Exklusiv

ING-Diba-Risikochefin geht zur BayernLB. Und >70 weitere März-Personalien

In unserem Personalien-Ticker beleuchten wir die personellen Veränderungen bei Banken und Fintechs hierzulande.

Hier unser Ticker für den März 2024:

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Exklusiv: ING-Diba-Risikovorständin angeblich vor Wechsel zur BayernLB

Unter den deutschen Top-10-Banken deutet sich ein interessanter Wechsel vom privaten ins öffentliche Lager ab. So soll die bisherige Risikovorständin der ING Diba, Sigrid Kozmiensky, angeblich bei der BayernLB andocken, wie Finanz-Szene am Mittwoch von zwei mit den Vorgängen vertrauten Quellen erfuhr. Die ING Diba wollte die Personalie am Abend auf Anfrage nicht dementieren – bestätigte sie allerdings auch nicht. Der Kommunikationschef der BayernLB war für „Finanz-Szene“ telefonisch zunächst nicht zu erreichen. Somit verbleibt in der Causa eine Rest-Unsicherheit.

[Nachtrag, Donnerstag, 8.50 Uhr: Die BayernLB hat die Verpflichtung von Kozmiensky soeben per Pressemitteilung bestätigt. Die Managerin wird zum 1. Juli als Chief Risk Officer in den Vorstand einziehen und Marcus Kramer ersetzen]

Kozmiensky entstammt der niederländischen ING-Mutter, bevor sie von 2014 bis 2019 für die Europäische Zentralbank tätig war – und dann bei der ING Diba anheuerte, wo sie 2020 in den Vorstand aufstieg und von Bernd Geilen das Risikoressort übernahm. Just in dieser Woche war bekannt geworden, dass Kozmiensky überdies anstelle von Ex-Deka-Chef Michael Rüdiger in den Aufsichtsrat der Deutschen Börse einziehen soll (so ging es aus der am Dienstag verschickten HV-Einladung des Börsenbetreibers hervor, zuerst hierüber berichtet hatte die „BÖZ“).

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Kurz getickert

  • Mit dem Abgang von Sven Degelow zur DKB steigt bei BNP Paribas Personal Investors Deutschland nun Rainer Hohenberger zum Chef auf. Der langjährige Consorsbanker verantwortet in der Sparte derzeit das B2C-Geschäft und berichtet künftig unter anderem an Deglows bisherigen Co-CEO Thomas Zink. Dieser wiederum steigt nämlich auch auf und wird künftig die Division „New Digital Business & Personal Investors“ leiten.
  • Die LBBW holt Daniela Haack, die zuletzt bei der Commerzbank als COO fürs internationale Firmenkundengeschäft verantwortlich zeichnete, als Leiterin der Bereichs Strategie und Konzernentwicklung – just nachdem vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass die Bereichsvorständin IT, Christiane Vorspel, von der Stuttgarter Landesbank als COO zu den Gelben wechselt (siehe weiter unten).
  • Ein weiterer Abgang beim Bank-Verlag: Nach Informationen von Finanz-Szene hat die „Head of Legal & HR“ Marion Mosen den unter Druck stehenden Girocard-Processor der privaten Banken kürzlich verlassen. Ausweislich ihres Linkedin-Profils arbeitete die Juristin mehr als 20 Jahre lang für die BdB-Tochter, laut Handelsregister verfügte sie über Prokura.
  • Abgang auch beim Berliner Smartbroker: Dort geht laut einer Pflichtmitteilung Finanzchef Roland Nicklaus, ab Anfang April übernimmt demnach (wie schon beim Abgang von CEO Matthias Hach in 2022) der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende André Kolbinger das Ressort vorübergehend.
  • Die Union Investment Luxemburg verliert Vorständin Maria Löwenbrück per Ende der Vertragslaufzeit im Mai – „auf eigenen Wunsch“, wie es heißt.
  • Nochmal BNP Paribas: Die Franzosen bedienen sich in Frankfurt für ihr Private-Banking-Geschäft bei Berenberg – und holen deren „Head of Wealth Management“ Oliver Pietsch als neuen „Head of Investment Services Wealth Management“.
  • Das auf „Buy now pay later“ für B2B spezialisierte Fintech Billie verliert nach rund zwei Jahren seinen Technologiechef Benjamin Hoskins, der ausweislich seines Social-Media-Profils nun für ein E-Commerce-Unternehmen tätig ist.

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Wechsel

Wer Wohin Position Kommt von
Guido Elbrecht VR Bank Lahn-Dill Vorstandsmitglied Union Investment
Tobias Schwerdtfeger LBBW Director Communications Volkswagen
Susanne Janßen BayernLB Vertriebsleiterin NRW Immobilienkunden SSK Düsseldorf
Stefan Kauhaus Visa (Hamburg) Director, Digital Identity IDNow
Laura Otterndorf Berenberg Head of Marketing Vanguard

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Deglow statt „Ula“ – was hinter dem Chefwechsel bei der DKB steckt

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Bernd Förtsch gegen Frank Niehage: Palast-Revolte bei Flatex-Degiro

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Kurz getickert

  • Die Landwirtschaftliche Rentenbank verlängert den Vertrag mit der seit 2022 amtierenden Vorstandschefin Nikola Steinbock bis 2030.
  • Copy & Paste: Die Apobank verlängert den Vertrag mit dem seit 2022 amtierenden Vorstandschef Matthias Schellenberg bis 2029.
  • Saskia Lagemann, aktuell Vorständin bei der Sparkasse Leverkusen, wird Anfang Juni Geschäftsführerin des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands.
  • Die Deutsche Bank setzt eine personelle Duftmarke: Der bisherige Chief Technology Officer der Bank of America, Tony Kerrison, soll ab Mai die neue geschaffene Abteilung Group Technology Infrastructure der Frankfurter leiten; er berichtet direkt an IT-Vorstand Bernd Leukert. 
  • Die DZ Bank macht Stefan Beismann, bislang Vorstand der Sparkasse Heidelberg (und davor bereits lange für das genossenschaftliche Zentralinstitut tätig), zum Leiter ihres Firmenkunden-Zentralbereichs.

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Wie Karl von Rohr trotz 34%-Bonus-Cut auf exakt 100% Salär kommt

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N26 holt neuen Produktchef von Krypto-Börse Binance

N26 besetzt den seit September 2023 vakanten Posten des Chief Product Officers nach. Wie die Berliner Neobank mitteilt, wird der frühere Google-Manager Mayur Kamat die Position in Kürze am Standort Barcelona antreten. Nun ist N26 zwar für seine doch recht fluiden Management-Konstruktionen bekannt (siehe hier), dennoch ist die Personalie gleich unter drei Aspekten interessant: 1.) Kamat kommt wie zuletzt auch Risikochefin Carina Kozole (Ex-HVB), Finanzchef Arnd Schwierholz (Ex-Flixbus) und Marketingchef Juan Bongiovanni (zuvor Trade Republic) von außen; 2.) Genauer gesagt war Kamat zuletzt bei der Krypto-Börse Binance und ist damit nun der zweite C-Level-Manager nach Bongiovanni, den die Bank von einer Brokerage-Plattform holt – pünktlich zum Launch des hauseigenen Trading-Produkts; und 3.) Die vermeintlich größere Challenge als die neuen Investmentprodukte ist für Kamat allerdings die Verweildauer eines durchschnittlichen N26-Produktchefs – diese betrug für die drei Vorgänger Gilles BianRosa, Georgina Smallwood und Lorenz Jüngling jeweils nur rund zwei Jahre.

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Kurz getickert

  • Das früher viel beachtete Finleap-Venture Vane (dermaleinst „Billfront“) verliert seinen Gründer Grigorios Dimitriou. Dieser wechselt an die Spitze des griechischen Medienkonglomerats Antenna Group. Bei Vane hatte sich Dimitriou schon im November letzten Jahres aus der Geschäftsführung zurückgezogen und zuletzt nur noch einen Beiratsposten inne.

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Zugänge

Wer Wohin Position Kommt von
Jennifer Isabella Schimanko Pair Finance Geschäftsführerin Pair Collect Österreich Credi2
Stefan Wenninger Solaris Director Group Program & Third Party Management N26
Michael Offermann Recap VP Growth / Strategy Tomorrow
Karine Nascimento N26 Head of Product – Growth Brainly (Bildung)
Ivar van Herpen Pliant VP Sales Airplus International

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Exklusiv: Kiosk-Bank Nickel sucht neuen CEO für den deutschen Markt

Die zur BNP Paribas gehörende Kiosk-Bank Nickel sucht wenige Monate nach dem Start in Deutschland bereits wieder einen neuen Chef. Nach Informationen von Finanz-Szene ist der Manager Reinhard Grübl, der den Posten erst im Juni 2022 angetreten und auch den Marktstart in Deutschland im September 2023 begleitet hatte (siehe hier), nicht mehr im Amt – an seiner statt fungiert seit einigen Tagen die französische Gruppen-CEO Marie Degrand-Guillaud als Leiterin der Niederlassung von Nickel in Deutschland. Zugleich hat die BNP-Paribas-Tochter Anfang der Woche eine entsprechende Stellenanzeige geschaltet, in der sie Ausschau nach einem neuen Leiter mit „10-15 Jahren Erfahrung“ am Standort Berlin hält.

