf Basis der Erkenntnisse der Sonderprüfer und Sonderbeauftragten, um diesbezügliche Verstöße gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen zu unterbinden  
  • 15. März: Insolvenzantrag durch die Bafin
  • 16. März: Eröffnung des Insolvenzverfahrens  
  • 16. März: Feststellung des Entschädigungsfalls durch die Bafin 

*) In einer vorherigen Version des Artikels hieß es: „Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Greensill Bank,  Lynn-Albert Brandes, legt aufgrund von Interessenskonflikten sein Amt nieder“. Diese Formulierung war falsch, richtig muss es heißen (wie oben: “ Amtsniederlegung Aufsichtsrat-Mitglied Lynn-Alexander Brandes zur Vermeidung möglicher Interessenkonflikte“)

Exklusiv: Die fatale Greensill-Entscheidung der Bafin

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