Research

Welche deutsche Bank macht wie viel Gewinn? Das Ranking.

10. Juni 2021

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Als die hiesige Dependance der BNP Paribas im Februar ihre Jahres-Pressekonferenz abhielt, da bediente sich Deutschland-Chef Lutz Diederichs einer etwas eigentümlichen Methode, um das eigene Vorsteuerergebnis zu quantifizieren: Nein, wie viel Gewinn sein Institut gemacht habe, das wolle er nicht sagen, so Diederichs seinerzeit. Aber dass die BNP inzwischen zu den fünf gewinnstärksten Banken hierzulande zähle, so viel könne er dann doch verraten.

Und wir hier? Hatten den Salat. Denn: Wie viel ist das nun? Welches Vorsteuerergebnis muss eine hiesige Bank im Jahre 2021 nach Christus (bzw.: Genau genommen reden wir ja nicht von 2021, sondern von 202o …) auf die Waage bringen, um sich hieran gemessen zu den fünf größten zählen zu dürfen? 400 Mio. Euro? 600 Mio. Euro? 800 Mio. Euro?

Und vor allem: Stimmte denn überhaupt, was der gute Herr Diederichs da sagte? Oder hatte er (in der Hoffnung, dass es ohnehin nie jemand überprüfen würde) die Backen ein bisschen arg weit aufgeplustert, damals, Mitte Februar?

Jedenfalls: Inzwischen sind wir vier Monate weiter. Und die allermeisten namhaften Banken haben ihre 2020er-Zahlen natürlich längst veröffentlicht  (übrigens auch die Diederichs-BNP, wiewohl nur indirekt, nämlich über den erweiterten Konzernabschluss ihrer französischen Mutter). Mit unserer großen Gewinn-Tabelle allerdings haben wir absichtlich ein bisschen länger gewartet: Weil: Neben den großen Privatbanken, den Landesbanken, den Hypothekenbanken und den Auslandsbanken wollten wir unbedingt auch die größeren Förderbanken (deren Zahlen kamen Ende April) sowie wenigstens ein paar größere Sparkassen und Genobanken (deren Abschlüsse werden jetzt nach und nach veröffentlicht) in unsere Übersicht mit einbeziehen.

Sehen Sie also hier: Das Ranking mit den Vorsteuerergebnissen der gut 30 wichtigsten deutschen Banken, von der Deutschen Bank bis zur L-Bank, von der DKB bis zur BB Bank, von der Helaba bis zur Münchner Stadtsparkasse. Und sehen Sie dabei nebenbei auch, ob Herr Diederichs übertrieben hat oder nicht:

(Die notwendigen methodischen und sonstigen Fußnoten finden Sie übrigens dort, wo Fußnoten hingehören, nämlich weiter unten)

in Mio. Euro HGB (*)
DZ Bank (Konzern) 1455
HVB Group 1072
ING Deutschland 1042
Deutsche Bank 1021
VW Bank 844
KfW 600
BNP Deutschland 499
Targobank 426
Santander Consumer Bank 394     *
Deka 386
HCOB 257
LBBW 252
DKB 250
Helaba 223
BayernLB 195
HSBC Deutschland 187
Deutsche Pfandbriefbank 154
Apobank 136     *
Berenberg 125     *
Oldenburgische Landesbank 115     *
Kreissparkasse Köln 99     *
Berliner Volksbank 85     *
Landwirtsch. Rentenbank 83     *
IKB 73 *
Frankfurter Volksbank 62     *
L-Bank 50     *
Haspa 45     *
Baader Bank 45 *
Landesbank Berlin / Berliner Sparkasse 40     *
Stadtsparkasse München 35-130     *
BB Bank 34     *
Sparda-Bank Baden Württemberg 23     *
Sparkasse KölnBonn 20,5-108,8     *
NRW Bank 18     *
Metzler 3     *
NordLB -13
Commerzbank -2626

Fußnoten:

  • Da die größeren Banken überwiegend nach IFRS bilanzieren, die übrigen aber nach HGB, sind die Zahlen nicht 1:1 vergleichbar
  • Wo es sowohl IFRS- als auch HGB-Zahlen gibt, haben wir die IFRS-Zahlen genommen
  • Um eine zumindest grobe Vergleichbarkeit herzustellen, haben wir bei den HGB-Banken auf das Vorsteuerergebnis noch die abgeführten 340f-Reserven draufgeschlagen (so ähnlich macht die Bundesbank das ja auch; meinen wir jedenfalls zu erinnern)
  • Sofern es sich, wie größtenteils bei der Apobank, um frisch gebildete 340f-Reserven handelt, die aufgelösten 340g-Reserven entstammen, haben wir diesen Anteil allerdings herausgerechnet
  • Die OLB hat keine 340f-Reserven gebildet, sondern ebendiese aufgelöst. Auch das haben wir entsprechend berücksichtigt (halt nicht addierender-, sondern entsprechend subtrahierenderweise)
  • Die Sparkasse KölnBonn und die Sparkasse München waren trotz mehrmaliger Anfrage nicht zu überzeugen, uns die für den Vergleich notwendigen Zahlen zur Verfügung zu stellen; darum können wir hier nur grobe Spannen (basierend auf Zahlen aus Präsentationen) verwenden
  • Auch diverse andere, hier aufgeführte Banken haben noch keinen testierten Abschluss veröffentlicht, sondern lediglich rumpfartige Geschäftsberichte oder gar nur Pressemitteilungen; wir setzen darauf, dass alle Beteiligten einigermaßen ehrlich mit den publizierten Zahlen umgegangen sind (wohlwissend, dass es den ein oder anderen Vorstand oder auch die ein oder andere Vorstanschefin da draußen gibt, denen das außerordentlich schwer fällt)

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