Auch die Norisbank schafft das kostenlose Girokonto ab

26. Januar 2021

Von Christian Kirchner

Die Norisbank bietet für Neukunden künftig kein bedingungslos kostenloses Girokonto mehr an. Laut dem ab dem morgigen Mittwoch geltenden neuen Preis-Leistungs-Verzeichnis wird das „Top-Girokonto“ der Deutsche-Bank-Tochter für neue Kunden grundsätzlich mit 3,90 Euro pro Monat bepreist. Allerdings reduziert sich dieser Preis auf 0 Euro ab einem monatlichen Geldeingang von 500 Euro. Auch das Modell „Noris Giro“ verteuert sich ab April für alle Kunden von 2,00 Euro auf 3,90 Euro pro Monat, hier greift ebenfalls erst ab einem Eingang von 500 Euro eine Gebührenbefreiung.

Die Norisbank folgt damit vergleichbaren Schritten anderer Direktbanken wie ING, Consorsbank oder Fidor, die innerhalb der letzten zwölf Monate entweder Kontoführungsgebühren eingeführt haben oder die kostenfreie Nutzung an einen monatlichen Geldeingang – einem Indikator für eine gewisse aktive Nutzung – geknüpft haben. Die Consorsbank ist diesen Schritt erst vor fünf Tagen gegangen (siehe hier). Bei der Norisbank überrascht die Kurzfristigkeit, die neue Gebühr greift bereits ab dem morgigen Mittwoch, auf der Homepage des Instituts war am Morgen allerdings noch das alte Preis-Leistungs-Verzeichnis hinterlegt. Finanz-Szene.de liegt das neue auf Nachfrage indes vor.

Die Norisbank ist Tochter der Deutschen Bank und organisatorisch dem Bereich Chief Digital Office /​ Digital Ventures zugeordnet – also jenem Bereich, den bis vergangenen Sommer der Digitalstratege Markus Pertlwieser geleitet hatte. Eigentlich sollte das Institut „Vorbild und Testlabor“ für den technologischen Umbau des Deutsche-Bank-Privatkundengeschäfts werden. Zuletzt war es indes ruhig geworden um die Norisbank, zwischendurch erwog die Deutsche Bank laut Medienberichten sogar einen Verkauf (siehe Analyse hier).

Die Norisbank verfügt laut letzten Zahlen über 550.000 Kunden, allerdings ist die Fluktuation erormm hoch: Jahr für Jahr kommen rund 50.000 Neukunden, zugleich verlassen aber auch meist rund 50.000 Kunden das Institut – ein Indiz, dass vor allem mit einer aggressiven Neukundenwerbung der Verlust wenig loyaler Kunden gestoppt werden muss.

Kundenentwicklung Norisbank 2015-2019

Bestand (netto) neu (brutto) Verlust (brutto)
2015 545.000 56.000 70.000
2016 550.000 63.500 58.500
2017 555.000 52.000 47.000
2018 548.000 43.000 50.000
2019 550.000 54.000 52.000
Summe 268.500 277.500

Quelle: Geschäftsberichte

 

Zugleich hat das Institut laut jüngstem Geschäftsbericht von vergangenem Sommer hehre Ziele, die bislang auch noch nicht korrigiert worden sind: Man plane „signifikanten Investitionen in die Weiterentwicklung des Geschäftsmodell“, es gehe um „Investitionen in die Transformation der Norisbank zu einer marktführenden Direktbank“ – weshalb man für das gerade abgelaufene Jahr erneut ein negatives Ergebnis im höheren einstelligen Millionenbereich erwartet.

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