Über die Gründe des Abgangs von Grübl ist nichts bekannt. Ein Sprecher teilte auf Nachfrage lediglich mit, dass sich Grübl „nach fast zwei Jahren erfolgreicher Arbeit mit dem Start von Nickel Deutschland und dem Aufbau eines Teams von fast 30 Mitarbeitern“ nun neuen Herausforderungen widmen werde. Das Unternehmen danke ihm ausdrücklich für die geleistete Aufbauarbeit. Die Neobank setzt hierzulande wie schon in einigen anderen Ländern auf Kundengewinnung und -betreuung an kleinen Kiosken mit einem simplen Girokonto samt Debitkarte. Zielgruppe sind jene Kunden, die woanders Schwierigkeiten haben, ein Konto zu eröffnen (siehe auch unsere damalige Analyse -> „Der Kiosk als Bank“).

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Kurz getickert

  • Die Frankfurter Sparkasse beruft die Marktfolge-Ressortleiterin Andrea Kilian in den Vorstand. Wie das Institut mitteilt, wird sie dort ab Oktober die Nachfolge von Michael Westphalen übernehmen – der heute 59-Jährige zog zwar selbst erst vor knapp zwei Jahren ins Führungsgremium der Sparkasse ein, gehe nun aber „planmäßig und auf eigenen Wunsch“ in den Ruhestand.
  • Bei der BayernLB-Tochter Real IS rückt die vor einem Jahr geholte Vorständin Christine Bernhofer ab Oktober auf den Chefposten. Sie löst Jochen Schenk ab, der in den Ruhestand geht.
  • Das auf KMU-Kredite spezialisierte Fintech Teylor (siehe dazu auch unsere aktuelle Podcast-Folge) holt als neuen „Chief Market Officer“ den früheren Deutschbanker Amadeus von Kummer. Der war zuletzt beim Open-Banking-Fintech Fintecsystems, das mittlerweile in Tink aufgegangen ist. Finance Forward 

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Interne Wechsel

Wer Wo Seit Neue Position
Frank Dabringhausen Volksbank Oberberg k.A. Vorstandschef
Karoline Kahl Sparkasse Marburg-Biedenkopf 2023 Vorstandsmitglied
Frank Propson KSK Bitburg-Prüm 1997 Vorstandsmitglied
Gesa Wilms Deka Immobilien Investment 2008 Geschäftsführerin
Thomas Graf BayernLB 2010
Abteilungsleiter Credit Risk Management Residential & Office
Riccardo Colnaghi Solarisbank 2020 Chief Growth Officer
Sven Warnken Barclays Frankfurt 2021 Director – Lead Treasury Banker
Suraj Kakar Portagon 2022 VP Revenue

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Kurz getickert

  • Die DWP Bank hat einen Ersatz für den scheidenden Finanz- und Risikovorstand Martin Zoller gefunden, wie am 14. März offiziell mitgeteilt wurde – nämlich Thorsten Warmt, bislang HSBC Deutschland. Laut „Platow-Brief“ soll die Position des ebenfalls demissionierenden Vorstandschefs Heiko Beck derweil gar nicht mehr besetzt werden. Stattdessen könnte der Wertpapier-Abwickler der Sparkassen und Volksbanken künftig von einem Vorstands-Team bestehend aus IT-Chef Markus Neukirch, der bisherigen Generallbevollmächtigen Kristina Lindenbaum und eben Neuzugang Warmt geführt werden.
  • Die in den deutschen Markt vorstoßende liechtensteinische LLB hat ihren Deutschland-Chef ernannt. Nämlich: Thomas Henk, bislang Rothschild & Co.

