Kurz gebloggt

Baader Bank spannt HSBC die Sino AG aus – wie kommt’s?

17. August 2021

Von Christian Kirchner

Zugegeben – um richtig viel Geld geht es nicht, wenn die Düsseldorfer Sino AG perspektivisch in der Abwicklung ihrer Transaktionen auf die Baader Bank statt auf HSBC Deutschland setzen wird, wie aus einer gestern veröffentlichten Pflichtmitteilung (siehe hier) hervorgeht.

Gut 1 Mio. Transaktionen standen bei den Heady Tradern von Sino im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Buche. Zur Einordnung: Das macht ein Rivale wie Flatex pro Woche.

Dennoch ist der Wechsel bemerkenswert ist, und zwar aus mindestens vier Gründen:

  1. Sino war seit der Gründung Ende der 1990er-Jahre aufs engste mit HSBC verbunden, nennt die Zusammenarbeit im Risikobericht sogar unter „Abhängigkeit von Leistungen und Produkten Dritter“
  2. HSBC hält knapp ein Viertel der Sino-Aktien
  3. Die Sino AG war lange Zeit Mehrheitsgesellschafter des Berliner Wunder-Fintechs Trade Republic; wer weiß, ob Trade Republic ohne diese Konstellation heute HSBC-Kunde wäre?
  4. Sino spricht zwar in der Pflichtmitteilung davon, dass der „langjährige Kooperationspartner HSBC Deutschland die [neue] Kooperation unterstützt“, zugleich aber auch davon, dass die Verantwortlichen der Baader Bank „unternehmerisch denken und handeln“ – was unweigerlich zur Frage führt: Taten das die HSBC-Partner nicht?

Im April hatten wir unter dem Titel „Revolte bei Sino“ das, nun ja, komplexe Verhältnis zwischen dem Trading-Spezialisten und der HSBC Deutschland beschrieben. Indes: Angeblich soll auch die damalige Gemengelage nichts mit der jetzigen Scheidung zu tun haben. Auch im Umfeld von HSBC Deutschland sieht man die neue Kooperation von Sino und Baader dem Vernehmen nach entspannt.

Revolte bei Sino. Und die Frage: Geht’s auch um Trade Republic?

Nico Baader über … die Rolle seiner Bank im Trading-Boom

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing