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Zwei Jahre nach dem Exit – deutsche Santander strebt zurück ins Baufi-Geschäft

Der Wettbewerb ist intensiv, die Margen überschaubar, der Kapitalbedarf hoch – und so traten in der privaten Baufinanzierung zuletzt gleich mehrere Player auf die Bremse (vor allem solche, die genau überlegen, wie sie ihre Eigenmittel einsetzen). Die Deutsche Bank schickte die aufs Plattform-Geschäft fokussierte Tochter DSL Bank in die Abwicklung (siehe hier). Die Commerzbank regelte still und leise den Forderungsbestand herunter (siehe hier). Und auch für die Hypo-Vereinsbank – darauf deuten jedenfalls Bundesbank-Zahlen hin – ist die Baufinanzierung kein Wachstumsfeld mehr.

So gesehen: Schien industriell nachvollziehbar, dass die Santander Consumer Bank das Neugeschäft in der privaten Baufinanzierung vor zwei Jahren sogar komplett einstellte. Zumal sich die Spanier hierzulande ja ohnehin auf Konsolidierungskurs befinden. Plus: Das Baufi-Geschäft hatten sie ursprünglich von der 2010 übernommenen SEB Bank geerbt – so richtig in der DNA steckte es also eh nicht.

Nun allerdings, rund 24 Monate und einen Chefwechsel später, erwägen die Spanier unvermittelt einen U-Turn, wie Finanz-Szene aus Insider-Kreisen erfahren hat. So soll der im letzten Herbst installierte neue CEO Petri Nikkilä intern die Losung ausgegeben haben, eine Rückkehr ins Baufinanzierungs-Geschäft durchzuspielen. Konkret werden im Management angeblich schon Berechnungen angestellt, welche Folgen der Wiedereinstieg für die Risikokennzahlen und den Rückstellungsbedarf hätte. Auch sollen hauseigenen Beratern schon entsprechende Schulungen angeboten worden sein. Nikkilä sei klar gewillt, den unter seinem Vorgänger Vito Volpe getroffenen Exit-Beschluss zu revidieren, hören wir.

Eine Sprecherin sagt zu alldem nur: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns hierzu nicht äußern.“

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