Auch die Neobank Tomorrow streicht kostenloses Girokonto

31. August 2021

Von Christian Kirchner

Die Hamburger Neobank Tomorrow baut ihre Kontomodelle um und streicht dabei die Kostenlos-Variante. Das geht aus einem auf der Website veröffentlichten Interview mit dem Leiter des Kundensupports hervor. „Zukünftig wird es (…) drei Kontomodelle geben: ein Konto unter 5 €, eines unter 10 € und eines um 15 € – aus denen je nach persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten gewählt werden kann.“ Details nannte Tomorrow noch nicht. Betroffen seien aber zunächst nur Neukunden, die ab Oktober ein neues Konto eröffnen.

Nach eigenen Angaben verfügt die von der Solarisbank unterstützte Challenger-Bank knapp drei Jahre nach dem Start inzwischen über gut 85.000 Kunden. Verglichen mit der beim bislang letzten Funding Ende September 2020 kommunizierten Zahl (gut 40.000) entspricht das einem Wachstum von 45.000 Kunden binnen knapp zwölf Monaten – für einen Anbieter mit Gratiskonto überschaubar. Zumal: Ursprünglich hatte es mal geheißen, womöglich schon im Frühjahr 2022, spätestens aber zwei Jahre später wolle man bei 1 Mio. Kunden stehen (siehe hier). Wie viele Kunden schon heute in kostenpflichtigen Modellen sind, ist offen. Finanz-Szene.de hatte im vergangenen Jahr einen Anteil von allenfalls 10% des damals recht frisch eingeführten Premium-Kontomodells an allen Konten errechnet (siehe hier).

Den Umbau des Preismodells begründete Tomorrow mit der „Nachhaltigkeit“, und zwar im doppelten Sinne: Man wolle unter anderem „noch mehr Impact und noch mehr Geld raus aus klimaschädlichen Industrien“. Aber in dem Interview heißt es auch: „Ein kostenloses Konto werden wir nicht mehr anbieten, weil finanzielle Nachhaltigkeit für uns als Unternehmen so nicht möglich wäre.“

Vor einem Jahr hatte bereits die (allerdings auf Kleinunternehmen spezialisierte) Berliner Challenger-Bank Penta ihr Kostenlos-Konto abgeschafft. Auch die mit Abstand größte deutsche Neobank, also N26, versucht ihre Kunden zunehmend in preispflichtige Kontenmodelle zu navigieren.

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