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Christian Sewings 15-Mio.-Euro-Banker: „So nicht, lieber Herr Shah, so nicht!“

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Vorstandsposse bei Castellbank mündet in Trennung

Bei der Fürstlich Castell’schen Bank tritt Kundenvorstand Thomas Rosenfeld nach nur 15 Monaten bereits wieder ab – „aus persönlichen Gründen und in bestem beiderseitigem Einvernehmen“, wie es in einem PR-Kommuniqué heißt. Was den Fall pikant macht: Ursprünglich war der frühere LBBW-Manager in Würzburg der Öffentlichkeit schon im Mai 2021 als designierter Vorstandssprecher präsentiert worden – das wurde dann aber der vormalige Aufsichtsratschef Ingo Mandt. Rosenfeld blieb nach 16-monatiger Warteschleife als Generalbevollmächtigter nur ein einfacher Vorstandsposten ab Januar 2023. Seine Aufgaben übernimmt künftig: Ingo Mandt – die Zahl der Geschäftsleiter reduziert sich auf vier.

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Maverick-Volksbank reaktiviert Ex-Vorständin

Die Bafin reaktiviert bei der „Maverick“-Volksbank in Schmalkalden eine Ex-Vorständin – nämlich Stefanie Hermann, die dem Führungsgremium von 2018 bis 2019 (also noch bevor der Krach zwischen der Thüringer Skandalbank, dem BVR und der Bafin so richtig losging) schon einmal angehört hatte. Interessanterweise bringt Hermann aber nicht nur Stall-, sondern auch Verbundgeruch mit. 2019 war sie nämlich von Schmalkalden in den Vorstand des Genobrokers gewechselt, also des genossenschaftlichen Online-Brokers. Somit wird die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden nun also von einem Quartett geführt, nämlich neben dem Bafin-Sonderbeauftragten Christian Gervais noch von Neu-Vorstand Harald Kothe, dem verbliebenen Altvorstand Ulrich Fröhlich-Abrecht sowie nun eben auch noch Hermann.

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Commerzbank holt neue IT-Vorständin von der LBBW

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Kurz getickert

  • Die Deutsche Börse wird auch künftig von einem Banker geführt. Auf Noch-Konzernchef Theodor Weimer (Ex-CEO der HVB) folgt Stephan Leithner (Ex-Vorstand der Deutschen Bank), der seit 2018 im Vorstand der Börse sitzt – und der zum 1. Oktober zunächst Co-CEO neben Weimer und zum 1. Januar 2024 dann alleiniger Chef werden soll.
  • Nach Finanzvorstand Marc Heß (siehe unsere News von Anfang März) geht bei der Aareal Bank nun auch Vize-AR-Chef Hans-Hermann Lotter steil – und kauft aus eigener Tasche für 800.000 Euro AT1-Anleihen des Instituts (also sogar das ganz harte Zeugs)  
  • Der Vorstand der Bundesbank füllt sich wieder: Laut übereinstimmenden Medienberichten will das Land Nordrhein-Westfalen (welches das Vorschlagsrecht für einen der drei vakanten Posten hat) den früheren NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) nominieren.

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Frauke Hegemann verlässt nach neun Monate die Sparkasse Bremen

Nach nur neun Monaten verlässt Frauke Hegemann die Sparkasse Bremen. Die frühere Comdirect-Chefin sei mit Wirkung zum gestrigen Montag „im besten gegenseitigen Einvernehmen“ ausgeschieden, teilte die zwölftgrößte deutschen Sparkasse am Abend überraschend mit. „Wesentlicher Grund sind unterschiedliche Auffassungen im Vorstand über die organisatorische und strategische Weiterentwicklung“. Hegemann hatte im vergangenen Juli nach einer Zwischenstation bei der Signal Iduna in Bremen angedockt und dort als Vorständin das Privatkundengeschäft verantwortet.

Die dürre Mitteilung zu ihrem Ausscheiden besteht ansonsten wesentlich aus einem langen Zitat des Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Emde: „Frauke Hegemann hat in der kurzen Zeit wichtige Impulse zur Weiterentwicklung unserer Sparkasse gegeben“, wird der Chefkontrolleur zitiert. „Viele ihrer Ideen und Inspiration für die Weiterentwicklung des Privatkundengeschäftes wird der Vorstand weiter diskutieren und in seine Arbeit einfließen lassen.“ Die Aufgaben Hegemanns würden nun kommissarisch von den übrigen Vorstandsmitgliedern übernommen.

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Kurz getickert

  • Die Commerzbank setzt ihre Hiring-Offensive im Asset & Wealth Management fort. Wie das „Private Banking Magazin“ berichtet, wechseln Antonio Nicodemus (zuletzt Leiter institutionelle Anleger bei Flossbach von Storch), Thomas Adler (zuletzt Leiter des institutionellen Geschäfts bei Invesco hierzulande) und Jakob Wiggert (zuletzt in London für eine Investment-Tochter der Axa unterwegs) zu den „Gelben“.

