Kurz gebloggt

Wie viel Geld zieht die BayernLB aus der HGAA-Abwicklung?

Wer – wie wir hier – an diesem Wochenende zur “Süddeutschen Zeitung” griff, konnte für einen Moment glauben, über eine sensationelle Meldung (Paywall) zu stolpern: “Geldsegen aus Kärnten für Bayern. Nach der Abwicklung der Skandalbank Hypo Alpe Adria fließen fast 2 Mrd. Euro an die Bayerische Landesbank.”

Der Haken an der Sache war nun aber, dass der Präsens des Teasers im Textverlauf zum Perfekt mutierte (“sind 1,8 Mrd. Euro bezahlt worden”). Was die Frage aufwarf, ob es sich nicht einfach nur um den bekannten Umstand handelt, dass der BayernLB noch Geld aus der HGAA-Abwicklung zusteht.

Was ist also Sache? Versuchen wir den Abgleich mit den Primärquellen:

  1. Laut 2018er-Konzernabschluss erkannte die HGAA-Abwicklungsgesellschaft “Heta” in jenem Jahr an, “dass die BayernLB mit einer Forderung in Höhe von 2,4 Mrd. Euro nicht nachrangiger Gläubiger ist”.
  2. Beginnend ebenfalls mit dem Jahr 2018 wurde der Bilanzposten “Eingänge auf abgeschriebene Forderungen” dank der HGAA-Gelder zumindest vorübergehend sehr üppig.
  3. Dennoch kommt man, wenn man die Eingänge für die Jahre 2018-2021 aufaddiert (246+327+182+55), erst mal “nur” auf eine Summe von 810 Mio. Euro.
  4. Im H1-2022-Bericht der BayernLB wiederum findet sich dann allerdings ein Hinweis, wonach der Landesbank “auf Basis des Abbauplans der Heta” noch “bis zum Jahr 2030” weitere Liquidationserlöse zustehen.
  5. In einer Mitteilung der österreichischen Finanzaufsicht zur HGAA-Abwicklung wird die Insolvenzquote auf nicht-nachrangige Verbindlichkeiten mit 86,32% angegeben. Gemessen an den 2,4 Mrd. Euro wären das 2,07 Mrd. Euro.

Was also ist nun Sache? Die BayernLB könnte die Sache sicherlich aufklären. Aber sie schweigt zu den Vorgängen.

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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