Exklusiv

Bancassurance: Sparkasse Duisburg schert aus eigenem Lager aus

27. Januar 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Die Sparkasse Duisburg geht einen eigenen Weg beim Thema digitale Bancassurance – losgelöst von den entsprechenden Pläne der S-Finanzgruppe. Nach Recherchen von Finanz-Szene.de hat das Ruhrpott-Institut zu Jahresbeginn einen „Digitalen Versicherungs-Manager“ in Kooperation mit dem Kölner Insurtech Moneymeets und dem Policen-Bewerter Franke & Bornberg gestartet. Das Angebot besteht aus einem „Vertrags-Check“ zur Prüfung bestehender Verträge, einem „Tarif-Assistent“ genannten Vergleichstool und einem digitalen „Vertragsordner“.

Damit wählen die Duisburger eine Alternative zum innerhalb des Sparkassen-Lagers offiziell favorisierten digitalen Bancassurance-Kooperation mit dem Frankfurter Insurtech Clark. Das „S-Versicherungsmanager“ genannte Projekt war von der Versicherungskammer Bayern (VKB), also dem Versicherer der bayerischen Sparkassen, initiiert worden. Im April 2019 hatte die VKB per Pressemitteilung mitgeteilt, das digitale Tool befinde sich bereits im Pilotbetrieb und solle vom Herbst an (also vom Herbst 2019 an) allen öffentlichen Versicherern zur Verfügung stehen. Auf konkrete Nachfrage von Finanz-Szene.de, wer denn die Pilot-Sparkassen sind, äußerte sich die Versicherungskammer gestern ausweichend: „Aktuell steht die Pilotierung innerhalb unseres Geschäftsgebiets Bayern und der Pfalz kurz vor dem Abschluss. Der flächendeckende Roll-out erfolgt in Kürze.“

Interessant an der Duisburger Lösung ist, dass zwar auch öffentliche Versicherer wie die Provinzial Rheinland oder der Rechtsschutz-Versicherer ÖRAG „in den Marktvergleich“ einbezogen werden, wie es auf der Website heißt. Daneben finden sich aber auch etliche sparkassen-fremde Versicherer in den Rankings. So gehen bei der privaten Haftpflicht-Versicherung zwei Tarife der Swiss Life Partner GmbH als „Preis/Leistungs“-Sieger aus dem Vergleich hervor. Bei Hausrats-Policen ist es die Ammerländer Versicherung, beim Rechtsschutz die Auxilia. Die Duisburger wählen also – was ja durchaus im Sinne des Kunden ist – den Weg einer offenen Architektur, in der sektorfremde Policen gleichberechtigt neben sparkassen-eigenen Produkten stehen.

Ein Sprecher des Verbands öffentlicher Versicherer äußerte sich gestern auf Anfrage von Finanz-Szene.de zu dem Vorgehen wie folgt: „Falls die Sparkasse Duisburg den ‚S-Versicherungsmanager‘ nicht nutzen wird, ist das bedauerlich. Nichtsdestotrotz bleibt es die freie Entscheidung der jeweiligen Sparkasse, welche technischen Lösungen sie einsetzt und welche Produkte von welchen Anbietern sie ihren Kunden anbietet.“

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