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Wie Aareal-Bank-Vorstand Marc Heß steilgeht

Der Finanzvorstand der Aareal Bank, Marc Heß, hat 400.000 Euro (das entspricht fast der Hälfte seines Fixgehalts) in eine derzeit bei rund 6% rentierende Anleihe seines eigenen Instituts investiert – ein deutliches Signal an den Kapitalmarkt, nachdem der Wiesbadener Immobilienfinanzierer zuletzt immer stärker in den Sog der PBB-Krise geraten war und vergangene Woche enttäuschende Jahreszahlen vorgelegt hatte. Hintergrund: Noch im November hatte die Aareal prognostiziert, im Geschäftsjahr 2023 bezogen aufs Nettoergebnis am unteren Ende einer Spanne von 240-280 Mio. Euro auszukommen. Bei Vorlage der Bilanzzahlen am Donnerstag musste Heß indes eingestehen, dass es aufgrund signifikant gestiegener Risikovorsorge nur 149 Mio. Euro waren. Zugleich betonte der Finanzchef allerdings, dass die Aareal aus einer Position der Stärke heraus agiere – was er durch die Investition in die eigenen Anleihen nun offenkundig zu bekräftigen versucht. Bei hiesigen Bankmanagern sind solche „Put your money where your mouth is“– Transaktionen sehr selten, siehe etwa im Archiv unser Stück –> Deutsche-Bank-Vorstände meiden eigene Aktie seit Jahren.

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Chaos bei der DWP Bank: Beck geht, Zoller geht – Nachfolge ungeklärt

Rund 15 Monate liegt die 60 Mio. Euro schwere Handelspanne bei der DWP Bank (siehe unseren damaligen Scoop) inzwischen zurück – 15 Monate, in denen die Eigentümer (nämlich die DZ Bank und die Sparkassen) nolens volens an Vorstandschef Heiko Beck festhielten. Sollte es die Idee gewesen sein, die Sache auszusitzen, so ist die Idee mit dem gestrigen Tage allerdings offiziell gescheitert. Da nämlich verkündete die DWP Bank zum einen nun doch die Demission Becks, der sich laut offizieller Sprachregelung „neuen Aufgaben widmen“ will und zum 30. Juni ausscheidet. Und zum zweiten geht spätestens im vierten Quartal auch Finanz- und Risikovorstand Martin Zoller, „um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen“, wie es heißt.

Nachfolge-Lösungen gibt es offenbar noch nicht – jedenfalls keine, die man gestern schon hätte verlautbaren können. Stattdessen heißt es, dass man hierüber „zeitnah informieren“ wolle. Dazu passt, dass der „Platow-Brief“ vergangene Woche berichtete, der für die CEO-Suche eingeschaltete Headhunter Egon Zehnder habe den früheren Commerzbank-Vorstand Jörg Hessenmüller favorisiert (der bei den „Gelben“ 2021 nach der gescheiterten Auslagerung der Wertpapierabwicklung an HSBC demissioniert war). Dieser habe jedoch abgesagt. Der einzige aktuelle DWP-Bank-Vorstand, der bleibt, ist derweil Chief Operating Officer Markus Neukirch. Ob der allerdings für den CEO-Job infrage kommt, ist höchst fraglich – schließlich fiel die Handelspanne Ende 2022 in seine Zuständigkeit.

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Ex-Payone-Chef Santschi bei Worldline aussortiert

Einer der in den letzten Jahren prägendsten Payment-Manager hierzulande erlebt einen abrupten Karriere-Knick: Wie aus einer Mitteilung des französischen Milliardenkonzerns Worldline hervorgeht, steht der langjährige Payone-Chef Niklaus Santschi nicht länger an der Spitze des „Merchant Services“-Bereichs – stattdessen führt Worldline-Co-CEO Henri Desportes die Sparte jetzt direkt. Zu den Gründen für die Abberufung Santschis äußert sich Worldline nicht explizit. Allerdings ist in besagter Mitteilung davon die Rede, dass Desportes die Leitung des Merchant-Services-Geschäfts übernehme, „um Performance und Kontrolle der Einheit zu stärken“. Aus der Formulierung lässt sich durchaus ableiten, dass man mit der Entwicklung der Sparte unter Santschi nicht zufrieden war.

