Rückblick

Was während unserer Pause in der Bankenbranche passiert ist

Rückzug der Capital Group lässt DeuBa und Coba einbrechen

Als die Capital Group vor zwei Jahren zum Großaktionär der Deutschen Bank aufstieg – da wurde das Engagement als “persönlicher Erfolg” für Vorstandschef Christian Sewing und Finanzchef James von Moltke beschrieben. Nun wollen wir natürlich nicht so weit gehen, den vergangene Woche publik gewordenen Ausstieg des US-Investors nun zum “persönlichen Misserfolg” umzudeuten. Allerdings: Eine Überraschung ist es schon, dass einer der (dachte man jedenfalls) überzeugendsten Deutsche-Bank-Aktionäre nun das Weite sucht – nachdem zuletzt ja auch schon Cerberus seinen Anteil merklich zurückgefahren hatte. Entsprechend die Reaktion der Börse: Die Deutsche-Bank-Aktie beendete die Karwoche mit einem Minus von 5,8%. Noch schlechter´ freilich erging es der Commerzbank. Denn auch da zählte die Capital Group zu den Großinvestoren. Und auch da erfolgte vergangene Woche der Rückzug. Der Einbruch hier, wiederum auf Wochensicht: 8,6%.

Sewings sechs Ankeraktionäre: Wer investierte wann und wieso?


Weitere Banken-News aus unserer Pause

  • Die Bafin hat die VTB Bank Europe endgültig von deren Mutter, der russischen Staatsbank VTB, abgekoppelt. Nachdem es dem Frankfurter Geldinstitut auch vorher schon verboten war, Vermögenswerte innerhalb der Gruppe zu verschieben, darf die hiesige VTB nun aus Moskau auch keine Weisungen mehr entgegennehmen. Mitteilung
  • Die Münchener Hypothekenbank hat ihren Darlehensbestand im vergangenen Jahr um 8% auf 41,7 Mrd. Euro in die Höhe getrieben – wobei das Wachstum bei privaten Baufinanzierungen (+10% auf 28,7 Mrd. Euro) stärker ausfiel als bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen (+8% auf 13 Mrd. Euro). Das aggregierte Zins- und Provisionsergebnis stieg um 14% auf 272 Mio. Euro, der Verwaltungsaufwand erhöhte sich um 4% auf 133 Mio. Euro – und beim Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verbuchte der genossenschaftliche Player ein Plus von 19% auf 113 Mio. Euro. Mitteilung
  • Moody’s hält trotz des Krieges in der Ukraine an seinem stabilen Ausblick für die deutsche Bankenbranche fest. Die Einschätzung der Ratingagentur fußt auf der Annahme, dass sich die Konjunkturerholung in den nächsten 12-18 Monaten fortsetzen werde – wenn auch in gemäßigtem Tempo. Reuters, via BÖZ (Paywall)
  • Das neu formierte Bankhaus Hauck Aufhäuser Lampe hat einen rudimentären Einblick in seine 2021er-Zahlen gegeben. Die Kurzpräsentation läuft darauf hinaus, dass die allermeisten Kennwerte (wir vermuten: vor allem wegen der Lampe-Übernahme) sehr viel höher daherkommen als im Vorjahr und ein Nachsteuergewinn von 46 Mio. Euro übrig geblieben ist. Mitteilung
  • Aus der KfW-Familie: 1.) Bei der KfW Ipex (der Jahresabschluss hier als PDF) ist im abgelaufenen Geschäftsjahr der Betriebsgewinn mit 161 Mio. Euro wieder merklich auskömmlicher ausgefallen als im Corona-Jahr 2020 mit seinerzeit nur 18 Mio. Euro. Der Grund: signifikant weniger Risikovorsorge. Zugleich fällt ins Auge, dass die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sehr deutlich um 14% auf 261 Mio. Euro gestiegen sind; und 2.) Die DEG-Bank wiederum (hier das entsprechende PDF) weist einen Jahresüberschuss von 225 Mio. Euro aus – nach minus 179 Mio. Euro im Vorjahr. Die Erklärung auch hier: die Risikovorsorge. Und wo wir schon mal beim Verwaltungsaufwand waren: minimal auf 143,1 Mio. Euro gesunken.
  • Die Berliner Volksbank weist für 2021 ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 122 Mio. Euro aus – gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme ein Wert von 0,71%.
  • Und aus dem befreundeten Ausland: Die französische Großbank Crédit Agricole hat sich mit gut 9% bei der drittgrößten italienischen Bank, der Banco BPM, eingekauft. Reuters
To top