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So viel kostet BayernLB und Helaba der Einstieg bei VC Trade

Als die Helaba und die BayernLB im März ihren Einstieg bei der Corporate-Finance-Plattform VC Trade verkündeten, blieben sie die wichtigsten Details schuldig: Wie hoch ist das Investment? Wie hoch die Beteiligung? Wie hoch die Bewertung? Kein Kommentar.

Mit ein paar Wochen Verspätung lassen sich die Geheimnisse nun lüften: Laut Recherchen von Finanz-Szene investieren die beiden Landesbanken jeweils 3 Mio. Euro in das Frankfurter Fintech, das sich der Digitalisierung des Schuldscheinmarkts verschrieben hat. Im Gegenzug erhalten Helaba und BayernLB je 10% der Anteile – genauso wie die österreichische Raiffeisenbank International, die in gleichem Umfang und zu gleichen Konditionen einsteigt wie die beiden deutschen Wettbewerber.

70% der Anteile bleiben Gründern Stefan Fromme (ein früherer LBBW-Manager), Tobias Zöller (ein früherer Consultant) und Sebastian Glock (ein Jurist)*. Unterm Strich ergibt sich somit eine Unternehmenswert von 30 Mio. Euro – was dann doch ein Stück unterhalb der zuletzt von Fromme im Podcast der Kollegen von “What’s up, Corporate Finance” suggerierten Spanne von 50 bis 60 Mio. Euro liegt.

Auch wenn sich Investment und Bewertung im Vergleich zu manchen Berliner Fintechs bescheiden ausnehmen, unterstreicht der Deal dennoch den Führungsanspruch der beiden Landesbanken im digitalen Schuldscheinmarkt – auch in Abgrenzung zu LBBW und zur NordLB, die mit Debtvision beziehungsweise Finpair jeweils eigene Player zu etablieren versuchen. Zuletzt hatten Helaba und BayernLB in dieser Hinsicht bereits einen möglicherweise mehr als nur symbolischen Punktsieg gelandet. So berichteten die Kollegen von “Der Treasurer”, dass sich die LBBW, die ihre Emissionen bis dahin auf die eigene Plattform fokussiert hatte, Anfang Juni auch bei VC Trade hat listen lassen – auf Wunsch eines Kunden (also eines emittierenden Unternehmen), wie die Stuttgarter Landesbank einräumen musste.


*Herrn Glock hatten wir in der ursprünglichen Version dieses Artikels irrtümlich unterschlagen.

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