Niklaus Santschi war 2017 nach Deutschland gekommen, als die Sparkassen ihn zum Chef ihrer damals noch als „BS Payone“ firmierenden Frankfurter Acquiring-Tochter machten. Später übernahm Worldline die Mehrheit an Payone (wobei die Sparkassen immer noch 40% halten), bevor Santschi 2022 schließlich nach Paris befördert wurde, um die „Merchant Services“-Sparte des Gesamtkonzerns zu leiten. Kurz nach Santschis Abgang traten bei Payone indes Probleme im Geschäft mit Hochrisiko-Händlern zutage (siehe unsere Berichterstattung hier und hier) – Probleme, die so massiv waren, dass sie auch auf den französischen Mutterkonzern durchschlugen.

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Kurz getickert

  • Deutsche-Bank-Privatkundenchef Claudio de Sanctis wird als Nachbesetzung für den neuerdings vakanten CEO-Posten bei Julius Bär gehandelt. Wie das helvetische Finanz-Portal „Tippinpoint.ch“ am Montag vermeldete, steht der Manager mit italienischem und schweizerischem Pass „ganz oben auf der Shortlist“ bei der Züricher Privatbank. Die Deutsche Bank kommentierte dies auf Anfrage nicht.
  • Burkhard Kübel-Sorger verlässt nach 19 Jahren die Frankfurter Dependance J.P. Morgan SE, wo er derzeit noch als Finanzchef firmiert. Der Manager, der zudem dem Vorstand des Verbands der Auslandsbanken vorsitzt, wechselt Mitte des Jahres als CFO zu der in London ansässigen European Bank for Reconstruction and Development.

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Abgänge

Wer Wo Letzte Position Geht zu
Markus Bock Finanz Informatik Unternehmenssteuerung WG-Data (Beratung)
Franziska Schulte Goldman Sachs Frankfurt Head of Building Products IBD EMEA Seven Senders (Logistik)
Sheetal Joseph Finoa Chief Information Security Officer Isar Aerospace (Luftfahrt)
Rienzo Böhm Solaris Group Head of Pricing, Planning & Controlling Eigene Gründung

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Kurz getickert

  • Der Vorstand der Bundesbank füllt sich wieder: Laut übereinstimmenden Medienberichten will das Land Nordrhein-Westfalen (welches das Vorschlagsrecht für einen der drei vakanten Posten hat) den früheren NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) nominieren.
  • Der mit diversen Frankfurter Playern verknüpfte Datenanbieter ESG Book (das ist jenes schillernde Unternehmen, das ursprünglich als „Arabesque S-Ray“ firmierte) verliert seinen CEO Daniel Klier. Der frühere HSBC-Banker zieht weiter zu einem Nachhaltigskeits-Consultant namens „South Pole“. Die Commerz Real hatte ihre Anteile an ESG Book 2022 abgestoßen, die DWS und die Helaba waren zumindest zuletzt noch investiert.
  • Die Deka regelt die Nachfolge ihres nach sechs Monaten bereits demissionierten Private-Banking-Vertriebschefs Frank Herrmann intern. Wie die „FAZ“ berichtet, geht die Position an Birgit Elsinghorst, die letzten Sommer von der DZ Privatbank zum Fondsdienstleister der Sparkassen gewechselt war.
  • Die in Frankfurt ansässige, auf Ost- und Südosteuropa spezialisierte Procredit hat einen Nachfolger für die zum Jahreswechsel ausgeschiedene Risikovorständin Sandrine Massiani gefunden. Wie die Spezialbank mitteilt, zieht der bislang für die Frankfurter Rabobank-Dependance tätige George Chatzis zum 1. April als Risikochef in den Holding-Vorstand ein. Zudem rückt Christian Beeck (der 2022 von der Commerzbank gekommen war) in das Gremium auf.
  • Die Bafin installiert bei der „Maverick-Volksbank“ aus Schmalkalden einen dritten Vorstand – nämlich Harald Kothe, der im Zuge der Fusion mit der Raiffeisenbank Borken Nordhessen zu dem thüringischen Skandal-Institut gekommen war.
  • Bei der HAL-Tochter Hauck & Aufhäuser Alternative Investment Services zieht Christian Eisele (der seit ziemlich genau zehn Jahren für den in Luxemburg ansässigen Dienstleister tätig ist) in den Vorstand ein.

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Deka verliert erfahrene Privatbanker an die Konkurrenz. Und 60 weitere Personalien

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